Einführung - Neue Dekanin des Kirchenbezirks Wertheim ist offiziell bereits seit August im Amt / Festgottesdienst mit geladenen Gästen Neue Dekanin will „zusammen Kirche sein“

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Nadine Schmid
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Bei einem Festgottesdienst begrüßte die Emmaus-Gemeinde Wibke Klomp als neue Dekanin und Gemeindepfarrerin. Die meisten Wertheimer konnten Corona-bedingt nur virtuell dabei sein.

Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh segnet die neue Dekanin Wibke Klomp für ihr Amt. © Nadine Schmid
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Wertheim. Es war sicher nicht der übliche Festgottesdienst, den die Emmaus-Gemeinde in der Stiftskirche feierte, um Wibke Klomp als ihre neue Gemeindepfarrerin und Dekanin des Kirchenbezirks Wertheim in ihr Amt einzuführen. Aber gerade deshalb war es ein eindrucks- und hoffnungsvolles Zeichen, das da am Donnerstagabend aus der hell erleuchteten Stiftskirche in die Stadt hinaus ging. Der einzige Wermutstropfen: Nur geladene Gäste und nicht die ganze Gemeinde konnten teilnehmen. Deshalb wurde der Gottesdienst aufgezeichnet, sodass alle Gemeindemitglieder zumindest virtuell die Einführung ihrer neuen Pfarrerin miterleben können.

Die Gemeindemitarbeiter und Kirchenältesten hatten alles hergerichtet, um die Veranstaltung unter den notwendigen Hygienebedingungen durchführen zu können, von der Platzzuweisung bis zu den liebevoll in Tüten verpackten „Snacks to go“ für das anschließende gemütliche Beisammensein.

Alle Anwesenden freuten sich, dass die Stelle des ehemaligen Dekans Hajo Büsing nach einjähriger Vakanz nun wieder besetzt ist. Das merkte man dem Gottesdienst und den Grußworten gleichermaßen an. Und auch die neue Dekanin, die offiziell seit 1. August im Dienst ist, strahlte Freude an ihrer Aufgabe für die nächsten acht Jahre aus.

Optimist als Verbündeter

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Denn sie hat ja schon einen wertvollen Verbündeten gefunden: einen weißen Optimisten des Künstlers Otmar Hörl. Damit der Wertheimer Optimismus bis nach Karlsruhe strahlt, überreichte Bürgermeister Wolfgang Stein einen ebensolchen in strahlendem Gelb Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, um ihn mit nach Karlsruhe zu nehmen. Von dort war der Bischof angereist, um Klomp in ihr Amt einzuführen. „Fürchte dich nicht“, sei gerade in dieser Pandemie-Zeit eine wichtige Botschaft, so Cornelius-Bundschuh, und Klomp habe die Aufgabe angenommen, diese im Kirchenbezirk Wertheim zu verkünden.

Als eine ihrer Hauptaufgaben sehe sie, miteinander im Gespräch zu sein, so Klomp, „damit wir zusammen Kirche sind“. Damit hatte sie bereits im vergangenen Herbst die Bezirkssynode überzeugt, wie sich deren Vorsitzender Ekkehard Hüneburg erinnerte. Besonders habe ihn überzeugt, dass Klomp an der Stelle vor allem gefallen habe, dass sie mit halber Zeit Gemeindepfarrerin sein konnte.

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Nicht nur die Kirchensynode gewann die bisherige Dekanstellvertreterin für sich, sondern auch den Patronatsherren Ludwig Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, der in der Stiftskirche traditionell sein Placet zu jeder Neubesetzung geben muss. Man merkte seinem Grußwort an, dass er das gerne tat: „Die Gemeinde braucht eine gute Seele – und den größten Optimisten an ihrer Seite, den im Himmel. “

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Dass sie in eine große Gemeinschaft eingebunden ist, zeigten die vielen Mitzelebranten aus den angrenzenden evangelischen Gemeinden und die anwesenden Mitglieder des Kirchengemeinderats. Sie versprachen feierlich, Klomp als ihre neue Dekanin anzunehmen. Der Vorsitzenden der Emmaus-Gemeinde, Anne Cathrin Merklein, merkte man die Freude an: „Man sagt, Vorfreude ist die schönste Freude, aber so lange hätte sie für uns nicht sein müssen“, spielte sie auf das Jahr ohne eigenen Pfarrer an. Die Aussicht auf Klomps Kommen habe die Durststrecke erleichtert. „Die schönste Freude ist jetzt dieser Augenblick“, fasste sie zusammen.

Der Gratulantenschar schloss sich die Sozialdezernentin Elisabeth Krug als Vertreterin des Landkreises an. Sie betonte die Schnittmengen und den regelmäßigen konstruktiven Austausch mit den fünf Dekanen der beiden großen Konfessionen.

Ökumene großes Anliegen

Ein wichtiges Anliegen der Gemeinde und des Bezirks sei die Ökumene, erklärte Schuldekanin Cornelia Wetterich, welche die Moderation übernommen hatte. So überbrachte Dekan Gerhard Hauck aus Tauberbischofsheim die Glückwünsche der Katholiken. Er freue sich, dass so viele Vorreiter gemeinsame Gottesdienste gemacht hätten und verglich die ökumenische Landschaft mit einer Blumenwiese mit unterschiedlichen Blumen. So bekam Klomp gleich Samen für ihren neuen Garten – den echten und den spirituellen – von ihm geschenkt.

Die Chöre unter Leitung von Bezirkskantorin Katharina Wulzinger begrüßten die Gäste bereits auf dem Platz vor der Stiftskirche und begleiteten durch den Gottesdienst, unterstützt von Kirchenmusikdirektor Carsten Klomp an der Orgel. Für den anschließenden Stehempfang hatte sich draußen der Posaunenchor formiert. So musste man trotz Beschränkungen nicht auf die musikalische Umrahmung verzichten.

Für die Kollekte hatte sich Klomp zwei Zwecke ausgesucht, die erahnen lassen, was ihr bei ihrer zukünftigen Arbeit wichtig sein wird: Zum einen die „Goldenen Minuten“, die der Sozialstation mehr Zeit in der Pflege ermöglichen, zum anderen die „Heilpädagogische Unterstützung in den Kitas“.