Liederabend - Gesangverein "Frohsinn" Sachsenhausen bot eine besondere Reise durch den musikalischen Körper Musikalische Vielfalt und Schauspieltalent bewiesen

Lesedauer: 

Für 60 Jahre Treue zum Chor wurden Werner Hergenhan (Dritter von links) und für 40 Jahre Bernhard Grein (Zweiter von rechts) von Waltraud Herold vom Sängerbund Badisch-Franken ausgezeichnet.

© Grein

Sachsenhausen. Nicht einfach Zuhörer, sondern Studentinnen und Studenten der, zugegebenermaßen frei erfundenen, musikalischen Anthropologie begrüßte Moderator Klaus Fischer beim Liederabend des Gesangvereins "Frohsinn" am Samstag in der Turnhalle Sachsenhausen. Als Professor Dr. Notenspiegel wollte er den Zuhörern im Rahmen des "Gliederabends im Sachsenhäuser Hörsaal" diesen neuen Zweig der Geisteswissenschaft näher bringen. Sie befasse sich mit der spirituellen Wirkung der Musik auf den menschlichen Körper.

AdUnit urban-intext1

Diese besondere Wissenschaft teile ihn in sieben Bereiche mit den unterschiedlichsten Funktionen ein, die zwar völlig autonom funktionieren, doch erst zusammen harmonieren und das Gesamtbild des musikalischen Körpers ergeben. Im Laufe des Abends präsentierte er noch unveröffentlichte, völlig an den Haaren herbeigezogene Fakten der modernen spirituellen Medizin.

Jedem Chor war ein Körperteil zugeordnet. Der Gastgeberchor "Frohsinn" Sachsenhausen (Leitung Petra Röhrig) stimmte zu Beginn "S' ist halt so" nach einem Satz von Isolde Holzmann an. Weiterhin sangen sie "Übern See" von Lorenz Maierhofer. Das Lied "Marzipan", nach der Melodie von Lady in Black von Uriah Heep handelte von der Qual des Zahnwehs und dessen Behandlung. Hier zeigten sich die Sachsenhäuser als Schauspieltalente.

Seemännisch war der erste Auftritt des Gesangvereins "Eintracht" Vockenrot (Leitung Marita Tessmer). Das traditionelle "What shall we do with a drunker sailor" erklang nach einem Satz von Bert Ruf. Außerdem forderten sie musikalisch "Nun hievt den letzten Anker hoch!". Im zweiten Teil sangen sie unter anderem "Liebe und Licht" von Christian Anders.

AdUnit urban-intext2

Frühlingshaft wurde es beim Männergesangverein "Frohsinn" Steinbach (Leitung Eva Wiesmann). Die Männer sangen "Im Frühling" von Roman Zybal und den "Frühlingsspaziergang" von Fritz Uhlau. Im zweiten Teil erklang unter anderem "St. Malo" von Santiano. Ebenso auf der See unterwegs war der Gesangverein "Sängerbund" Rauenberg unter der Leitung von Egon Schmitt. Dem "Dalmatinischen Fischerlied" von Robert Pappert folgte Willhelm Heinrichs "Kleine Barke im Wind". Bei ihrem schwungvollen Auftritt klatschte das Publikum bei "Als Freunde" von Gerd Onnen mit.

Der Gesangverein "Liederkranz" Nassig (Leitung Marion Winkler) bewies, dass er in vielen Sprachen zu Hause ist. So erklang Lorenz Maierhofers "Un poquito Samba" und I've got peace like a river" von Henry O. Millsby sowie beim zweiten Auftritt mit "Tourdion". Die Mitglieder des Gesangvereins Waldenhausen und ihre Chorleitung Christa Gutmann besangen ihre Träume von der Zukunft. Udo Jürgens folgte mit "Ihr von Morgen". Ihr zweiter Auftritt wünschte "Lebe, Liebe, Lachen". Die schönen Lieder "Arcabaleno" von Heinz Gietz und "Der Hahn von Onkel Giacometo" von Richard Tares trug der Männergesangverein Kreuzwertheim (Chorleitung Otto Vogel) vor. Im zweiten Teil lauschten die Gäste "My way - So leb' dein Leben" von Frank Sinatra in der Chorfassung von Peter Schnur.

AdUnit urban-intext3

Eine besondere Anerkennung gab es für zwei langjährige Chorsänger. Werner Hergenhan vom Gesangverein "Frohsinn" Sachsenhausen wurde für 60 Jahre aktive Chormitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel des deutschen Chorverbands ausgezeichnet. Bernhard Grein vom Männergesangverein "Frohsinn" Steinbach erhielt die goldene Ehrennadel für 40 Jahre Chorgesang. Die Ehrung nahm Waltraud Herold, Vorsitzende des Sängerbunds Badisch-Franken, vor. Allen Sängern dankte sie für ihr Engagement für den Chorgesang. Singen sei eine emotionale Form der Kommunikation, so Herold. Die Weltsprache Musik verbinde Menschen und sei so eine Friedensdemonstration, ein Manifest gegen jede Form von Ausländerfeindlichkeit.

AdUnit urban-intext4

Werner Hergenhan trat seinem Sachsenhäuser Verein im Alter von 17 Jahren bei und ist bis heute aktiv. Hergenhan sei für junge Sänger ein Vorbild in Sachen Chorgesang und Vereinstätigkeit. Bernhard Grein trat 1976 in seinen Steinbacher Verein ein und singt dort noch heute. In der heutigen Zeit sei ein solches langes Engagement etwas Besonderes, so Waltraud Herold

Lobende Worte für die treuen Mitglieder gab es außerdem von Norbert Schneider, zweiter Vorsitzender des Männergesangvereins "Frohsinn" Steinbach und Thomas Roth, Vorsitzender Gesangverein "Frohsinn" Sachsenhausen. bdg