Ortschaftsrat Höhefeld - Investitionsstau bei Straßensanierungen kritisiert / Birken an der nördlichen Mauer des Friedhofs werden nicht gefällt Mittagsschlaf im Versammlungsraum

Von 
Hans-Peter Wagner
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Die Birken am Friedhof in Höhefeld dürfen vorerst stehen bleiben, da bisher keine erkennbaren Schäden an der Mauer entstanden sind. © Gerhard Klinger

Neue Vorschriften sorgen dafür, dass der Kindergarten in Höhefeld einen Ersatz-Ruheraum braucht. „Einzige Lösung“ ist nach Aussage der Zuständigen der Versammlungsraum im Bürgerhaus.

Im Ortschaftsrat notiert

Ortsvorsteher Christian Stemmler informierte, dass die Straßenlaternen im Hauptring repariert würden.

Die Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge habe 459,50 Euro ergeben. Dank gelte der Freiwilligen Feuerwehr Höhefeld ebenso wie den Spendern.

Zum Spielplatz „Untere Dorfwiesen“ habe es im Dezember 2019 den ersten Austausch mit der Stadtverwaltung gegeben. Bereits im Februar würden weitere Gespräche geführt.

Stemmler sagte, der Graben am „Strüthweg“ sei nachgebaggert worden, so dass Oberflächenwasser bei Starkregen ungehindert ablaufen könne. Ein Bürger sagte, das Wasser staue sich dennoch. Das Freischneiden von Hecken am „Wassersteinchen“, am „Hofgraben-Weg“ sowie an der „Klosterhöhe“ werde vom Bauhof geleistet. Das Freischneiden an Waldrändern sei gemeldet, eine Antwort der Verwaltung stehe aus.

Bis Ende Februar besteht die Möglichkeit, der Ortsverwaltung Anforderungen zur Feldwegunterhaltung oder zur Flickenteerung zu melden.

Zum Bürgerhaus-Internetanschluss im Nebenraum der Halle sagte Stemmler, dass der Dienst im nächsten Quartal zur Verfügung stehe.

Zum Bereich Bürgerhaus/Kindergarten gab Stemmler kund, dass die Funktion der Beleuchtung der Toiletten geprüft und überarbeitet wurde. Die Leuchtmittel der Außenbeleuchtung am Ausgang Spielplatz seien getauscht, der Austausch in der Halle verschoben. Der Kindergarten bekomme im Keller einen Anschluss für Waschmaschine und Trockner. Die Anschaffung werde von der evangelischen Kirchengemeinde übernommen. Zur Heizung sagte der Ortsvorsteher, dass für die Teile, die ausgetauscht werden müssten, Angebote bei der Stadt lägen.

Stemmler sprach illegale Müllablagerungen am „Äußeren Löhlein“ und am Grillplatz an. Er bat darum, solche der Verwaltung zu melden.

Stemmler verwies auf das Schlacht-Buffet am 31. Januar ab 17 Uhr, sowie tags darauf auf den Sträucherschnitt ab 9.30 Uhr am Bürgerhaus und den Schlepper-TÜV ab 13 Uhr an der alten Volksbank. Am Samstag, 15. Februar, sei Faschingstanz mit Showeinlagen. Er machte auf die Aktionen zum zehnjährigen Bestehen der Dorfgemeinschaft am 18. und 19. April und die Eröffnung des zweiten Teils des 113. Europäischen Kulturwegs in Höhefeld am 3. Mai aufmerksam. Er bat um Unterstützung bei der Aktion „Saubere Landschaft“ am Samstag, 29. Februar, ab 8 Uhr. hpw

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Höhefeld. Man wolle den positiven Schwung des neuen Jahres nutzen, sagte Ortsvorsteher Christian Stemmler zu Beginn der Ortschaftsratssitzung in Höhefeld am Dienstagabend. Viele Informationen prägten die Sitzung. Stemmler sagte mit Bezug auf die anstehende Blutspenderehrung, hier setzten sich aktive Menschen für andere ein. Der Ortsvorsteher zollte diesen freiwilligen Spendern großen Respekt. Er zeichnete Robert Sorger für dessen zehnmaliges Spenden mit der Blutspender-Ehrennadel in Gold, einer Urkunde und namens der Stadt Wertheim mit einem Weinpräsent aus.

Beim Rückblick auf das Jahr 2019 äußerte Stemmler, in Wertheim wie in Höhefeld habe sich durch die Oberbürgermeisterwahl und die Kommunalwahlen einiges getan. Durch neue Strukturen entstünden neue Impulse und Netzwerke, was wichtig sei für die Stadt und für die Dörfer. Der Ortsvorsteher lobte die sehr gute und offene Zusammenarbeit mit den Gremien, mit der Stadtverwaltung und mit den Ortschaftsräten. Im Jahr 2019 seien drei öffentliche und vier nicht-öffentliche Sitzungen abgehalten worden.

Der Dank des Ortsvorstehers galt auch den ortsansässigen Vereinen sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und Spendern, die sich bei zahlreichen Aktivitäten rund um Höhefeld eingesetzt hätte.

