Blick in die Woche - Von fehlender Transparenz bis hin zu verschiedenen Ansichten Passiert - notiert - glossiert

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Hoffnung. Einen schönen guten Tag wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Zur Stunde scheint es, als wolle das Wetter ein bisschen was von dem wieder gutmachen, was es in der zurückliegenden Woche angerichtet hat. Blauer Himmel, weiße Wölkchen, Sonnenschein. Nur das mit den Temperaturen haut noch nicht so richtig frühlingshaft hin - und das mit den weiteren Aussichten leider auch nicht.

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Ausgetobt. Nachdem er sich jahrelang mit "Lukas/Lucas" um Platz eins gestritten hat, ist "Niklas/Niclas" 2014 gar aus den "Top 20" der beliebtesten deutschen Vornamen für Jungs gerutscht. Das hat ein Hobbyforscher, der schon lange Statistiken darüber führt, herausgefunden. Stellt sich die Frage, ob das eine Vorahnung bei den Eltern war, oder handelte es sich bei dem, was diese Woche wettermäßig abging, etwa um "Niklas' Rache"?

Verfahren. War da etwa das Navigationsgerät nicht umprogrammiert und hatte die Besucherin in die Irre geführt? Oder war rein gedankenmäßig "alt" noch nicht gegen "neu" getauscht? Für ein Krankenkassen-Kundencenter in der Bismarckstraße - wie von der Autorin des Artikels in der vorvergangenen Woche geschrieben - hätte es keiner Neueröffnung bedurft. Denn da war es bisher. Für eines in der Bahnhofstraße hingegen schon. Denn da ist es jetzt.

Überraschung. Dass die Nachricht unerwartet gekommen sei, klingt schon fast ein wenig untertrieben. Der zweite Standort für eine Flüchtlingsunterbringung soll also in Bestenheid sein. Jedenfalls laut Landkreis, während es vonseiten der Stadt heißt, man sei noch in der Prüfung. Transparenz sieht anders aus - und geschickte Kommunikation auch. Wer sich den Schuh anziehen muss, sei dahingestellt. Dafür erfährt man letztlich einfach zu wenig. Beim gesamten Thema Asylbewerberunterkunft in der Großen Kreisstadt scheinen sich Wertheim und der Main-Tauber-Kreis (wieder einmal) nicht mit Ruhm zu bekleckern. Man fragt sich, wann sich die Beziehungen der beiden kommunalen Ebenen wohl wieder normalisieren werden.

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Historisch. Eine Frage an die Forscher auf dem Gebiet der Heimatgeschichte: Gab es in den 111 Jahren des Bestehens des Historischen Vereins Wertheim eigentlich eines, in dem entweder Vater Otto oder nach ihm Sohn Erich Langguth nicht im Vorstand saßen?

Veraltet. Das, was jetzt kommt, hat nichts mit dem zu tun, was direkt darüber steht: Denn veraltet scheint die Denkweise des einen oder anderen Mitglieds im Wertheimer Gemeinderat zu sein. Bei der möglichen Ansiedlung eines großen Handelsobjekts automatisch und reflexartig an schlecht bezahlte Aushilfs- und Mini-Job-Arbeitsplätze zu denken heißt, die eine oder andere Veränderung, die es längst auch auf diesem Gebiet gegeben hat, nicht mitbekommen oder einfach ignoriert zu haben.

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Weiter. Da mögen einige - und möglicherweise nicht nur Genossinnen und Genossen - schon erschrocken sein, als es im Bericht über die jüngste Kreisdelegiertenkonferenz hieß, "im Rechenschaftsbericht des letzten Vorstands". Einige Zeilen weiter kam dann auch gleich die Beruhigung: Es war gar nicht der letzte Vorstand, es gibt wieder einen. Und frei nach dem "großen Philosophen" Oliver Kahn ("weiter, immer weiter") wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch dieser nicht der letzte Vorstand sein, sondern es gibt danach wieder einen und danach wieder und . . .

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Ansichtssache. Für den einen war das Glas halb voll, für den anderen halb leer. War nun die Berichterstattung über den Verlauf des Ostermarkts zu positiv, wie manche Kritiker zu bemängeln hatten? Nein, findet der Autor dieser Zeilen und finden auch viele von denen, die sich bei der Veranstaltung wirklich ins Zeug gelegt hatten, um dem zu trotzen, gegen das man nun einmal (zum Glück) nichts machen kann. Ob nun all die Besucher, die sich lobend geäußert haben, auch wirklich Geld in den Kassen ließen, kann von dieser Stelle aus nicht ergründet werden. Aber kein Prophet muss man sein, um abschätzen zu können, welche Reaktionen es vor allem von auswärtigen Besuchern gegeben hätte, wäre man dem Wunsch/der Forderung einiger nachgekommen und hätte den Ostermarkt kurzfristig abgesagt.

Verdienste. Sie haben bisher den Hinweis auf besondere Tage vermisst. Hier kommt einer: Heute vor genau 115 Jahren wurde Hans Löber geboren. Die Stadt Wertheim verdankt ihm viel. Das Glasmuseum ist nur eines davon. Wer sich nicht mehr erinnert: Löber legte - zusammen mit einigen anderen - den Grundstein für die Ansiedlung der Glasindustrie an Main und Tauber. Am 27. Januar 1978 ist er gestorben.

Eiersuche. Wenn sie diese Zeilen lesen, hat das lange Wochenende schon begonnen. Haben Sie sich etwas Besonderes vorgenommen? Wie wurde doch jüngst Johannes Moldan in dieser Zeitung zitiert? Einen "Ironman", das könne man an einem Sonntag ja mal machen. Es muss ja nicht gleich ein 16. Platz dabei herausspringen, wie für den Wertheimer vergangene Woche in Südafrika. Aber es gibt sicher auch weniger anspruchsvolle und anstrengende Tätigkeiten. Dabei viel Spaß und ein schönes Osterfest. Elmar Kellner