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Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken - Einschätzung der Wirtschaftslage ist in fast allen Bereichen besser als in den Vormonaten

Regionale Wirtschaft nimmt an Fahrt auf

Von 
Werner Palmert
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Bei einer Umfrage der IHK Heilbronn-Franken bei ihren Mitgliedsbetrieben im Kammerbezirk zu deren wirtschaftlicher Situation wurde die Lage in fast allen Bereichen besser als in den Vormonaten eingeschätzt. In der Baubranche hat sich das Problem der Materialknappheit allerdings verschärft. © dpa/Daniel Bockwoldt

Die IHK Heilbronn-Franken hat ihre Umfrageergebnisse zur wirtschaftlichen Situation ihrer Mitgliedsbetriebe für das zweite Quartal 2021 vorgestellt. In beinahe allen Branchen wird die Lage gegenüber den Vormonaten besser eingeschätzt.

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Heilbronn. Abgefragt wurden von der IHK die Unternehmen im Kammerbezirk nach ihrer Beurteilung zur aktuellen Lage. Wie wird es wirtschaftlich weitergehen? Welche Entwicklungen sind auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten? Antworten darauf gaben 404 regionale Unternehmen aller Branchen, die rund 73 000 Personen beschäftigen.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring sowie ihr Stellvertreter Christof Geiger erläuterten die dabei erhobenen Daten. Die erfreulichste Nachricht: Die Zuversicht ist so groß wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Rückkehr zu normaler Geschäftstätigkeit wird mehrheitlich bis 2022 erwartet. Die Lageurteile der Unternehmen im zweiten Quartal 2021 steigen damit auf den höchsten Wert seit Sommer 2019.

Der Blick zur Geschäftslage insgesamt in der Region zeigt, dass auch im Main-Tauber-Kreis diese Einschätzung überwiegt. Bei der Bewertung „gut“ liegt die Wirtschaft an Main und Tauber mit 54 Prozent erheblich über dem Durchschnitt von 47 Prozent in ganz Heilbronn-Franken. Mit 21 Prozent bei der Einschätzung „schlecht“ steht der Landkreis allerdings fünf Prozent über dem Regionaldurchschnitt. „Zufrieden“ zeigen sich 25 Prozent der befragten Unternehmen mit der aktuellen Situation. In ganz Heilbronn-Franken sind es 37 Prozent.

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Die größten Profiteure des spürbaren Aufschwunges sind die Industriebetriebe und der Großhandel. Einziger Hemmschuh sind hier die Materialknappheiten. Einen „leichten Dämpfer auf hohem Niveau“ bekommt die Bauwirtschaft. Der Einzelhandel meldet eine Belebung und auch der Dienstleistungssektor sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe bewerteten die neuen Öffnungsschritte positiv.

Fachkräftemangel

Nicht zuletzt sendet auch der Arbeitsmarkt in der Region positive Signale aus. Allerdings rückt auch das Risiko des Fachkräftemangels stärker in den Fokus der Personalabteilungen. Insgesamt „nimmt die regionale Wirtschaft an Fahrt auf, das macht große Hoffnung“, wie Elke Döring mit Blick auf die anziehende Weltkonjunktur unterstreicht.

In der Industrie beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftssituation zum vierten Mal in Folge besser als im Vorquartal. Die Lageurteile erreichten den höchsten Wert seit zweieinhalb Jahren. Jedoch nennen 73 Prozent der Betriebe aktuell hohe Rohstoffpreise als größtes Geschäftsrisiko (Vorquartal: 53 Prozent). Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland gewannen weiter an Schwung.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung ist auf 84 Prozent (Vorquartal: 82 Prozent) gestiegen, die Beurteilung der weiteren Geschäftsentwicklung auf ein neues Allzeithoch geklettert.

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52 Prozent (40 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, während nur fünf Prozent (acht Prozent) pessimistisch in die Zukunft blicken. 58 Prozent (50 Prozent) erwarten Umsatzsteigerungen, sieben Prozent (elf Prozent) rechnen mit Umsatzeinbußen.

Die Exporterwartungen fallen optimistischer als im Vorquartal aus. 45 Prozent (41 Prozent) rechnen mit einem steigenden Auslandsgeschäft, acht Prozent (zehn Prozent) gehen von rückläufigen Exporten aus. Die Investitionspläne fallen ähnlich positiv wie im Vorquartal aus. 54 Prozent sehen Investitionen bei der Digitalisierung vor. 31 Prozent (23 Prozent) kalkulieren mit Neueinstellungen.

Materialknappheit

Das Stimmungsbild im regionalen Baugewerbe hat sich auf sehr hohem Niveau gegenüber dem Vorquartal per saldo etwas verschlechtert. Während zwei Drittel (Vorquartal: 77 Prozent) den Geschäftsverlauf als gut bezeichnen, hält kein Unternehmen (zwei Prozent) die aktuelle Geschäftslage für schlecht. Das Problem der Materialknappheit hat sich weiter verschärft. 86 Prozent (52 Prozent) nennen hohe Rohstoffpreise als größtes Geschäftsrisiko. 14 Prozent (32 Prozent) blicken pessimistisch in die Zukunft.

Neben Energie- und Rohstoffpreisen wird der Fachkräftemangel mit 89 Prozent als größtes Geschäftsrisiko genannt. 17 Prozent (19 Prozent) erwägen eine Erhöhung des Personalbestands, kein Unternehmen will Personal abbauen.

Die Lageeinschätzung im Großhandel hat sich zum zweiten Mal in Folge verbessert und fällt so positiv aus wie seit zwei Jahren nicht mehr. Größtes Geschäftsrisiko stellen hier die hohen Energie- und Rohstoffpreise (86 Prozent), gefolgt vom Fachkräftemangel (48 Prozent) dar. 36 Prozent (Vorquartal: 29 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft. 13 Prozent (31 Prozent) erwarten eine schlechtere Entwicklung. 37 Prozent (22 Prozent) planen mit Neueinstellungen, Sechs Prozent (neun Prozent) wollen Personal abbauen. Angesichts weitreichender Öffnungsschritte im Einzelhandel hat sich die Einschätzung der Geschäftslage der Branche insgesamt verbessert.

Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden fällt deutlich positiver als im Vorquartal aus. 39 Prozent erwarten steigende Umsätze, während zwölf Prozent mit Einbußen rechnen.

Im Dienstleistungssektor fällt die Beurteilung der konjunkturellen Situation geringfügig besser als im Vorquartal aus. Erstmals seit Beginn der Coronakrise überwiegen wieder leicht die positiven Stimmen. Große Unterschiede zeigen sich weiter in den Teilbereichen.

Die ITK-Dienstleister und das Verkehrsgewerbe melden überdurchschnittliche Lageurteile. Stark unterdurchschnittlich fallen sie vor allem bei den Reisevermittlern aus. 34 Prozent aller Dienstleister melden steigende Umsätze. 43 Prozent einen Rückgang.

Weniger Pessimismus zeigen die Umfrageergebnisse im Hotel- und Gaststättengewerbe. Angesichts erster Lockerungen bei sinkenden Inzidenzen und deutlichen Impffortschritten fällt die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation im Hotel- und Gaststättengewerbe, das bei den Ergebnissen zu den Dienstleistern nicht mit einbezogen ist, spürbar weniger negativ als im Vorquartal aus.

Allerdings berichten 83 Prozent noch immer von einer problematischen Finanzierungssituation. 15 Prozent droht gar die Insolvenz.

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