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Kultur - VHS-Kino im Roxy zeigt am Dienstag und Mittwoch den Streifen „Schachnovelle“

Roxy Wertheim: Oliver Masucci sticht mit schauspielerischer Leistung hervor

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Szene aus dem Film „Schachnovelle“, der beim VHS-Kino läuft © StudioCanal

Wertheim. Der aktuelle VHS-Film „Schachnovelle“ (Vorführungen im Roxy am Dienstag, 9. November, um 18.30 und Mittwoch, 10. November, um 20.30 Uhr ist eine atmosphärisch dichte Literaturverfilmung mit einem herausragenden Oliver Masucci. Wien, 1938: Der vermögende und kulturliebende Notar Josef Bartok verwaltet das Vermögen des Adels und wird von den nationalsozialistischen Invasoren inhaftiert. Josef verweigert jegliche Kooperation und als ihn die Isolationshaft zunehmend zermürbt, gerät er in Besitz eines Schachbuches und das Blatt beginnt sich zu wenden.

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Philipp Stölzl adaptiert die gleichnamige Novelle von Stefan Zweig für die große Leinwand und übersetzt sie in eine eindrucksvolle Bildsprache. Die Schachnovelle, ein Klassiker der deutschsprachigen Literatur, schrieb Stefan Zweig in den ersten Kriegsjahren im brasilianischen Exil. Sie wurde bereits 1960 von Gerd Oswald verfilmt. Nun bringt Philipp Stölzl die zeitlose Geschichte in seiner Interpretation ins Kino. Gelungen ist ihm dabei ein inhaltlich wie formal packender Film mit einer herausragenden Besetzung und einer ungeheuer dichten Atmosphäre, die Beklemmung, Verunsicherung und Ausweglosigkeit hervorragend transportiert. Den Schrecken des Faschismus und die Beschädigung des Einzelnen macht der Film auf beeindruckende Art und Weise sicht- und spürbar.

Die Übergänge zwischen der Rahmenhandlung auf dem Passagierschiff auf hoher See und die Binnenhandlung im Hotel, das von der Gestapo zum Gefängnis umfunktioniert wird, erfolgen fließend. In einem brillierenden Ensemble sticht insbesondere die schauspielerische Leistung von Oliver Masucci hervor, der Josef Bartok mit großer Intensität spielt und die Gefühlswirren eines geistig Gefolterten zwischen Widerstandskraft und Wahnsinn stets glaubhaft verkörpert. Auch Birgit Minichmayr als Josefs Frau Anna und Albrecht Schuch als Gestapo-Leiter Franz-Josef Böhm interpretieren ihre Rollen äußerst eindrucksvoll. Ein Film für die große Leinwand – packend, intensiv, bedeutend.

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