Vom 23. Juni bis 19. August - Susu Gorth zeigt in Marktheidenfeld „gediegenes Au“ Raumgreifende Arbeiten

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Gold spielt in den Arbeiten von Susu Gorth eine wichtige Rolle, hier bei ihrem Werk Ada & Edel aus der Serie „Die Großeltern von...“ aus dem Jahr 2013. © Susu Gorth

Marktheidenfeld. In der Ausstellung „gediegenes Au“ zeigt die Bildhauerin Susu Gorth raumgreifende Arbeiten. Einige erstrahlen in Gold und thematisieren unter anderem die Entstehung von symbolischen Werten und Kultgegenständen.

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Die Künstlerin verwendet für ihre Arbeiten alltägliche Gebrauchsmaterialien, aber auch Gold in Form von Sprühdosen-Lack. Durch eine flexible und teilweise von Zufall bestimmte Arbeitsweise erfahren Materialien wie Schaumstoff und Bauschaum eine Umwertung und Veredelung. Sie werden zu komplexen Strukturen und Oberflächen verarbeitet und thematisieren so den Widerspruch von Symbol- und Materialwert.

Analog zur experimentellen Alchemie schöpft die in Kiel geborene und in Marktheidenfeld aufgewachsene Künstlerin aus der „materia prima“, dem Anfangszustand, der aus Chaos und Unordnung besteht. Dieser beginnt sich erst im Verlauf des Arbeitsprozesses in verschiedenen Phasen zu ordnen. In der künstlerischen Arbeit entsteht ein „gediegenes Ganzes“, das mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. In der Alchemie steht am Ende die Transmutation in Gold, lateinisch Aurum, als chemisches Element Au. In der Natur muss Gold nicht erst erschaffen werden. Es kommt gediegen vor, das heißt, es ist in der Natur in elementarer Form vorhanden. Es ist in allen Kulturen beutend.

Dem Gold wird eine überirdische Aura und eine Verbindung zu „göttlichem Glanz“ zugesprochen. Es bedeutet Reinheit und Ewigkeit. Bei Susu Gorth wird der Goldlack als Instrument verwendet, um diesen Entstehungsmechanismus zu untersuchen.