Virtuelles Treffen - Vertreter der Wertheimer Feuerwehr sprachen mit Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez über die weitere Entwicklung der Wehr Kommandanten beklagen Investitionsstau

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Wertheim. Das erste virtuelle Treffen von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez mit Stadtbrandmeister Torsten Schmidt, den Abteilungskommandanten der Wertheimer Feuerwehren und deren Stellvertretern fand kürzlich statt. Vom Feuerwehrentwicklungsplan über den Zustand der Gerätehäuser und der technischen Ausstattung bis hin zur Nachwuchsgewinnung blieb kaum ein Thema ausgespart, das die Belange der rund 540 Feuerwehrleute in 13 Abteilungen berührt, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

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Herrera Torrez informierte in geraffter Form über die Handlungsfelder und Schwerpunkte für die Entwicklung der Großen Kreisstadt Wertheim. Zu dieser Liste ist inzwischen, weit oben, ein neuer Punkt gekommen: Haushaltsdisziplin. Und der fielen bei den Etatberatungen des vergangenen Jahres die Planungskosten für die Sanierung der Feuerwehrgerätehäuser in Dertingen und Bettingen zum Opfer. Die für das Gebäude in Sonderriet blieben übrig. Es sei nicht möglich, in den nächsten Jahren drei Gerätehäuser zu sanieren und parallel dazu diverse Fahrzeuge zu beschaffen, so der OB. „Deshalb war es mir wichtig, eine Debatte anzustoßen, in der eine Priorisierung über Ausstattung und Gebäude getroffen wird.“

Begrüßt wurde von Herrera Torrez die Empfehlung, dass zur Erstellung des Feuerwehrentwicklungsplanes professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden solle. Es sei gelungen, dies im Haushalt zu verankern. Die Mitarbeit der Verantwortlichen vor Ort und „Ihre Bereitschaft, gemeinsam zu denken“, sei dennoch gefragt. Der Feuerwehrentwicklungsplan werde abbilden, „was einsatztechnisch notwendig und finanziell möglich ist“.

Ausgiebig genutzt wurde von den Kommandanten und Stellvertretern die Möglichkeit, einmal vorzubringen, was ihnen „unter den Nägeln brennt“, wie Manuel Rüttiger aus Reicholzheim es ausdrückte. Er wies darauf hin, dass zwischen 2008 und 2019 keine neuen Fahrzeuge beschafft wurden und sich ein entsprechender Investitionsstau gebildet habe. „Man müsste sich einen Plan überlegen, wie es weitergehen soll“, schlug er vor. Jochen Kirchner, Wertheim-Stadt, bekräftigte dieses Aussage und machte zudem darauf aufmerksam, dass bei neueren Fahrzeugen die Lebenserwartung niedriger und die Ersatzteilbeschaffung später schwieriger werde.

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Markus Korteneck, Urphar, warnte davor, dass „die Motivation flöten geht, wenn die technische Ausstattung nicht stimmt“. Rüttiger sprach das Thema „Ehrenamtskarte“ an, das früher schon diskutiert wurde, und forderte einen besseren Informationsfluss zwischen Verwaltung und Feuerwehrabteilungen. Darin wurde er von Sebastian Friedrich, Bettingen, bestärkt. Auch für Stefan Tiederle, Dertingen, war die Kommunikation verbesserungswürdig. Er forderte mehr Wertschätzung. Diese zeige sich bei der Wortwahl: „Die Feuerwehr ist die Feuerwehr und nicht irgendein Verein.“