Hohe Auszeichnung: Wenkheimer Kommunalpolitiker und langjähriger Kreisrat Walter Schmidt erhielt Bundesverdienstkreuz Leuchtendes Vorbild für Bürgerschaft

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Diana Seufert

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Wenkheim. Respekt, Ausdauer, Tatkraft, unerschöpflicher Einsatz und großes Verhandlungsgeschick: Die lobenden Attribute, die Walter Schmidt am Freitag zugesprochen wurden, wollten fast kein Ende nehmen. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Bürger Wenkheims, Werbachs und sein großes Engagement für die Gemeinschaft und die Kommunalpolitik im Gemeinderat und für die FDP im Main-Tauber-Kreis erhielt er am Freitag in der ehemaligen Synagoge in Wenkheim aus den Händen des baden-württembergischen Justizministers Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Die familiäre Atmosphäre der alten Synagoge, für deren Erhalt sich Walter Schmidt stark eingesetzt hat, war der würdige Rahmen für die Ehrung. Und der frühere Ortsvorsteher, von Wenkheim, Gemeinderat und Kreisrat hatte zu "seiner" Feier ganz besondere Wegbegleiter und Mitstreiter eingeladen, die ihm zu dieser Ehre beglückwünschten.

Justizminister Goll lobte die großartige Lebensleistung von Walter Schmidt und seine Erfolge als "leuchtendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement", mit denen er spürbar zum Wohl der Gemeinde und der Gemeinschaft beigetragen habe. "Intelligenz und Köpfen zusammen mit einem großen praktischen Geschick zeichnen Sie aus", unterstrich der Minister. In seiner Laudatio ging Goll auf den Werdegang des Wenkheimers ein, der bereits 1956 mit 14 Jahren in die elterliche Landwirtschaft eingestiegen war. Durch seine Arbeit in den verschiedenen Gremien in der Politik und auch in seinem Berufsstand habe er sich viele Sympathien und Respekt über die Parteigrenzen hinweg erworben. Goll unterstrich, dass das gesellschaftliche und kulturelle Leben auf ehrenamtlicher Tätigkeit beruhe. "Wenn die Demokratie von unten nicht da ist, fehlt sie oben ganz gewiss", gab Goll den Zuhörern mit auf den Weg.

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Dass Walter Schmidt Demokratie von unten gelebt hat und lebt, betonte der Minister mehrfach. Schmidt sei ein Vorbild für andere und verstehe es, andere Menschen zu motivieren und aktivieren und immer wieder neue Akzente zu setzen. "Man kann wichtige Probleme nicht alleine schultern, aber man kann schauen, dass sie auf die Tagesordnung kommen, damit vielleicht nach deinem Sinn entschieden werden kann und du damit dauerhaft und nachhaltig Erfolg hast", sei das Leitmotiv des Kommunalpolitikers. Damit sei er bei vielen Maßnahmen Motor und Helfer zugleich gewesen.

Lang war die Liste der Verdienste, die sich Schmidt in den vergangenen Jahrzehnten für das Gemeinwohl erworben hat. Goll nannte neben den kommunalpolitischen Aktivitäten in Gemeinderat, Kreistag und die Kandidatur für den Landtag auch die Dorfsanierung Wenkheim, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Schwimmbad, die Förderung des eigenen Berufsstandes sowie den permanenten Blick auf die Förderung der Jugend. Er habe an der Welzbachschule Akzente am Schulhof als "lebendiges Areal" und in der Betreuung der Kinder gesetzt, die Verbindung des Radwanderwegs nach Bayern unterstützt, die Dorfgestaltung mit der Verbesserung der Ressourcen und dem Pflanzen von 400 Obstbäumen voran gebracht, die Pflege der Trockenhänge im Kreis unterstützt, sich für die Geschichte des Ortes interessiert und für den Erhalt der ehemaligen Synagoge und der Mikwe alle Hebel in Bewegung gesetzt.

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Noch weitere Beispiele führte der Minister an und sprach von einer beeindruckenden Intensität der Tätigkeiten, bevor er Walter Schmidt offiziell das Bundesverdienstkreuz verlieh.

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Sichtlich bewegt war Walter Schmidt über die Ehrung und die "wohlwollende Betrachtung". Er sei mit seinem Lebenswerk zufrieden und stolz, mit seiner Gabe einen Beitrag für die Gemeinschaft geleistet zu haben, schmunzelte er. "Das Mitmachen hat sich gelohnt", betonte Schmidt, dass Frust und Verweigerung keine Lösung seien. Er dankte allen Mitstreitern und vor allem der Familie, die ihm besonders im vergangenen Jahr nach seinem Unfall stark unterstützt hätten.

Bei einem Empfang nutzten viele die Gelegenheit zu guten Gesprächen mit Walter Schmidt. Und Justizminister Goll ließ sich anschließend von Pfarrer Hansjörg Ghiraldin vom Verein zur Erforschung jüdischer Geschichte und Pflege jüdischer Denkmäler im tauberfränkischen Raum die restaurierte Mikwe zeigen.