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In der Mehrzweckhalle - Über 100 Personen nahmen an der Bürgerversammlung teil / Energiegewinnung stand im Mittelpunkt

Nichts Konkretes zu Windrädern festzustellen

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Sonderriet. Zentrales Thema bei der Bürgerversammlung im Rahmen der Reihe Rathaus vor Ort am Donnerstag in der Mehrzweckhalle Sonderriet waren die Gerüchte rund um Windkraftanlagen bei Sonderriet und das Thema Energie. Über 100 Bewohner des Dorfs nahmen an der Versammlung teil.

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Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez verwies auf das von Baden-Württemberg und der Bundesrepublik ausgerufene Ziel zwei Prozent der Flächen für Windkraft zu nutzen. Für Investoren von Windkraft und Freiflächen -Photovoltaikanlagen seien dünn besiedelte Gebiete wie im Main-Tauber-Kreis interessant.

Bislang nur Ideen

Hinsichtlich möglicher Windräder bei der Deponie Heegwald sowie im Schenkenwald betonte er, es handle sich bisher nur um Ideen. Im Schenkenwald möchte das Fürstenhaus zusammen mit Investor und Projektentwickler bis zu sechs Anlagen mit je 250 Metern Höhe stellen. Hier sei die Idee grundlegend vorstellt worden. „Dort sind wir im Stadium Null der Projektentwicklung.“ Im Bereich der Deponie sei man erst im Stadium minus eins, sagte er bildlich. Die Stadtverwaltung sei vom Investor Volta Windkraft informiert worden, dass dieser die Idee habe, rund um die Deponie bis zu sechs Anlagen mit je 240 bis 250 Meter Höhe zu errichten. Die dafür interessanten Flächen gehören der Stadt und privaten Besitzern.

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„Bisher wurden noch keine konkreten Pläne vorgestellt“, betonte er, dass man noch ganz am Anfang stehe und alles offen ist. Bei beiden Gebieten habe die Stadt und der Gemeinderat die Planungshoheit, da die Flächennutzungspläne dort keine Vorranggebiete für Windkraft vorsehen.

Gesamtstrategie für die Stadt

Im ersten Schritt solle der Investor die Details der Verwaltung vorstellen, die dann die Gremien informiere, sagte Markus Herrera Torrez zum Stand der Idee für den Bereich Heegwald. Die Verwaltung sammle alle Informationen und stelle bei allen beteiligten Informationsgleichheit und Transparenz her. Danach gehe es um die Entwicklung einer Gesamtstrategie für Windkraft in der gesamten Kreisstadt. „Wir haben Verantwortung für nachhaltige Energie, diese ist aber nicht unbegrenzt“, so der OB. Man werde ein gutes Maß der Mitte finden, war er überzeugt. Wenn es bei den Projekten konkreter werden sollte, diskutiere man die Pläne auch mit den Menschen vor Ort, betonte man, dass man die Einwohnersicht in die Entscheidungen einbeziehen werde.

Aus Reihen der Bürger wurden die Auswirkung auf das Landschaftsbild und die Sorge um bedeutenden Schattenwurf von Anlagen bei der Deponie auf Sonderriet befürchtet. Außerdem wurden Sorgen vor Lärmbelastung artikuliert

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Energiesparen angeregt

Weiterhin stellte ein Bürger fest, dass man bei der ganzen Energiediskussion das Thema Energiesparen vernachlässige. Daher wollte er wissen, was die Stadt hier konkret tue. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass man durch die Möglichkeit der finanziellen Beteiligung der betroffenen Einwohner die Akzeptanz für die Windräder steigern könne.

Achim Hörern, Referatsleiter Tiefbau bei der Stadtverwaltung erklärte, die Stadt engagiere sich stark beim Energiesparen. Er verwies auf die energetische Sanierung von Gebäuden, die man seit Jahren angehe. Wo es die Dachstatik zulasse und es wirtschaftlich sei, errichte man sukzessive auch PV-Anlagen auf Dächern öffentlicher Gebäude. Weiter wurde auf die PV-Anlagen-Pflicht auf Dächern bei Neubauten und Dachsanierungen gemäß Landesgesetzen verwiesen.

Herrera Torrez ergänzte, man sei in Sachen Energiesparen als Verwaltung Vorbild und motiviere auch die Vereine dazu. Bei privaten Bestandsgebäude wie von Firmen habe man keine Möglichkeit PV-Anlagen anzuordnen.

Zur Windkraft erklärte er, seiner Meinung nach, dürfe in der problematischen Situation in Sachen Energieversorgung optische Fragestellungen nicht entscheidend sein. Eine Schallbelastung sei aber ein gewichtiges Argument, das bei der Festlegung der Abstandsflächen berücksichtigt werden muss. „Windräder dürfen die Anwohner nicht krank machen.“

Hinsichtlich des möglichen Schattenwurfs sagte er, seine Auswirkungen würden im Genehmigungsverfahren untersucht. Neue Windkraftanlagen hätten eine automatische Steuerung die sie bei mehr als 30 Minuten Schattenwurf pro Tag auf bestimmte Bereiche abschaltet.

Hinsichtlich der finanziellen Bürgerbeteiligung berichtete er, man versuche in diesem Punkt auf die Investoren Einfluss zu nehmen. Generell seien diese dafür offen.

Auswirkungen auf Rotmilan

Weiter erklärte der Rathaus-Chef, das nach dem EEG Gesetz die Gemeinde 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde der Windräder erhält. „Diese Einnahmen sollen den von den Windrädern betroffenen Ortschaften zugutekommen.“

Auf die Frage nach negativen Auswirkungen von Windrädern im Bereich Heegwald auf den dort heimischen Rotmilan wurde erklärt, die Höhe der neuen Windräder würden über dessen Flughöhe liegen.

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