Jugendarbeit - Wertheimer Gruppe bietet zahlreiche Online-Aktivitäten an / Bis zu 40 Kinder nehmen an Projekten teil / Weltweiter „Thinking Day“ Pfadfinder bleiben auch in der Pandemie aktiv

Von 
Birger-Daniel Grein
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Ein Schwerpunkt der Arbeit der Pfadfinder Royal Ranger ist die Erkundung und Orientierung in der Natur, wie hier bei einer Waldläuferzeichenwanderung. Aktuell finden die Aktionen jedoch regelmäßig virtuell statt, bis die Pandemiesituation Präsenztreffen wieder zulässt. © Birger-Daniel Grein

Statt Abenteuer in der Natur erleben die Jungen und Mädchen der Pfadfinder Royal Ranger aktuell abwechslungsreiche Onlinestunden.

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Wertheim/Kreuzwertheim. „Für uns gab es letztes Jahr viele Wechsel zwischen Präsenztreffen und Onlinestunden, da sich die Coronaschutzverordnungen häufig änderten“, resümiert Royal Ranger Stammleiter Daniel Joas im FN-Gespräch. Zu den Pfadfindern gehören insgesamt rund 50 Ranger zwischen sechs und 18 Jahren. Sie teilen sich in vier Altersstufen und insgesamt sechs Gruppen auf.

„Thinkingday“ der Pfadfinder

Am Montag ist der offizielle „Thinking & Founders Day 2021“, der sich an Pfadfinder auf der ganzen Welt richtet.

Er steht 2021 unter dem Motto „Zusammenstehen für den Frieden“.

Anlass für den Tag ist der gemeinsame Geburtstag von Olave und Robert Baden-Powell. Sie gelten als Begründer per Pfadfinderbewegung.

Seit 1926 nutzen Pfadfinder diesen Tag, um ihrer gegenseitigen Solidarität und Verbundenheit Ausdruck zu verleihen. Dabei finden rund um die Welt Aktionen statt.

Diese Gemeinschaft wird auch nach außen deutlich. Viele der 50 Millionen Pfadfinder tragen an diesem Tag ihre Kluft oder Tracht oder ihr Pfadfinderhalstuch, um ihre Zugehörigkeit zur größten Jugendbewegung der Welt sichtbar zu machen.

Zu den Aktionen gehören passende Gruppenstunden, Spendensammlungen für verschiedene Projekte und eine Postkartenaktion.

Weitere Informationen gibt es unter www.thinkingday.de. bdg

Bereits im ersten Lockdown 2020 hatte man begonnen regelmäßige Onlinetreffen über Videokonferenzen anzubieten. „Uns war relativ schnell klar: Wir müssen an den Kindern dranbleiben.“ Durch die guten Erfahrungen mit Online-Gottesdiensten und Liveübertragungen der Jesus Gemeinde Wertheim, zu denen die Pfadfinder gehören, sei die Idee der Onlinegruppenstunden entstanden.

Von April bis zum Ende der Pfingstferien fanden die Konferenzen statt. In den Monaten danach konnte man Präsenztreffen unter Auflagen machen. „Für uns zählt die bayerische Verordnung da unser Gelände in den Bachwiesen in Kreuzwertheim liegt.“ Insgesamt habe man vieles machen können. „Wir konnten sogar auf Masken verzichten, da wir im Freien waren und immer genug Abstand zwischen den Teilnehmern herrschte“, so Daniel Joas.

Spiele und biblische Geschichten

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Die einzelnen Gruppen der Royal Ranger hatten sich weiträumig verteilt, so dass es zwischen ihnen keine Begegnungen gab. „Bei Gruppenspielen war wegen der Abstandspflicht nicht alles möglich, in anderen Bereichen konnten wir wie gewohnt arbeiten.“ So hatte man sich unterhalten und geistlichen Impulsen gelauscht. Es wurde umfangreich an den Teamplätzen weiter gebaut, und es fanden Waldspaziergänge und Erkundungen in der Natur statt.

„Wir haben unter anderem Orientierungsübungen mit Karte und Kompass gemacht, aber auch Knotenkunde“, nannte er Beispiele. Anfang August seien die 14 bis 17-Jährigen im Rahmen einer Aktion „Ranger im Diensteinsatz“ in Köln gewesen, um dort den Aufbau eines neuen Stamms zu unterstützen. „Im Oktober konnten wir für die sechs bis achtjährigen Ranger von uns und aus unserer Region im Gemeindehaus der Jesus Gemeinde in Wertheim sogar noch eine Übernachtung anbieten.“ Dazu seien Gäste aus einem Einzugsgebiet von Schwäbisch Hall, über Heilbronn bis Wertheim gekommen.

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„Seit dem Lockdown light im November treffen wir uns wieder nur online. Wir wussten ja schon, wie es funktioniert“, so Joas. Die Treffen werden an Samstagen für alle Gruppen angeboten. „Von 50 Rangern nutzen etwa 35 bis 40 das Angebot regelmäßig.“ Es sei jedoch schade, dass nicht alle dabei sind. Statt zwei Stunden Präsenztreffen setze man auf 90-minütige Videokonferenzen mit vielen Angeboten. „Wir versuchen es altersgerecht zu machen“, versichert Stammleiter Joas. In allen Gruppen tausche man sich mit den Teilnehmern über ihre aktuelle Situation und ihre Erlebnisse aus. Bei den Sechs- bis Achtjährigen drehe sich vieles um Spiele und biblische Geschichten. Beispielsweise wird Montagsmaler gespielt, oder die Kinder müssen genannten Gegenstände möglichst schnell in die Kamera halten.

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Mit den älteren Rangern übertrage man gewohnte Pfadfinderaktionen in die virtuelle Welt. „Wir haben sogar per Konferenz mehrfach zusammen gekocht und gebacken“, erläutert Joas.

Virtuelle Gruppenarbeit

Jeder koche dabei zu Hause für seine Familie. Durch die Verbindung sei man aber dabei nicht alleine. „Ein Leiter besuchte für die Aktion ein Kind zu Hause und übertrug von dort das Kochen und die anderen machten daheim mit.“ Weiterhin beschäftigen sich die älteren Ranger mit Theorien zu Erster Hilfe, Morsen, Feuermachen und lernten einiges über „Hajk.“ Darunter versteht man eine Wanderung über mehrere Tage, bei der die Person alles selbst mitträgt. Bei den über 15-jährigen hatte man zudem die Themen Sexualität und Partnerschaft besprochen.

Camps werden vermisst

Ein persönlicher Höhepunkt von Joas war ein live-übertragener Gottesdienst mit Quiz für die Ranger Ende Januar. Die Methodiken der regelmäßigen Konferenz sind vielfältig: „Spiele, virtuelle Gruppenarbeit, Theorie.“ Man rege die Kinder und Jugendlichen aber auch an, hinauszugehen. „So sollten sie selbst im Freien eine geheime Wegbeschreibung erstellen und den anderen beim nächsten Treffen vorstellen.“ Die Ideen für die Konferenzen entstünden in den virtuellen Teamtreffen. Anregungen kämen auch von anderen Stämmen und dem Dachverband. „Die Kinder, die bei den Konferenzen dabei sind, sind begeistert. Die Eltern finden toll, dass es stattfindet“, so Joas. Manche Familien würden es aber auch kritisch sehen, da die Kinder schon im Fernunterricht viel am PC sitzen. „Auch zu denen, die nicht online dabei sind, halten wir Kontakt, zum Beispiel telefonisch oder per Brief.“

Joas freut sich auch darüber, dass selbst während der reinen Videokonferenzphase neue Kinder dazu kamen. Auch die Leiter fänden die Onlinelösung gut. „Sie bedauern aber, dass nicht alle dabei sind.“ Trotz der Onlinetreffen: Jugend wie Leiter wünschten sich ihre Präsenztreffen zurück. „Vermisst werden vor allem Camps mit Übernachtung und Treffen mit anderen Stämmen.“ Vieles sei für 2021 noch unsicher. Dennoch plane man bereits Zeltlager – allerdings zunächst nur für den Wertheimer Stamm. „Überregionale Angebote kann es wohl erst ab Herbst geben“, bedauert Joas.

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