Am Amtsgericht verhandelt - Drogen- und Waffenbesitz Schlagring als Andenken

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goe
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Wertheim. Bei einer Kontrolle in Bestenheid entdeckte im März 2018 die Polizei bei einem Auszubildenden 15 Gramm Marihuana. Bei der anschließenden Durchsuchung seines Zimmers in der elterlichen Wohnung fand sie einen Schlagring, zwei Butterfly-Messer, drei Drogenzerkleinerer und neun gebrauchte Tütchen mit Spuren von Marihuana. Es kam zur Anklage wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und des Besitzes dreier verbotener Waffen.

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Der Angeklagte erklärte, dass er das Marihuana im Dezember 2017 in den Niederlanden legal erworben und für den Eigenkonsum nach Deutschland gebracht habe. Schlagring und Messer nannte er Andenken aus Spanien, er habe nicht gewusst, dass der Besitz verboten ist.

Der Verteidiger berichtete, der Mandant habe inzwischen die Prüfungen der Ausbildung abgelegt, und bei positivem Ergebnis biete der Arbeitgeber die Übernahme an.

Dass nur Eigenkonsum der Drogen stattfand, bezweifelte der Oberstaatsanwalt, konnte mangels Beweisen aber von keiner weiteren Straftat ausgehen. Mit Nachdruck wies er den Angeklagten darauf hin, dass bei Drogengeschäften mit einem unerlaubten Messer die Mindeststrafe drei Jahre Haft betrage.

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Weil nur Drogenbesitz nachweisbar war, verwarnte das Gericht unter Anwendung des Jugendstrafrechts den zur Tatzeit 20-Jährigen, er muss 600 Euro Strafe an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Die weitere Auflage ist es, dass sich der junge Mann von Drogen fernhält. Dafür ordnete das Gericht zwei unangekündigte Tests an, die der Beschuldigte auf eigene Kosten absolvieren muss. goe