Zwei größere Baumaßnahmen

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Das Jahr 2019 sei aus Sicht der Ortsverwaltung ein gutes gewesen, so Stemmler. Man habe sich gleich über zwei größere Baumaßnahmen gefreut, die Erweiterung des Neubaugebiets und die Sanierung des Hauptrings. Die Schwierigkeit habe darin gelegen, dass beide Baustellen zeitweise parallel gelaufen seien. Sein Dank gelte allen Beteiligten.

Der Ortsvorsteher bezeichnete es als erfreuliche Idee einer Höhefelder Bürgerin, dass eine ökologische Ausgleichsfläche zum entstandenen Neubaugebiet geschaffen worden sei. Gemeinsam mit dem Verein für Obst- und Gartenbau sei auf der städtischen Fläche zwischen dem Gamburger Weg und den „Unteren Dorfwiesen“ ein Gemeinschaftsprojekt gestartet worden. Im Dezember 2019 habe man erste Bäume und Sträucher gepflanzt, ab April solle dort weiter gearbeitet werden.

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Die bisher zweimal erschienenen Höhefelder Dorfnachrichten kämen gut an, unterstrich Stemmler. Es gebe sie einmal je Quartal mit einer Auflage von 200 Stück, durch Unterstützung ortsansässiger Firmen inzwischen kostendeckend. Der Ortsvorsteher beendete seinen Rückblick so: „Unser Dorf hat Zukunft und wir dürfen nicht aufhören, unsere Zukunft zu gestalten.“

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Stemmler sagte mit Blick auf die Haushaltsplanung 2020, sämtliche Straßensanierungen seien auf das Jahr 2024 geschoben worden. Er sehe dies wie viele seiner Amtskollegen wegen des Investitionsstaus kritisch. Grünes Licht bekommen habe man jedoch für ein neues Feuerwehrfahrzeug in Höhefeld, die Auslieferung stehe 2020/21 an.

Der Ortsvorsteher nannte zur Haushaltsplanung 2020 als vorgesehen zwei Spendestationen für Hundekotbeutel und die Verdolung der offenen Wasserabführung des Löschweihers „Zäune“. Er ergänzte, der Bau eines Spielplatzes im Wohngebiet „Untere Dorfwiesen“ werde kommen. Das Gremium habe sich in nichtöffentlicher Sitzung einhellig dafür entschieden, eine Friedhofskarre mit einem Münzpfandschloss anzuschaffen. Diese werde im Frühjahr zur Verfügung stehen.

Beim Thema „drei Birken am Friedhof“ habe sich der Ortschaftsrat einstimmig dafür entschieden, so Stemmler, die Bäume an der nördlichen Mauer des Friedhofs nicht zu fällen. An den betroffenen Mauerabschnitten seien bisher keine erkennbaren Schäden vorhanden. Mauer und Gehwege würden zukünftig regelmäßig auf Schäden kontrolliert.

Versammlungs- wird Ruheraum

In einem baurechtlichen Verfahren stand die Anhörung einer Nutzungsänderung an, den Versammlungsraum im Bürgerhaus als Ersatz-Ruheraum für den Kindergarten nutzen zu können. Der Ortsvorsteher erläuterte, der Kindergarten nehme Kinder auch unter drei Jahren auf, dies sei notwendig. Aufgrund neuester Vorschriften müsse ein separater Ruheraum mit Schlafmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Die bisherige Nutzung der zweiten Spielebene für diesen Zweck werde nicht mehr genehmigt.

Nun werde zeitnah eine Interimslösung benötigt, betonte Stemmler. Es bleibe nur die Möglichkeit, den Versammlungsraum als Ersatz-Ruheraum auszuweisen. Dabei müssten Ertüchtigungen vorgenommen werden, zwei Türen würden durch Brandschutztüren ersetzt. Der Raum solle ein neues Element mit direktem Notausgang erhalten, ergänzend Video-Überwachung nur zu den Ruhezeiten sowie funkvernetzte Rauchmelder. Die Kosten beliefen sich auf etwa 15 000 Euro.

Nicole Segner, Leiterin des Kindergartens Höhefeld, erläuterte, es müsse wegen der geänderten Vorschriften einen separaten Schlafraum geben. Andernfalls werde dem Kindergarten die Betriebserlaubnis für zweijährige Kinder entzogen. Der Versammlungsraum werde vom Kindergarten nur tagsüber und nur für Schlafplätze genutzt. Sie selbst sei nicht glücklich mit dieser Lösung, „aber es ist die einzige“.

Im Kindergarten selbst seien derzeit alle Plätze belegt, so Segner, die Einrichtung werde auch in den nächsten Jahren ausgelastet sein. Bei der Beschlussfassung stimmten die Ortschaftsräte Norbert Kippes, Wolfgang Pilsner und Christian Stemmler dem Vorhaben zu. Ortschaftsrat Matthias Roos, für die Sitzung entschuldigt, hatte zuvor eine schriftliche Stellungnahme abgegeben, nicht zuzustimmen.

Einen Überblick rund um das Thema Fairtrade gab Marlise Teicke, Stadträtin und Vorsitzende der Steuerungsgruppe. Die für die Auszeichnung notwendigen Kriterien seien erfüllt worden, die Stadt Wertheim habe das Fairtrade-Siegel erhalten. Teicke warb darum, auch bei Höhefelder Veranstaltungen entsprechende Produkte anzubieten.