Verkehr - Gemeinderat stimmt einhellig einer Kooperation zwischen Landkreisen und Städten zu / Bisherige Betreiberfamilie sah wegen steigender Kosten keine Zukunft für Verbindung über den Main „Mondfähre“ wird verstaatlicht – Kommunen springen ein

Von 
Gerd Weimer
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Die Main-Fähre in Mondfeld. © Heike Barwoski

Wertheim/Mondfeld. Die Mondfelder Fähre wird ab November in kommunaler Trägerschaft betrieben. Partner sind die Städte Wertheim (25 Prozent Beteiligung) und Stadtprozelten (10) sowie die Landkreise Main-Tauber (32,5) und Miltenberg (32,5). Das Schiff fährt unter der Flagge des Zweckverbands Mainhafen Main-Tauber, an dem der Landkreis und Wertheim beteiligt sind.

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Die zu erwartenden Verluste des Fährbetriebs bis zu 80 000 Euro werden aufgeteilt: Wertheim 20 000 Euro, Stadtprozelten 8000 Euro, Main-Tauber-Kreis und Kreis Miltenberg je 26 000 Euro. Die Zustimmung des Kreistags Main-Tauber am Mittwoch wurde von den Fraktionsvorsitzenden und dem Landrat signalisiert. Die anderen Partner haben bereits zugestimmt, wie auch der Wertheimer Gemeinderat am Montag – einstimmig.

Somit wäre die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Baden-Württemberg und Bayern gesichert. Die Betreiber-Familie Hörnig aus Mondfeld sah wegen der Verluste keine Zukunft. Bruno Hörnig geht mit 78 Jahren in den Ruhestand. Sein Sohn Jens scheut vor einer Übernahme zurück, da die Kosten für Personal, Wartung, Treibstoff, Versicherungen überhand nehmen.

Ulrike Müller von der Stadtverwaltung beschrieb den Nutzen der Verkehrsverbindung: Pendler vermeiden Umwege von bis zu 23 Kilometern. Das bringt Entlastung der Main-Anwohner von Lärm und Schadstoff. Der Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes kommt schneller zum Einsatzort. Auch Post- und Paketdienste nutzen die Fähre, wie ältere Mondfelder Bürger, die in Stadtprozelten Lebensmittel und Medikamente einkaufen.

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Die Fraktionen des Gemeinderats lobten die kommunale Kooperation denn auch. Allerdings mussten die drei Grünen im Kommunalparlament den ein oder anderen Seitenhieb einstecken. Denn im Gegensatz zur bayerischen Staatsregierung lehnte das grün-geführte Landesverkehrsministerium in Stuttgart eine Unterstützung ab.

Dafür fehle die Rechtsgrundlage. OB Markus Herrera Torrez, der (scherzhaft) vorschlug, die Verbindung „Mondfähre“ zu nennen, meinte: „Da darf man ein Ministerium, gleich welcher Farbe, schon mal kritisieren.“ Birgit Väth (Grüne) sagte dazu: „Wir finden das auch schade“.

Redaktion Teamleiter Redaktion Wertheim