54. Wettbewerb "Jugend musiziert" - Beim zweiten Vorbereitungskonzert der Jugendmusikschule bewiesen die Kinder und Jugendlichen ihr Können Musikschüler begeisterten mit ihren Leistungen

Von 
Birger-Daniel Grein
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Wertheim. Mal getragen und verträumt, dann wieder lebendig waren die Stücke, die die jungen Musiker beim zweiten Vorbereitungskonzert der Jugendmusikschule am Freitag im Barocksaal des Rathauses darboten. In der Spielfreude der Wertheimer Teilnehmer des diesjährigen "Jugend musiziert"-Wettbewerbs spürten die Zuhörer deutlich das Motto der Einrichtung: "Wir lieben und leben Musik".

Der neunjährige Finn Schreiner bewies beim Vorbereitungskonzert für Jugend musiziert, dass das Schlagzeug mehr als ein Begleitinstrument ist.

© Grein

Überzeugendes Spiel

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In ihrer Begrüßung bedauerte Musikschulleiterin Fedra Blido, dass die Beiträge der Harfenistin leider entfallen. Man freue sich jedoch, viele Pianisten zum Wettbewerb entsenden zu können. Die Klavierabteilung der Schule sei nicht nur groß, deren Schüler seien auch bis auf die Bundesebene des musikalischen Wettbewerbs erfolgreich. Neben "alten Hasen" gebe es Teilnehmer, die erstmals antreten und solche, die das erste Mal mit einem neuen Instrument vertreten sind.

Auf ihrem Weg zur Bühne waren die Musiker sichtlich nervös, begannen sie aber zu spielen, schien alle Anspannung von ihnen abzufallen. Neben acht Pianisten zeigte am Freitag auch ein Schlagzeuger sein Können.

Das Konzert begann mit den Teilnehmern der Kategorie "Klavier solo". Der erste Teil war den jüngeren Schülern vorbehalten, die jeweils drei Stücke darboten.

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Den Anfang machten drei zehnjährige Musikerinnen aus der Klasse von Fedra Blido. Lucia Behringer tauchte hochkonzentriert in die Musik ein. Dabei erfreute sie die Gäste unter anderem mit der "Polonaise B-Dur" von Frédéric Chopin und dem zweiten Satz aus der "Sonatine F-Dur" von Ludwig van Beethoven.

Luise Braun hatte bereits mit dem Kontrabass erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen. Beim Vorbereitungskonzert konnte sie auch am Klavier überzeugen. So ließ sie den Schabernack des "Kobold" von Edvard Grieg musikalisch lebendig werden. Bei ihrer gelungenen Darbietung des Stücks "Der Engel" aus der Suite "Andersons Märchen" von Serge Bortkiewicz spürten die Zuhörer das Wesen förmlich durch den Himmel gleiten.

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Katharina Gläser spielte gekonnt unter anderem das "Venetianische Gondellied" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Bei ihrer "Boogie-Woogie Sonatina" von Manfred Schmitz wibbte das Publikum mit den Füßen mit.

Verschiedene Musikepochen

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Die elfjährige Carolin Holaj aus der Klasse von Evgenija Skripal zeigte nicht nur bei der "Variation über ein Thema von Paganini" von Isaak Berkowitsch ihre Spielfreude. Ein weiteres Stück war "Ragtime" von Genadij Sasko.

Leopold Braun (Klasse Fedra Blido) begann mit der "Bagatelle op. 33 Nr. 2 - Scherzo" von Beethoven. Bei "Nasteska's Dream on the New Year Eve" von Valerij Gavrillin ließ er das Publikum träumen. Die jungen Pianisten bewiesen, dass sie Stücke aus den verschiedenen musikalischen Epochen beherrschen.

Den Abschluss des ersten Teils bildete der Auftritt des neunjährigen Finn Schreiner aus der Klasse von Kurt Sitterli am Schlagzeug. Er tritt in der Kategorie "Drum-Set Pop" an. Mit seinen drei Stücken bewies er, dass sein Instrument mehr als reines Begleitwerk ist. So spielte er mit viel Begeisterung "Calypso Eclipsed" von Roy Burns. Begleitet von Musik aus dem Laptop überzeugte er mit "Fat Cats and Ugly Ducks" von Arjen Oosterhout, wobei sein Spiel klar den Auftritt dominierte.

Kraftvoll und ausdrucksstark

Nach der Pause schlug die Stunde der etwas älteren Pianisten, die alle in der Kategorie "Klavier solo" antreten. Die 14-jährige Agatha Ziegler (Klasse Evgenija Skripal) konnte mit gleich vier Stücken beeindrucken. Sie begann mit der "Französische Suite c-Moll - Allemande und Courante" von Johann Sebastian Bach. Weitere Stücke waren die "Etüde op. 25 Nr. 2 f-Moll" von Chopin und "Doctor gradus ad parnassum" von Claude Debussy.

Die letzten beiden Musikschüler (Klasse Fedra Blido) spielten wieder drei Stücke. Die 15-jährige Antonia Ebert brillierte unter anderem mit dem "Rondo op. 51 Nr. 1" von Beethoven und dem modernen "Lullaby" von Valerij Gavrillin. Der gleichaltrige Felix Liebler spielte zum Abschluss des gelungenen Abends Stücke wie Franz Schuberts "Impromtu" und "Nocturne" von Chopin kraftvoll und ausdrucksstark vor.

Neben dem kräftigen Applaus der Zuhörer gab es zum Abschluss anerkennende Worte von Fedra Blido. Alle Teilnehmer seien sehr gut vorbereitet gewesen. "Das Konzert hatte fast Preisträger-Niveau", erklärte sie begeistert. Sie hoffe, dass die Juryentscheidung der Leistung der Wertheimer Teilnehmer gerecht werde. Das Wichtigste sei jedoch die Freude am Musizieren.

Nun heißt es Daumendrücken für die jungen Musiker, die beim Regionalentscheid des Wettbewerbs am 4. und 5. Februar in Schwäbisch Hall antreten werden. Die Chancen auf einen Erfolg stehen jedenfalls gut, da waren sich Gäste und die Wirkenden der städtischen Jugendmusikschule einig.

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