Grundschule Bestenheid - Schüler der Tanzwerkstatt nehmen an Wettbewerb teil / Leiterin Anja Häfner weckt Begeisterung Kinder üben coole Schritte zu aktueller Musik ein

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bdg
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Die Kinder der Tanzwerkstatt der Bestenheider Grundschule üben mit ihrer Lehrerin Anja Häfner für den Wettbewerb „Tanz des Jahres“. © Birger-Daniel Grein

BESTENHEID. Die tanzbegeisterten Kinder der Grundschule Bestenheid proben derzeit für den Wettbewerb „Tanz des Jahres“. Beim Dreh des Bewerbungsvideos waren die Fränkischen Nachrichten dabei.

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Auf den ersten Blick ist bei der AG Tanzwerkstatt der Klassen drei und vier der Grundschule Bestenheid in der kleinen Turnhalle alles wie immer. Die Kinder sind begeistert bei der Sache und haben viel Spaß beim Tanzen. Außergewöhnlich wirkt vielleicht, dass die Tanzschritte mit Hilfe eines Smartphones genau dokumentiert werden.

„Tanz des Jahres“

Für die neun Mädchen und neun Jungen der Gruppe ist es jedoch ein besonderer Tag.

In der AG-Stunde wird ihre eigene Choreographie aufgezeichnet, mit der sie sich für den Wettbewerb „Tanz des Jahres“ des deutsche Tanzsportverbands bewerben. Diese hatten sie zusammen mit ihrer Leiterin, Lehrerin und Tanztrainerin, Anja Häfner, entwickelt und einstudiert. Zugeschnitten ist sie auf den Song „High Hopes“ von „Panic at the disco“.

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„Beim Wettbewerb geht es darum, einen Tanz zu entwerfen, den jeder innerhalb kurzer Zeit lernen kann“, erklärt Anja Häfner im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. In den Vorgaben für die Bewerbung heißt es, dass der Tanz innerhalb von zehn Minuten erlernbar sein und nicht länger als drei bis vier Minuten dauern soll. Gefordert ist eine einfache, unkomplizierte, nicht zu komplexe Schrittkombination zu aktueller Musik.

All dies erfüllt der Tanz der Bestenheider Grundschüler. Dennoch macht er einiges her: schnelle Drehungen, ausdrucksstarke Bewegungen mit dem ganzen Körper und Bewegungen auf mehreren Ebenen gefallen Tänzern und Zuschauern gleichermaßen.

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Anja Häfner hatte sich bereits früher einmal mit einer Gruppe des TV Sachsenhausen an dem Wettbewerb beteiligt.

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Nach den Weihnachtsferien schlug sie ihren Grundschülern vor, an dem Wettbewerb teilzunehmen. „Wir fanden die Idee, einen eigenen Tanz zu entwickeln gut“, stellt die achtjährige Katharina Marques fest.

Die Drittklässlerin besucht seit zwei Jahren die Tanz AG. Der zehnjährige Edon Berisha ist genauso lange dabei. Der Drittklässler ergänzt: „Wir waren erst einmal überrascht, als Frau Häfner uns die Idee vorstellte.“

Musik und Bewegung

Beiden gefallen beim Tanzen die Musik und die Bewegung. „Wenn sich die Musik cool anhört, wird auch der Tanz cool“, ist Edon überzeugt.

Das gilt auch für den selbst entwickelten Tanz. Von Anfang an waren die AG-Kinder mit viel Spaß und Begeisterung bei der Sache.

Einige Schrittfolgen stellte Häfner den Schülerinnen und Schülern vor. Genutzt wurden solche, die sie bereits aus anderen Tänzen konnten. „Die Schritte sollte jeder einfach auf der Straße tanzen können“, erklärt die Lehrerin, die selbst seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt.

„Uns gefielen ihre Schrittvorschläge“, stellt Katharina fest. Es sei aber auch cool gewesen, eigene Schritte zu überlegen. „Vier oder fünf Kinder zeigten uns ihre Wunschschritte, die haben wir dann nacheinander ausprobiert“, fügt sie hinzu.

Beim Verband eingereicht

Dann kam es zur Auswahl. „Manche Schrittfolgen waren zu langsam für die Musik, die Frau Häfner ausgewählt hatte“, erzählt Edon. Die zwei schnellsten Schrittfolgen der Kinder hätten dann auch am Besten gepasst. „Da waren wir uns alle einig.“

Die fertige Choreographie mit Schritte und Körperbewegungen musste Häfner tabellarisch darstellen und beim Tanzsportverband einreichen.

„Diese ist auch über die Internetseite des Verbands abrufbar und kann von anderen Lehrern heruntergeladen werden“, sagte sie.

Der selbst entwickelte Tanz wurde zwei AG-Stunden lang geübt. Außerdem machte man erste Probeaufnahmen. „Die Kamera stört uns nicht, wir konzentrieren uns auf das Tanzen“, sind sich Katharina und Edon einig.

Störend sei da schon ein Scheinwerfer, der auf einen gerichtet ist. Das helle Licht könne einen beim Tanzen irritieren. Am Mittwoch wurde nun das endgültige Bewerbungsvideo gedreht. Auf Basis von Tabellen und Videos werden vom Verband drei Tänze für das Finale ausgewählt. Gehört die Grundschule Bestenheid dazu, steht Anja Häfner vor einer noch eine größeren Herausforderung.

Nachwuchs ist zuversichtlich

Die Entscheidung über den „Tanz des Jahres“ treffen verschiedene Tänzer und Tanztrainer bei einem Workshop im Rahmen eines Fortbildungswochenendes des Verbands Ende April in Enzklösterle im Schwarzwald. In diesem Workshop bekommen die Trainer der drei qualifizierten Gruppen zehn Minuten Zeit, den Workshopteilnehmern den Tanz beizubringen.

Nach diesen drei Übungsrunden stimmen die Workshopteilnehmer über den Titel ab. Laut Häfner bewerben sich pro Jahr zwischen drei und sieben Gruppen auf den Titel. In diesem Jahr seien es bisher drei, Bestenheid mitgerechnet.

Aufführungen geplant

Für die Kinder wäre es eine große Ehre, den „Tanz des Jahres“ entwickelt zu haben. Der Nachwuchs ist zuversichtlich. „Wir haben gute Chancen, den Tanz des Jahres entworfen zu haben“, waren sich alle jungen Tänzer einig.

Vorführen will man den eigenen Tanz ebenfalls bei der Abnahme des deutschen Tanzsportabzeichens, die jährlich in der Grundschule Bestenheid stattfindet.

„Vielleicht zeige wir ihn auch mal auf dem Wertheimer Marktplatz“, so Anja Häfner. bdg