L 2310 zwischen Mondfeld und Grünenwört

L2310: „Straße ist in erbärmlichem Zustand“

Der desolate Zustand des etwa 2,5 Kilometer langen Teilstücks der Landesstraße L 2310 zwischen Mondfeld und Grünenwört ist schon lange ein Problem. Eine Sanierung ist nicht absehbar.

Von 
Birger-Daniel Grein
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Die Unterschriftenaktion zur Sanierung des desolaten Teilstücks der L 2310 zwischen Mondfeld und Grünenwört läuft noch bis Ende Januar. © Birger-Daniel Grein

Mondfeld/Grünenwört. Der Mondfelder Ortschaftsrat hatte eine Unterschriftenaktion gestartet, um das Verkehrsministerium von der Notwendigkeit der Maßnahme zu überzeugen (wir berichteten mehrfach). Die Aktion läuft noch bis Ende Januar. Im Februar werden Mondfelds Ortsvorsteher Eberhard Roth und Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez die Liste persönlich an Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann in Stuttgart übergeben. Dazu wird man ein persönliches Anschreiben überreichen, in dem die Gründe für die Notwendigkeit der Maßnahme ausführlich dargestellt sind.

„Nicht ernst genommen“

Im Brief heißt es, man wende sich direkt an den Minister, da man sich von der sachlich und örtlich zuständigen Abteilung des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart nicht ernst genommen fühle.

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Die L2310 zwischen Wertheim und Freudenberg sei ein Teil der wichtigsten Verkehrsader außerhalb der Bundesautobahn zwischen Würzburg und dem Rhein-Main-Gebiet. Entsprechend stark sei dieser Verkehrsweg auch durch den Schwerlastverkehr frequentiert. „Das lange Teilstück befindet sich seit vielen Jahren in einem katastrophalen Zustand, sowohl in Hinsicht auf den unzählige Male ausgebesserten Fahrbahnbelag, als auch auf die den heutigen Erfordernissen nicht mehr gerecht werdende Fahrbahnbreite.“ Zur Begründung der Unterschriftenaktion heißt es: „Nachdem nun ein neuer Sanierungsplan für die Landesstraßen im Zuständigkeitsbereich des RP Stuttgart für die nächsten fünf Jahre vorgestellt wurde und dieser Streckenabschnitt erneut keinerlei Berücksichtigung darin findet, haben wir uns entschlossen, uns an Sie persönlich zu wenden.“

Zur aktuellen Verkehrssituation schreibt Roth, gemäß Dauerverkehrszählung (Standort Mondfeld-Rosenmühle, rund vier Kilometer vom betreffenden Teilstück entfernt) passieren täglich 3800 Kraftfahrzeuge den Streckenabschnitt. Es seien hauptsächlich Berufspendler im ländlichen Raum, die die Strecke zum Erreichen und Verlassen ihrer Arbeitsplätze nutzten, aber auch Einwohner der infrastrukturschwachen Ortschaften, die zum Einkaufen fahren müssen. Außerdem verkehren hier die Schulbusse. „In diesen Pkw- und Busverkehr mischt sich dann noch ein Schwerverkehr mit Lkw aller Art (Lkw mit Anhänger, Sattelzüge).“ Mit Blick auf die Gefahrenlage verweist Roth insbesondere auf den Begegnungsverkehr zwischen LKWs oder zwischen Omnibussen und LKW. Dieser gleiche im Blick auf Zusammenstöße auf der viel zu engen Fahrbahn einem Lotteriespiel, vorwiegend in Bezug auf „Spiegelstreifer“. „Der erbärmliche, zigfach ausgebesserte aber trotzdem völlig unebene Fahrbahnbelag unterstützt dieses Lotteriespiel massiv.“ LKW mit hohen Aufbauten, vorwiegend mit Sattelaufliegern oder Anhängern, schaukelten sich auf und drohten oft an den oberen Kanten zusammenzustoßen. Die Notwendigkeit der Maßnahme zeige sich auch an zahlreichen Ausweichmanövern durch den Schwerverkehr. „Bei einem solchen Ausweichmanöver kam im Jahr 2017 ein Sattelzug mainseitig in den unbefestigten Seitenstreifen, zermalmte die Schutzplanke und stürzte mit der gesamten Breitseite auf den tiefer gelegenen Rad- und Fußweg“.

In dieser Gemengelage hätten sich bereits zwei Busfahrer örtlicher Busunternehmen bei der Schülerbeförderung geweigert, diesen Streckenabschnitt zu befahren, so Roth. Weiterhin ging er auf Gefahren für Kleinkrafträder ein. Roth lädt Herrman im Brief, sich den Abschnitt selbst vor Ort anzuschauen. Der Minister wird inständig darum gebeten, seinen Einfluss beim RP Stuttgart geltend zu machen. Er soll dafür eintreten, dass der beschriebene Streckenabschnitt doch noch in das Sanierungsprogramm für Landesstraßen aufgenommen wird. Das Land solle als haftungsrechtlicher Verantwortlicher der L 2310 eine unverzügliche Sanierung veranlassen, so die Forderung.

Erst 600 Unterzeichner

Stand Montagabend hatte die Unterschriftenaktion laut Roth 600 Unterzeichner, von Mondfeldern und Einwohnern anderer Wertheimer Ortsteile. „Es haben auch Leute unterschrieben, die wo anders wohnen und den Abschnitt beruflich nutzen.“ Etwas enttäuscht zeigte sich Roth von der Zahl der Unterschriften aus Mondfeld selbst. „Ich hatte gehofft, alle Verkehrsteilnehmer aus dem Dorf würden unterschreiben.“ Als Argument gegen die Sanierung würde die Sperrung genannt, die für die Maßnahme nötig wäre, da auch der komplette Straßenuntergrund erneuert werden müsse. Dies würde wohl für mehrere Monate Umwege für die Mondfelder bedeuten.

Weitere Unterstützung erhofft sich Roth von den Freudenbergern. Die Listen lagen bisher schon in der Nachbarstadt und ihren Ortsteilen aus. Nun wird auch noch eine Zusammenfassung von Roths Schreiben mit einer Unterschriftenliste im Freudenberger Amtsblatt veröffentlicht. Eine weitere Liste liegt im Mondfelder Rathaus aus, in der Filiale der Bäckerei und beim Friseur.

Sie ist außerdem am Empfang des Wertheimer Rathauses ausgelegt und kann über die Internetseite der Stadt Wertheim heruntergeladen werden. Roth hofft, dass sich alle Wertheimer Ortschaften und Stadtteile an der Unterschriftenaktion beteiligen.

Die Aktion der Mondfelder sorgt auch überregional für Aufmerksamkeit. „Das SWR-Radio hat ein Interview mit mir angekündigt“, so Roth abschließend.

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