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Evangelische Gemeinde Eichel-Hofgarten

Pfarrer Uwe Sulger wirkt nun in evangelischer Gemeinde Eichel-Hofgarten

Von 
Nadine Schmid
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Eichel/Hofgarten. Wertheim kannte Uwe Sulger nur von einem Gottesdienst vor Jahren. Trotzdem entschied sich der 63-jährige evangelische Seelsorger nach elf Jahren in Mannheim, sich auf die Nachfolge von Verena Mätzke zu bewerben. Inzwischen ist er sehr zufrieden mit seinem neuen Heimat- und Wirkungsort. Am 1. August hat er nach nur dreimonatiger Vakanz die Pfarrstelle der Gemeinde Eichel-Hofgarten übernommen, zu der auch Waldenhausen gehört, übernommen.

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Sulger wuchs in Mannheim auf, wo er sein Abitur ablegte und sich in der evangelischen Jugend engagierte. Auf Wunsch seiner Eltern absolvierte er zunächst eine Ausbildung bei der Stadt zum Kommunalbeamten. Danach entschloss er sich, in Heidelberg Theologie zu studieren – die Alternative wäre Jura gewesen. Sein seelsorgerisches Berufsleben begann er als Pfarrvikar in Schwetzingen und Schefflenz. Anschließend wirkte der engagierte Gottesmann 14 Jahre in der südlichen Kurpfalz bei Hockenheim, bis er schließlich in seine Geburtsstadt zurückkehrte und sich dort im sozialen Brennpunkt unter anderem der Jugendarbeit annahm.

Der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Eichel-Hofgarten: Uwe Sulger. © Schmid

Von dort wollte er jetzt weg, weil er das Gefühl hatte, dass die Kirchenarbeit immer mehr zur reinen Verwaltungsarbeit wird. „Wir müssen Kirche neu denken“, war und ist sein Credo. Die Kirche müsse bei den Menschen sein. Außerdem sei wichtig, dass sie ihre Position im Gemeinwesen habe, in der Kommune sichtbar sei. Sulger: „Wir müssen zeigen, dass wir Einrichtung sind, die etwas beizutragen hat.“ Es gehe darum, Begegnungsräume in weitgehend säkularen Stadtteilen zu schaffen. Die verschiedenen Religionen habe er dabei nie als Herausforderung gesehen. In der Kirche Mannheims, ohnehin ein großer Schmelztiegel der Kulturen, sei man immer liberal gegenüber einander gewesen.

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Von
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Im Zentrum aller Kirchenarbeit steht für Sulger der diakonische Ansatz. Die Seelsorge war immer sein wichtigstes Anliegen. Er besuchte psychologische Fortbildungen und war seit 2000 in der Notfallseelsorge tätig. Außerdem ist er seit 2013 zuständiger Pfarrer für die Polizei.

Als für ihn und seine Frau klar war, dass er die Pfarrstelle wechseln will, hatte Sulger die Wahl zwischen Villingen-Schwenningen und Wertheim. Hier habe es ihm gleich gefallen. „Ich bin ein Fan von Kleinstädten. Wertheim hat mich an die Stadt aus ,Das kleine Nachtgespenst’ von Otfried Preußler erinnert.“ Also zog er mit seiner Frau ins evangelische Pfarrhaus ein: Die Söhne, 35 und 22 Jahre alt, sind schon aus dem Haus. Sulgers Frau ist Krankenschwester und unterstützt inzwischen das Team im Wohnstift.

Die bisherige Zeit habe er vor allem mit Schauen und Ankommen verbracht, auch wenn er als Krankheitsvertreter gleich im Raum Tauberbischofsheim schon Gottesdienste für eine erkrankte Kollegin hielt. „Ich muss erstmal rausfinden, was sind das hier für Menschen?“ Dann wolle er schauen, was er angehen könne und was unter Corona möglich sein wird. Generell geht Sulger davon aus, dass künftig noch stärker im Team gearbeitet wird. Deshalb werde er sich sicher auch mit seinen Kollegen im gesamten Kirchenbezirk einbringen.

In seiner Freizeit geht der Pfarrer zahlreichen Hobbys nach. Er hört gerne Musik und war viele Jahre bei der Feuerwehr. Auch in Wertheim möchte er sich gerne in diesem Bereich einbringen. Außerdem ist er bekennender Eishockey-Fan und macht mit seiner Frau gerne Urlaub mit dem Wohnmobil. Dabei zieht es ihn oft an den Atlantik oder die Ostsee. Sulger liebt Frankreich, besonders die Bretagne.

Bis zu seiner offiziellen Pensionierung sind es noch drei Jahre. Sulger selbst kann sich eine längere Dienstzeit vorstellen: „Wenn die Wertheimer mich nicht ärgern, arbeite ich länger.“ Überhaupt hätten er und seine Frau den Plan, sich dauerhaft in der Main-Tauber-Stadt anzusiedeln. Man kann also vermuten und hoffen, dass der um seine Mitmenschen bemühte Pfarrer einige neue Akzente in Wertheim setzen wird – für eine diakonische Kirche mitten im Gemeinwesen.

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