Wieder geöffnet - Neue Regeln sorgen für erhöhte Wartezeiten von bis zu einer Stunde / Unsortierte Anlieferungen werden zurückgewiesen Lange Schlangen vor dem Recyclinghof

Von 
Birger-Daniel Grein
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Viel Geduld mussten die Leute mitbringen, die am Freitag den Recyclinghof in Bestenheid nutzen wollten. © Birger-Daniel Grein

Nach einer zeitweisen Schließung der Kompost- und Recyclinghöfen am 20. März wurden diese jetzt wieder geöffnet. In Bestenheid gab es beim ersten Öffnungstag lange Autoschlangen.

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Bestenheid. Den ersten Öffnungstag des Recyclinghof in Bestenheid nutzten am Freitagnachmittag zahlreiche Bürger, um ihren angesammelten Schrott und ihr Grüngut anzuliefern. Vor allem in der Hafenstraße aufwärts bildete sich eine lange Warteschlange, die fast bis zur L 2310 reichte. Auch im Straßenteil Richtung Otto-Schott-Straße stand Auto hinter Auto.

„Ich habe darauf gewartet, dass der Platz wieder öffnet“, sagt ein Mann. Er war mit seinem E-Bike mit Anhänger gekommen, um Grüngut anzuliefern. Da nicht so viel in den Anhänger passe, sei er gleich mehrfach gefahren. „Ich musste jedes Mal 45 Minuten bis über eine Stunde in der Schlange warten.“

Er vermutete, am Samstag würden die Wartezeiten noch länger, da dann alle frei haben: „Morgen ist hier die Hölle los.“

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Die Wartezeit entstand vor allem durch die neuen Auflagen, die dem Infektionsschutz dienen. Die Zahl der Benutzer der Entsorgungseinrichtungen wurde durch den Abfallwirtschaftsbetrieb Main-Tauber (AWMT) vorerst auf maximal drei Personen zur gleichen Zeit beschränkt. Dies führte zu den langen Warteschlangen außerhalb des Hofs.

Die Wartezeit war am Freitagnachmittag je nach Uhrzeit mal länger, mal kürzer. Waren bei der Öffnung nur wenige Pkw da, nahm die Zahl im Laufe der Zeit zu. Die beiden Platzwarte sowie ein Mitarbeiterin des AWMT sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

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„Es wird alles mögliche angeliefert. Die Leute nutzen die Zeit zu Hause zum Entrümpeln“, meinte die AWMT-Mitarbeiterin. Laut den Platzwarten war die Zahl der Anlieferer zwar etwas höher als an anderen Freitagen, die Ursache für die Warteschlangen sahen sie aber in der Begrenzung innerhalb des Hofs. Die überwiegende Mehrheit der Wartenden zeigte sich entspannt und geduldig.

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Das bestätigte auch die Mitarbeiterin des AWMT. Das Verständnis für die Maßnahmen sei da. Auch die vom Landratsamt vorgeschriebene Vorsortierung des Entsorgungsgut zu Hause hatten die Anlieferer umgesetzt. So konnte zügig und mit ausreichendem Sicherheitsabstand entladen werden.

Im Auto sitzen bleiben

Einige wenige der Wartenden beschwerten sich dann doch. Dabei war als Argument immer wieder zu hören, dass nur wenig abzuliefern habe und es auch hinein tragen könne. Nach Erklärung der Mitarbeiter seien die Warteregeln dann aber akzeptiert worden

In den Hinweisen des Landratsamt heißt es auch: „Die Wartenden müssen in ihren Anlieferfahrzeugen sitzen bleiben, bis sie in den Hof eingelassen werden.“ Auch dies wurde vom überwiegenden Teil der Kunden eingehalten.

In den Hinweisen des AWMT steht zudem, die Kompost- und Recyclinghöfe haben zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Der AWMT bittet jedoch darum, vor dem Hintergrund der Coronavirus-Situation folgende Regelungen zu beachten: Unkritische Abfälle wie Sperrmüll, Wertstoffe und Grüngut sollen zunächst zu Hause zwischengelagert werden, um die Entsorgungsstrukturen zu entlasten. Die Recyclinghöfe und Kompostplätze sollten nur wenn unbedingt notwendig aufgesucht werden.

Abfälle sollten nur in haushaltsüblichen Mengen angeliefert werden. Da die Entsorgungseinrichtungen an zwei bis drei Tagen in der Woche geöffnet sind, können über mehrere Tage verteilt jeweils kleinere Mengen angeliefert werden.

Weil die Einrichtungen erfahrungsgemäß besonders an Samstagen stark frequentiert sind, sollten möglichst auch die anderen Tage genutzt werden. Beides helfe, Staus und Wartezeiten zu vermeiden. Gleichwohl könne man Wartezeiten nicht vermeiden. Die Materialien sind vorsortiert anzuliefern, damit das Entladen zügig erfolgen kann. Unsortierte Anlieferungen werden zurückgewiesen.

Auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen den Benutzern und dem Personal der Entsorgungseinrichtungen ist zwingend zu achten. Anfallende Gebühren sollten abgezählt mitgeführt werden, damit kontaktloses Bezahlen über ein Behältnis unkompliziert möglich ist.

Der AWMT gibt in einer Mitteilung zudem Hinweise hinsichtlich des Abfalls aus Haushalten mit Infektionen oder Verdachtsfällen darauf. Laut einem bundeseinheitlichen Vorgehen wird es jetzt als unbedenklich angesehen, zusätzliche Müllsäcke neben die Restmülltonne zu stellen sowie Glasabfälle oder Pfandverpackungen bis zur Aufhebung einer Quarantäne im Haushalt zwischenzulagern.

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