Solidarität betont - Premiere der Lichteraktion auf dem Marktplatz drückte den Willen zum gemeinsamen Miteinander aus "Neubürger haben der vielseitigen und lebendigen Stadt Wertheim immer gutgetan"

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Bei der Lichteraktion auf dem Wertheimer Marktplatz wurden die Solidarität und die Offenheit der Stadt betont.

© Kellner

Wertheim. "Gemeinsam sind wir Wertheim. Wir achten einander." Das war die Botschaft von annähernd 100 Menschen, die sich am Samstagabend auf dem Marktplatz versammelten. Mit Worten, Liedern und nicht zuletzt dem Licht ihrer brennenden Kerzen drückten sie ihren Willen zur Solidarität und für ein friedliches Miteinander aus.

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Initiiert hatten die Veranstaltung, die erstmals in Wertheim stattfand und sich an die Aktion "Eine Million Sterne" des Deutschen Caritasverbandes anlehnt, die Bezirksbeauftragte des evangelischen Kirchenbezirks für Flucht und Migration, Elvira Leskowitsch und Alex Schuck von der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe. Sie haben aber darüber hinaus viele weitere Partner ins Boot geholt, wie sie in ihrer Begrüßung sagten. Dazu gehörte auch die Kommune.

"Wertheim ist eine lebendige, eine vielseitige, eine sich immer weiter entwickelnde Stadt", sagte Bürgermeister Wolfgang Stein. Dies verdanke man auch den Menschen, die neu zugezogen seien. "Diese Neubürger haben, das zeigt die jüngere Stadtgeschichte, immer gutgetan." Der Bürgermeister erinnerte an die Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, an die Soldaten der US-Garnison, Russlanddeutsche nach dem Ende des "Kalten Kriegs" und "schließlich in jüngerer Zeit die geflüchteten Menschen aus Syrien und anderen Krisengebieten".

Wertheim sei eine hilfsbereite und eine engagierte Stadt, betonte Stein und wünschte sich, "dass alle Bürgerinnen und Bürger offen und ohne Vorbehalte auf andere zugehen, sie in die Gemeinschaft aufnehmen, unabhängig von Hautfarbe, Nationalität und Religion". In seinen Augen ist "Wertheim es wert, Heimat für viele Menschen zu sein".

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Barde Bousch Bardarossa hatte für diesen Anlass eigens ein Lied geschrieben. "Ich achte dich, du achtest mich. Jeder ist ein Teil vom Licht", heißt es darin.

Fatima aus Syrien, die in einer Einrichtung der Jugendhilfe Creglingen lebt, wünschte allen Flüchtlingen, "dass sie auch so viel Hilfe bekommen wie ich". Sie mahnte gleichzeitig, "wir sind zu Gast hier und müssen uns gut benehmen". Die Aktion passe gut in die Zeit, so Gemeindereferent Herbert Buhleier. Für die katholische und die evangelische Kirchengemeinde sprechend wies er darauf hin, dass der Mensch Gottes Ebenbild sei, egal wo er herkomme.

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Geboren in der Eichelgasse ist Trudel Dosch eine Ur-Wertheimerin und freute sich als solche über die freundlich lachenden und grüßenden jungen Männer. Angesichts der Neuankömmlinge, aber auch angesichts der vielen jungen Menschen, die zu der Aktion auf dem Marktplatz zusammengekommen waren, sei ihr "kein bisschen Angst um unsere Zukunft". Dann bestand Gelegenheit zum Gespräch und sich mit einem Apfelpunsch, der von der Apfel-AG des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums angeboten wurde, aufzuwärmen. ek