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Besondere Führung durch Kloster Bronnbach - Fürst Alois Konstantin zu Wertheim-Löwenstein-Rosenberg

Schelmische Anekdoten einer fürstlichen Jugend

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kg
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Viele spannende Geheimnisse aus seiner Kindheit und Jugend verriet S.D. Fürst Alois Konstantin zu Wertheim-Löwenstein-Rosenberg bei einer äußerst kurzweiligen Führung durch das Kloster Bronnbach. © Kai Grottenthaler

Bronnbach. Was war das Lieblingsspiel des Fürsten in seiner Kindheit und wie sah seine Erziehung aus? Diese und weitere Geheimnisse verriet S.D. Fürst Alois Konstantin zu Wertheim-Löwenstein-Rosenberg bei einer äußerst kurzweiligen Führung durch das Kloster Bronnbach.

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Die rund zwei Dutzend Zuhörer nahm der Fürst mit auf eine spannende Reise in die 40er- und 50er-Jahre, der Zeit seines Aufwachsens.

Als Sohn von Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und der Turinerin Carolina dei Conti Rignon kam der kleine Alois Konstantin als fünftes von sieben Geschwistern 1941 zur Welt. Lebhaft schilderte der heute 79-Jährige im Klostergarten, wie er in dem großen Brunnen mit einer Schweinsblase am Rücken schwimmen gelernt hatte oder aus dem Fenster im ersten Stock über das Efeu hinuntergeklettert war. Besondere Bedeutung hatte für den jungen Knaben das Indianer-Spiel: „Das haben wir von früh bis spät gespielt. Als Indianer konnte man einfach viel mehr Sachen machen als als Deutscher“, berichtete der Fürst. Und gesteht kurz darauf mit einem schelmischen Grinsen, dass die amerikanischen Jungen, die zwischenzeitlich im Kloster untergebracht waren, von den einheimischen Kindern gegen ihren Willen als Cowboys an den Marterpfahl gebunden wurden.

„Fantastische Rauchsäule“

Besonders lebhaft sei auch die Erinnerung, als er und seine Kumpanen im nahe liegenden Wald Gummidichtungen verbrannt haben: „Das hat eine fantastische Rauchsäule gemacht, die das ganze Dorf eingehüllt hat“, erzählt der Fürst in nüchternem Tonfall, aber mit einem deutlichen Leuchten in den Augen. „Das war eines der wenigen Male, wo wir beim Vater antreten mussten“, berichtet er reuig.

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Während der ganzen Führung sind es diese zahlreichen privaten, teilweise fast intimen, jederzeit aber auch ehrlich offenen Momente, die das Publikum immer wieder von Neuem faszinieren, teilweise zum Nachdenken anregen, viel öfter aber zum Lachen bringen.

In andere Zeit eingetaucht

Mit einer großen Portion trockenen Humors und einem Schuss Selbstironie wirken die Anekdoten jederzeit lebendig und lassen in eine andere Zeit eintauchen. Vor dem inneren Auge sieht man den kleinen Knaben in jeder Szene quasi vor sich. Für besondere Erheiterung sorgte auch die Geschichte rund um den Erwerb seines Führerscheins im Alter von 15 Jahren.

Mit der Begründung, dass ihr Sohn immer die Milch in die Stadt fahren müsse, habe seine Mutter eine Sondergenehmigung beantragt. Lebhaft schilderte der Fürst vom dafür notwendigen „Test des Erwachsenseins“ in Mannheim. Dabei sei ihm auch ein Bild von zwei Geliebten gezeigt worden, wobei seine deutliche Unmutsäußerung ein entscheidender Pluspunkt gewesen sei: „Das hat den Prüfern gefallen. Ich war konservativ und damit empfehlenswert.“ Nach einer Praxis-Fahrstunde habe er den Führerschein dann erhalten.

Und so geht es in den Wohnräumlichkeiten, die sich im ersten Stock des Prälatenbaus mit Blick auf die Straße befinden, um alltägliche Erinnerungen, wie sie wohl viele an ihre Kindheit haben könnten. Um dem kleinen Jungen, der als Indianer verkleidet, an der teuren Holztüre die beste Messerwurftechnik herauszufinden versucht. Oder der mit seinen Geschwistern ein Lamm solange im Wohnzimmerschrank versteckt, bis dies den Eltern schließlich am Geruch der Kinder auffällt. Oder um seinen Vater Karl, der sich nach der Rückkehr von einem Fest in die Badewanne setzte und dabei mit großem Erschrecken feststellen musste, dass darin bereits zehn Fische schwammen. Diese hatten seine Kinder tagsüber in der Tauber gefangen und kurzerhand in die heimische Wanne umgesiedelt.

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An diesen Punkten ging der Fürst immer wieder auf seine Erziehung ein. Wenn etwas „strafwürdig“ war, habe es von der Mutter eine „schnelle Reaktion“ gegeben. Als Strafe habe er öfters die Küche reinigen müssen. „So habe ich verlernt, beleidigt zu sein“, was ihm im Leben immer nützlich gewesen sei. Vater Karl dagegen sei seltener für die Bestrafung zuständig gewesen, habe aber strenger sanktioniert. Besonders in Erinnerung blieben den Zuhörern somit die zahlreichen, meist heiteren Anekdoten, die das Leben der Fürstenfamilie in all seinen Facetten zeigten.

Sie verdeutlichten dabei immer wieder, dass sich der Alltag im Kloster durchaus von dem der normalen Bevölkerung unterschied.

Noch sichtbarer wurden jedoch die vielen Gemeinsamkeiten, sowohl bei den Problemen, aber eben auch den kleinen Freuden des Alltags. kg

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