Amtsgericht - Nächtliche Schlägerei in Külsheim Mutter muss 600 Euro Strafe zahlen

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goe
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Wertheim/Külsheim. In der Straße Grenzweg in Külsheim ereignete sich im April 2020 eine nächtliche Schlägerei. Ein Familienvater erlitt Verletzungen am Kopf (Erbrechen, Schwindel, Gedächtnisverlust) sowie am Oberkörper. Er befand sich stationär im Krankenhaus und war 17 Tage krank geschrieben. Wegen gemeinschaftlicher und schwerer Körperverletzung mussten sich beim Amtsgericht Wertheim ein Arbeitsloser aus Külsheim sowie seine Mutter verantworten.

Einfache Körperverletzung

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Nur wegen einfacher Körperverletzung erhielt im Oktober der 31-Jährige eine Strafe von 50 Mal 15 Euro. Die Mutter blieb der Verhandlung ohne Entschuldigung fern, und der Sohn konnte über ihren Verbleib keine Angaben machen. Der Kontakt sei abgebrochen.

Nun, zu einem zweiten Termin, kam die 54-Jährige. Laut Anklageschrift hatte der Beschuldigte gegen 23.35 Uhr den Geschädigten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Als dieser flüchtete, habe die Mutter ihn geschubst. Den am Boden Liegenden hätten beide mit Fäusten geschlagen, und der Sohn habe gegen Rücken und Kopf getreten.

Unterschiedliche Aussagen

Den unterschiedlichen Aussagen in der Verhandlung war zu entnehmen, dass es am Tattag zahlreiche Telefon-, SMS- und Whatsapp-Kontakte mit Beschuldigungen und Beleidigungen gab.

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Vor Arbeitsbeginn um Mitternacht fuhr der Geschädigte noch mit dem Auto bei der Angeklagten und ihrem Sohn vorbei, um ein Unterlassen der Beleidigungen zu verlangen. Nachdem er geklingelt hatte, traf man sich auf der Straße.

Die Version der Angeklagten und ihres Sohnes als Zeuge, der Angriff sei vom Geschädigten ausgegangen, und man habe nur aus Notwehr zurückgeschlagen, beziehungsweise sie habe lediglich ihrem Sohn geholfen, fand bei Staatsanwaltschaft und Gericht keinen Glauben.

Tathergang schwer zu beurteilen

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Abschließend nannte es die Richterin „schwer zu beurteilen“, wer von den Männern die Schlägerei begonnen habe. Der überwiegende Beitrag dazu sei aber vom Sohn ausgegangen, und die Mutter habe sich eingemischt, obwohl Notwehrlage nur beim Geschädigten bestand.

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Die Richterin verurteilte sie wegen einfacher Körperverletzung zur Strafe von 40 Mal 15 Euro. goe