Amtsgericht Randale bei Weihnachtsmarkt

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Wertheim. Beim Külsheimer Weihnachtsmarkt 2014 machte ein betrunkener Mann "Randale". Der 27-Jährige muss sich jetzt beim Amtsgericht Wertheim wegen versuchten Diebstahls, Körerverletzung, Widerstands gegen die Polizei, Beleidigung und versuchter Körperverletzung verantworten.

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Beim Weihnachtsmarkt war auch der FC Külsheim mit einem Stand vertreten. Der Beschuldigte habe eine Wurst gewollt, aber nur knapp einen Euro besessen. Trotzdem, so die Verkäuferin, habe sie eine Wurst für ihn bestellt. Als sie wieder nach vorn blickte, sei die Hand des Angeklagten bei der Kasse gewesen. Der Mann habe dann "Scheiß Frau, Scheiß Deutschland" geschrien. Andere Besucher hätten ihn weggeschoben und gesagt, er habe auch anderswo herumgebrüllt und Mädchen begrapscht. Als die Polizei eintraf, zeigten Leute auf den Angeklagten. Dieser habe sofort Beleidigungen, zum Beispiel "Fuck you, police" geschrieen, so die Beamten. Weitere Ausdrücke seien "Rassist" oder "Nazi" gewesen. Der Beschuldigte habe getreten und einen Kopfstoß anbringen wollen. Körperliche Gewalt sei zum Anlegen der Handschließen und der Verbringung in den Streifenwagen erforderlich gewesen. Damit der ins Revier gerufene Arzt eine Blutprobe entnehmen konnte, hätten mehrere Beamte den Angeklagten auf dem Boden festhalten müssen. Die Untersuchung ergab 1,59 Promille.

Dem Beschuldigten steht in einer vom Staat bereit gestellten Wohnung ein Zimmer zur Verfügung. Nach eigenen Angaben verdient er als Schreiner knapp 1100 Euro netto. Seine Stimmung sei damals belastet gewesen, da die Freundin ihn mit einem Freund betrogen habe. Auf dem Weihnachtsmarkt sei er gestoßen und von Betrunkenen auf den Mund geschlagen worden. Er habe Blut auf den Boden gespuckt und nicht gegen die Polizei. In Külsheim und auf dem Revier hätten ihn Beamte geschlagen. Ihm tue leid, was passiert sei. Die Verhandlung wird Mitte März mit der Vernehmung von drei Zeugen fortgesetzt. goe