Immobilienmarkt - Kauf des Bahnhofsareals steht kurz vor dem Abschluss / Vertrag zwischen Stadtentwicklung und der Deutschen Bahn-Tochter noch nicht geschlossen Noch sind die Füller nicht gezückt

Von 
Heike Barowski
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Auf der Immobilienseite der Deutschen Bahn ist der Wertheimer Bahnhof nicht mehr zu finden und die Stadt bestätigt abgeschlossene Verhandlungen. © Heike Barowski

Die Stadt will jetzt Nägel mit Köpfen machen und der Deutschen Bahntochter Station und Service den Wertheimer Bahnhof abkaufen – für die Stadtentwicklung ein durchaus sinnvoller Schritt.

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Wertheim. Gibt man auf der Internetseite der zu verkaufenden Bahn-immobilien die Wertheimer Postleitzahl als Suchkriterium ein, wird man nicht mehr fündig.

Bis vor kurzem pries die Bahn hier noch das 1195 Quadratmeter große Areal mit einem Gebäude aus dem Jahr 1971 und zwei Freiflächen an. Als Kaufsumme aufgerufen wurden 200 000 Euro.

Jetzt ist der Bahnhof verkauft – oder besser, so gut wie. Denn: Noch ist der Vertrag (Stand Freitagmittag) zwischen Bahn und der Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg), ein Tochterunternehmen der Stadt, nicht unterschrieben.

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Der Geschäftsführer der Steg, Edgar Beuchert, kann sich an diesem Mittag nur darüber wundern, woher das Gerücht des angeblich bereits unterschriebenen Vertrags kommt. Erst auf Nachfrage gibt Beuchert zu, dass die Verhandlungen sehr weit gediegen sind. „Ich denke, dass es zum Abschluss kommt“, sagt er und hält sich bedeckt. Das Vorgehen der Stadt ist nachvollziehbar, man wolle erst mit der Meldung an die Öffentlichkeit, wenn die Fakten geschaffen seien.

Ganz überraschend kommt dieser Kauf nicht. Mehrfach wurde im öffentlichen und sicher auch nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzungen darüber beraten, den bahnhof aus Gründen der Stadtentwicklung zu erwerben.

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Im August vergangenen Jahres besichtigte dann die Stadtverwaltung das Areal. „Der Bahnhof ist keine ganz einfache Immobilie, die man mal so nebenbei kauft“, sagte Stadtbaudezernent Armin Dattler damals.

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Edgar Beuchert: „Das Gebäude stand zum Verkauf und ich denke, dass eine Stadt wie Wertheim geradezu prädestiniert ist, dieses Areal zu erwerben, bevor es private Investoren tun.“

Welche Maßnahmen die Steg konkret nach der Vertragsunterzeichnung in Angriff nehmen wird, konnte Beuchert noch nicht sagen. Klar ist, dass man als einen ersten kleinen Schritt den gesamten Bereich attraktiver gestalten will (inklusive Biergarten), so dass der Bahnhof seiner Rolle als freundlicher Touristenempfang gerecht wird. Klar ist auch, dass die Gestaltung auch den bereits beschlossenen Kreisverkehr direkt vor der Tür umfasst. Mieter, wie beispielsweise der Gaststättenbetreiber, dürfen nach derzeitiger Aussage bleiben.

Nicht bleiben wird hingegen das im Gebäude befindliche Reisezentrum. Laut Pressemitteilung der Bahn soll es zum 3. Juli geschlossen werden. Den Service der Auskunft und des Fahrkartenverkaufs wird dann ein Reisebüro in der Nähe übernehmen. Mit diesem Schritt eilt die Bahn ihrer Zeit ein wenig voraus, denn diese Schließung sollte ursprünglich erst deutlich später passieren.

Über die Kaufsumme wollte Beuchert im Moment nichts Konkretes sagen. Ein Lächeln und Abwinken signalisierten jedoch, dass die Verhandlungen auch in diesem Punkt aus Sicht der Steg sehr erfolgreich verlaufen sind.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim