Amtsgericht - Versuchte gefährliche Körperverletzung

Mann wirft im Streit mit Barhocker

Von 
Alfons Göpfert
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Wertheim. Der Streit zweier Männern – ein kleinerer und ein größerer – auf einem Tankstellengelände in Bestenheid ging „nach hinten los“, für den kleineren der beiden. Er hatte gegen den anderen einen Barhocker geworfen. Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilte nun das Amtsgericht Wertheim den 43-Jährigen aus der Main-Tauber-Stadt zur Strafe von 60 Mal 25 Euro. Der Angeklagte saß im Oktober im Nebenraum auf einem Barhocker an einem Hochtisch und war „geladen“ mit Whisky-Cola. „Immer wieder“ mischte er sich in das Gespräch dreier Männer am Nachbarhochtisch ein, darunter der größere am Vorfall beteiligte Mann.

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Ermahnungen nützen nichts, im Gegenteil, der Angeklagte stieg vom Hocker, kam näher und wurde beleidigend. Der größere Mann, 45 Jahre, schob ihn zurück. Der Beschuldigte ergriff einen Barhocker, den man ihm abnahm, fasste erneut einen Barhocker und warf ihn gegen den Mann. Hätte dieser den Stuhl nicht mit den Händen abgewehrt, hätte er ihn „voll ins Gesicht“ bekommen.

Der Angeklagte befindet sich in Privatinsolvenz und absolviert eine Umschulung zu einem kaufmännischen Beruf. Er arbeitet mit der Suchtberatung zusammen und ist nach eigenen Angaben seit 6. April alkoholabstinent. Frühere Auseinandersetzungen mit dem anderen Mann seien verbal geblieben.

Im jetzigen Fall habe er den Barhocker zur Verteidigung gegen das Schubsen ergriffen, wegen seiner Bandscheibenprobleme könne er ihn nicht geworfen haben.

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Durch die Angaben der drei Zeugen vom Nachbartisch, einschließlich des größeren Mannes, gelangten Staatsanwaltschaft und Gericht jedoch zur Überzeugung, dass der Angeklagte mit dem Barhocker verletzen wollte. Zum Schluss der Verhandlung nahm der Beschuldigte das Urteil an.