Schülerbeförderung - Auf stark ausgelasteten Linien sollen mehr Fahrzeuge eingesetzt werden, um dem Abstandsgebot gerecht zu werden Land finanziert zusätzliche Schulbusse

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Elisa Katt
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Zum Schuljahresbeginn wird der ÖPNV im Main-Tauber-Kreis durch zusätzliche Busfahrten ergänzt. © VGMT/ Thorsten Haas

Main-Tauber-Kreis. Die Sommerferien sind fast vorbei, am Montag machen sich Kinder und Jugendliche im Main-Tauber-Kreis wieder auf den Weg in die Schule. Nach Monaten des Fernlernens gibt es nun wieder Präsenzunterricht für alle Klassen. Auf dem Schulgelände und während des Unterrichts gelten strenge Regeln, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Verstärkerfahrten im Main-Tauber-Kreis in der ersten Schulwoche

Derzeit sind in der ersten Schulwoche von Montag, 14., bis Freitag, 18. September, folgende Verstärkerfahrten vorgesehen. Wie das Landratsamt mitteilt, sind Anpassungen jederzeit möglich. Der aktuelle Plan der Zusatzfahrten steht auch unter www.vgmt.de zur Verfügung.

Linie 850: Montag bis Freitag, Einsatz eines Gelenkbusses an Stelle eines Solobusses. 6.18 Uhr: Brehmen- Pülfringen – Gissigheim – Königheim – Tauberbischofsheim; 7.03 Uhr: Großrinderfeld – Ilmspan – Schönfeld – Gerchsheim; 7.22 Uhr: Gerchsheim – Schönfeld – Ilmspan – Großrinderfeld – Tauberbischofsheim.

Linie 939: Montag bis Freitag, Verstärkerbusse. 7.22 Uhr: Berolzheim – Hohenstadt – Eubigheim; 12.18 Uhr: Eubigheim – Hohenstadt – Berolzheim; 13.04 Uhr: Eubigheim – Gerichtstetten.

Linie 945: Montag bis Freitag, Verstärkerbus. 6.56 Uhr: Oberbalbach – Unterbalbach, Ost – Unterbalbach, Oberbalbacher Straße – Königshofen, Rathaus – Lauda, Gemeinschaftsschule – Lauda, Schulzentrum.

Linie 955: am Donnerstag, Verstärkerbus. 13.04 Uhr: Bad Mergentheim, Deutschorden-Gymnasium – Wachbach.

Linie 959: Montag bis Freitag, Verstärkerbus: 7.11 Uhr Igersheim, Kaufland – Markelsheim – Elpersheim - Weikersheim, ZOB; Donnerstag, Verstärkerbus: 16.11 Uhr Weikersheim – Laudenbach.

Linie 963: Montag bis Freitag, Verstärkerbus. 6.39 Uhr: Creglingen, ZOB – Niederrimbach – Neubronn – Queckbronn – Weikersheim, ZOB.

Linie 971: Montag bis Freitag, Verstärkerbus: 7.18 Uhr Hundheim – Dörlesberg – Sachsenhausen – Vockenrot – Reinhardshof, Süd – Wertheim, Burgblick – Wertheim, Rettungswache – Wertheim, ZOB – Bestenheid, Bildungszentrum.

Linie 972: Montag bis Freitag, Verstärkerbus: 13.20 Uhr: Wertheim, Gymnasium – Wertheim, ZOB – Bestenheid, Bildungszentrum – Grünenwört – Mondfeld – Boxtal – Rauenberg – Ebenheid.

Linie 974: Montag bis Freitag, Verstärkerbus: 13.05 Uhr Bestenheid, Bildungszentrum – Bestenheid, Breslauer Straße – Wertheim, ZOB.

Linie 976/975: Montag bis Freitag, Verstärkerbus: 7.18 Uhr Hofgarten – Eichel – Wertheim, Gemeinschaftsschule – Wertheim, Salon-de-Provence-Ring Nord – Wertheim, Salon-de-Provence-Ring Süd – Wertheim, ZOB – Bestenheid, Bildungszentrum.

Linie 980: Montag bis Freitag, Verstärkerbus: 6.28 Uhr Creglingen – Klingen – Bieberehren – Röttingen – Tauberrettersheim – Schäftersheim – Weikersheim. lra

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Doch was nützt das, wenn die Kinder auf dem Schulweg dicht gedrängt im Bus sitzen? Gedrängel beim Einsteigen, Kinder, die Schulter an Schulter im Gang stehen – AHA lautet die Formel gegen die Corona-Pandemie.

Für Kinder ab sechs Jahren gilt zwar eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch im Schulbus ist es zumindest mit dem ersten A – dem Abstand halten – in der Regel nicht allzu weit her. Um für Entzerrung bei der Schülerbeförderung zu sorgen, will das Land Baden-Württemberg nun zusätzliche Busse finanzieren. Das bestätigte ein Sprecher des Verkehrsministeriums auf Nachfrage der FN.

Mit Busunternehmen abgestimmt

Wie das Landratsamt mitteilt, hat der Main-Tauber-Kreis sich mit Linienbusunternehmen und dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) abgestimmt. Die zusätzlichen Fahrten werden demnach dort eingesetzt, wo erfahrungsgemäß sehr viele Schüler zeitgleich mitfahren und es unter hygienischen Gesichtspunkten aller Voraussicht nach notwendig sein wird. Voraussetzung sei, dass die Linienbusunternehmen ausreichend Fahrzeuge und Fahrer zur Verfügung stellen können.

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„Ich freue mich sehr über die Ankündigung des Verkehrsministeriums zur Förderung der Verstärkerfahrten. Die Einrichtung dieser Fahrten erfolgt zunächst auf Basis von Erfahrungswerten in den vergangenen Schuljahren. Gegebenenfalls müssen die tatsächlichen Bedarfe innerhalb der ersten Schultage abgewartet und muss dann nachgesteuert werden“, erklärte Landrat Reinhard Frank am Donnerstag.

Die Zusatzbusse werden voraussichtlich bis zu den Weihnachtsferien eingerichtet. Die Kosten belaufen sich auf rund 90 000 Euro, schätzt das Landratsamt. Das Land hatte angekündigt, 80 Prozent der Mehrkosten zu übernehmen. Dafür sollen nach Angaben des Verkehrsministeriums rund zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen. Am Mittwoch hatte der zuständige Arbeitskreis darüber beraten, ab welcher Quote ein zusätzlicher Bus benötigt wird.

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Der Vorschlag: Ab einer Auslastung von 100 Prozent der Sitzplätze und 40 Prozent der Stehplätze soll über Ergänzungsbusse nachgedacht werden. Da das neue Schuljahr in wenigen Tagen beginnt, also Eile geboten ist, hat das Verkehrsministerium am Donnerstag eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgesprochen. Diese ermöglicht es den Kommunen, direkt zusätzliche Busse in Auftrag zu geben. Der Main-Tauber-Kreis hat dazu bereits ein Konzept erstellt (siehe Infobox).

Auf Fahrzeuge verteilen

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Jochen Müssig, zuständiger Dezernent im Landratsamt und Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber, empfiehlt den Nutzern, alle Busangebote vor dem Schulbeginn zu nutzen und sich auf die angebotenen Busse zu verteilen. „Das gleiche raten wir nach dem Schulschluss. Es können nicht alle in den ersten nach Hause fahrenden Bus drängen“, sagte Müssig.

Im Zugverkehr sei es ebenfalls erforderlich, dass alle Kapazitäten in den Waggons verteilt genutzt und Abstände bestmöglich eingehalten werden, so das Landratsamt.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim