Ehemalige Krankenpflegeschule - Unterrichtsräume von der Wohnbau Wertheim umgebaut / Neue Heimat für vier Familien im Rahmen der Anschlussunterbringung Schmucke Wohnung statt Klassenraum

Von 
Diana Seufert
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An das typische Aussehen von Klassenzimmern erinnert hier nichts mehr. Stattdessen sind schmucke kleine Wohnungen in der ehemaligen Krankenpflegeschule entstanden.

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Wertheim. "Es hat sich viel getan", meint Edgar Beuchert. Der Geschäftsführer der Wohnbau Wertheim wirft einen Blick in die letzte noch freie Wohnung in der Carl-Roth-Straße 3. Früher war hier die Krankenpflegeschule des nahen Krankenhauses untergebracht.

Doch die großen Schulungsräume mit den breiten Fensterfronten über die komplette Länge sind in der Zwischenzeit verschwunden. Der zweigeschossige Bau hat sich auch von außen verändert. Ein rotes Band zieht sich quer über die Front und gibt der Fassade ein neues Erscheinungsbild, ebenso die grauen Frontelemente in Holzoptik.

"Alles passt gut zusammen", freut sich Beuchert über die gelungene Sanierung des Gebäudes. Vier kleine Wohnungen sind mittlerweile entstanden, von denen drei bereits belegt sind. Im Rahmen der Anschlussunterbringung haben Flüchtlingsfamilien hier eine neue Bleibe gefunden. Und auch die letzte Wohnung wird in Kürze von einer Familie bezogen, die aus ihrem Heimatland fliehen musste. Rund 80 Quadratmeter haben die neuen Bewohner zur Verfügung, eine großzügige Wohnküche bietet viel Platz.

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Beuchert schwärmt vom Blick auf die Burg, einer ruhigen Lage und dem Parkplatz vor der Haustüre. Rund 500 000 Euro lässt sich die Wohnbau Wertheim den Umbau kosten. Die Größe und der Zuschnitt der Wohnung seien auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt ebenfalls gut zu vermarkten, weiß der Chef der Wohnbau, der bei der Planung solcher Baumaßnahmen auch die Nachhaltigkeit im Blick hat. Hier ist er sehr zufrieden. "Die Lösung für die Wohnungen ist einfach gut gelungen", zollt er dem Architekten ein großes Lob. Der hatte nicht nur die Raumaufteilung auf der mehr als 300 Quadratmeter großen Fläche des Schulbereichs gut umgesetzt, sondern ebenso die vorhandenen Lichtquellen, wie die Oberlichter, mit in die Planung integriert. "So hat nun auch das Bad Tageslicht", freut sich Beuchert.

Das ist in den Wohnungen im sogenannten Wohnturm nebenan nicht der Fall. Die Schwesternschülerinnen und Pflegeschüler waren hier untergekommen, aber auch einige Wochenendpendler nutzen die günstige und dennoch stadtnahe Unterkunft. "Und einige Schüler der Krankenpflegeschule leben noch in dem Gebäude", so Beuchert. Denn an der neuen Rotkreuzklinik bestünde kein weiteres Wohnheim für die Auszubildenden.

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Die Wohnbau legt am Wohnturm, der in den 1970er Jahren für das damals städtische Krankenhaus errichtet worden war, "Hand an" und funktioniert einen Großteil der früher 80 Einzelzimmer in kleine Apartments um. Im vierten und fünften Stock wurde dies bereits vor rund zehn Jahren vollzogen. Aus den Büroräumen im Verwaltungstrakt der früheren Krankenpflegeschule entstanden ebenfalls Mehrzimmer-Wohnungen. Derzeit laufen die Baumaßnahmen im dritten Stock. Auch hier werden zwei oder drei Einzelzimmer in größere Einheiten mit Küchenzeile und Badezimmer zusammengefasst. Und aus den früheren Gemeinschaftsräumen wie Küche und Bad entstehen kleine Abstell- und Kellerräume für die künftigen Bewohner. Dass die Wohnbau auf den Umbaukosten von rund 500 000 Euro "sitzenbleibt", muss der Chef nicht befürchten. "Die Wohnungen werden Ende des Jahres fertig sein, sind aber bereits alle vermietet."

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Die Einzelzimmer mit rund 15 Quadratmetern im ersten und zweiten Stock sollen vorerst bleiben. Noch seien sie gut zu vermarkten. Wenn die Nachfrage danach zurückgehe, habe man immer noch die Option, auch hier größere Apartments zu schaffen.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz