Kultur - In der Eingangshalle ist ein großzügiger Bereich für Mittagessen und Frühstück geplant / Kindergartenleiterin Elke Kirchhoff hofft auf Spenden Kinderrestaurant soll Highlight werden

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Katharina Buchholz
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Die Tageskinder aus der Bärengruppe bekommen im Kindergarten Wartberg ein warmes Mittagessen. © Buchholz

Das Angebot eines warmen Mittagessens wird im Kindergarten Wartberg gut angenommen. Jetzt soll ein eigenes Kinderrestaurant entstehen.

„Unser Traum“ – Wissenswertes zum Kindergarten Wartberg

In der evangelischen Kindertagesstätte Wartberg werden derzeit 86 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren in fünf Gruppen betreut.

Die Kinder kommen aus 17 verschiedenen Ländern. Die stärkste Gruppe bilden die Russlanddeutschen, gefolgt von Kindern aus Kroatien. Aber auch Kinder aus Thailand oder Sri Lanka besuchen die Einrichtung.

„Viele Kinder aus unserem Stadtteil entdecken in unserer Kita Essen als gemeinsames Ritual an gedeckten Esstischen. Sie üben dort Fertigkeiten und Regeln ein, die sie auf ihr späteres Leben in unserer Gesellschaft vorbereiten“, heißt es im Flyer, der mit „Unser Traum“ überschrieben ist.

Informationen und die Daten des Spendenkontos sind zu erfragen bei Kindergartenleiterin Elke Kirchhoff unter Telefon 09342/4645 oder per E-Mail an kirchlkiga@gmx.de oder im Kirchenzentrum Wartberg, bei Ute Zeilmann, unter Telefon 09342/7844 oder per E-Mail an Wartberg.wertheim@kbz.ekiba.de. kab

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Wartberg. Jeweils ein Häufchen Karotten-Erbsen-Gemüse, einige Kartoffelspalten und in Stückchen geschnittenes Geflügelschnitzel liegen auf den Tellern der Tageskinder der Bärengruppe des Kindergartens Wartberg. Die neun Kinder zwischen drei und sechs Jahren lassen sich das Mittagessen schmecken.

Seit gut einem Jahr bekommen sie, die den ganzen Tag über die Einrichtung besuchen, eine warme Mahlzeit am Mittag. „Ich habe mich lange mit dem Thema Essen beschäftigt, um das Richtige zu finden“, erinnert sich Kindergartenleiterin Elke Kirchhoff. Die tiefgekühlten Gerichte eines Großcaterers erfüllten die Ansprüche. „Bei uns ist auch immer wichtig, dass die Dinge für alle Eltern finanziell machbar sind“, erklärt Kirchhoff.

Heute werde das Angebot gerne angenommen, auch von Eltern, deren Kinder nicht den ganzen Tag über im Kindergarten sind. Das Problem: Der kleine Speiseraum bietet nur Platz für Tische und Stühle für elf Kinder. Die Zahl derer, die in den Genuss des Essens kommen können, ist also limitiert.

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Das soll sich nun ändern, Elke Kirchhoff und ihr Team wollen in der Eingangshalle des Kindergartens ein eigenes Kinderrestaurant mit 25 Plätzen einrichten. Dafür musste zunächst das alte Spielhaus, das dort seit 40 Jahren stand, weichen. Für den nächsten Schritt ist Kirchhoff jedoch auf Hilfe von außen angewiesen. Per Flyer ist der Kindergarten auf der Suche nach Spendern, die das Projekt finanziell unterstützen. „Unser Ziel sind 5000 Euro, wenn’s schön werden soll“, sagt Kirchhoff. Mit dem Geld will die Kindergartenleiterin dann Malerarbeiten, neue Tische und Stühle, kindergerechtes Geschirr und bewegliche Raumteiler finanzieren. „Der Essensbereich soll ein echtes Highlight werden in unserem Kindergarten, der wirklich in die Jahre gekommen ist.“ So stellt sich Kirchhoff Raumteiler in verschiedenen Formen und mit Gucklöchern vor, die von den Kindern außerhalb der Essenszeiten zum Spielen genutzt werden können.

17 Nationalitäten

„Das Essen hat in unserem Tagesablauf einen hohen Stellenwert. Manches Kind lernt hier erstmals unsere Esskultur kennen, da wir Kinder aus 17 Nationalitäten betreuen“, verdeutlicht Kirchhoff. Immer wieder gebe es auch Jungen und Mädchen, die zuhause am Wohnzimmertisch oder nur im Gehen essen. „Essen ist mehr als Satt-Werden und eine Notwendigkeit. Bei uns lernen die Kinder bewusstes Essen.“

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Auch das Frühstück der Kinder soll künftig im Restaurant stattfinden. Zusätzlich zu dem, was die Kinder von zuhause mitbringen, könnten auf einem Büffet Müsli und frisches Obst angeboten werden, ist Kirchhoffs Plan. Betreut von einer Erzieherin decken die Kinder den Tisch und nehmen sich die Speisen.

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„Auf diese Weise schaffen wir Raum in den Gruppenzimmern. Dort nehmen die Frühstückstische bisher viel Platz ein, der nicht zum Spielen zur Verfügung steht“, erklärt die Leiterin. So ist das Kinderrestaurant ein weiterer Baustein im neuen Konzept des Kindergartens, der sich Stück für Stück zur halboffenen Einrichtung wandelt. Das bedeutet, dass strenge Gruppenstrukturen, wo möglich, aufgelöst werden und die Kinder mehr Entscheidungsfreiheit darüber erhalten, was sie im Moment tun möchten.

„Das kann man natürlich nicht von heute auf morgen umsetzen. Die Kinder müssen das auch lernen“, sagt Kirchhoff. Immer donnerstags gibt es deshalb seit Mai einen Aktionstag, an dem die Kinder zwischen verschiedenen Angeboten wählen dürfen: Will ich heute bauen oder malen oder doch lieber in den Wald? Mit einem Magneten, der ein Foto von ihnen zeigt, ordnen sich die Kinder selbst zu. Ähnlich soll es ablaufen, wenn das Restaurant eröffnet hat. „Wenn die Kinder Hunger haben, verlassen sie ihre Gruppe und können zum Frühstück kommen. Allerdings gibt es nur 25 Plätze. Wenn kein Stuhl frei ist, müssen sie warten. Auch das müssen die Kinder lernen.“

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim