Reinhardshof - Verwaltung schränkt auf Anregung des Stadtbeirats Nutzungsmöglichkeiten ein Keine Moschee im Mischgebiet

Von 
Gerd Weimer
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Auf dem künftigen Mischgebiet an der Rotkreuzstraße ist der Bau von kirchlichen Einrichtungen ausgeschlossen. Der Stadtteilbeirat hatte dies vorgeschlagen. © Gerd Weimer

Auf dem geplanten Mischgebiet am Reinhardshof dürfen keine kirchlichen Einrichtungen entstehen. Das gilt auch für Moscheen. Der Stadtteilbeirat hatte dies angeregt.

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Wertheim. In der Vorlage für die Sitzung des Bauausschusses zur Änderung des Flächennutzungsplans an der Rotkreuzstraße (wir berichteten) fand sich in der Stellungnahme des Stadtteilbeirats Reinhardshof folgender Passus: „Bei der Zulässigkeit von Anlagen für Verwaltungen sowie für kirchliche, kulturelle, gesundheitliche und sportliche Zwecke möchte der Stadtteilbeirat einen Ausschluss von Anlagen für kirchliche Zwecke im Mischgebiet.“ Eine Begründung für den Änderungswunsch war in dem entsprechenden Schreiben nicht aufgeführt.

In seinem Beschlussvorschlag vermerkte das Referat Stadtplanung der Verwaltung: „Da es sich lediglich um eine Art der möglichen Anlagen handelt, kann dem Wunsch des Stadtteilbeirats entsprochen werden.“ Eine diesbezügliche Änderung in den Unterlagen sei vorgenommen worden. Im Planungsrecht fallen unter den Begriff „kirchliche Zwecke“ nicht nur Anlagen für christliche Gotteshäuser, sondern auch die anderer Religionen, also auch Moscheen.

Walter Ploch, der Vorsitzende des Stadtteilbeirats, bestätigte am Rande der Ausschusssitzung am Montag gegenüber den Fränkischen Nachrichten, dass das Gremium den Bau einer Moschee in dem Mischgebiet ausschließen wolle. Auf Nachfrage am Mittwoch erinnerte Ploch an die intensiven, zum Teil sehr emotionalen Diskussionen um den Moscheebau auf dem Reinhardshof. Der Stadtteilbeirat habe sich seinerzeit gegen einen Standort im Gewerbegebiet entschieden, weil er diesen schon damals für nicht geeignet hielt.

Nur bedingt würdige Umgebung

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„Wir haben nicht gegen eine Moschee entschieden, sondern gegen den Standort“, sagte Ploch und ergänzt: „Das hat und hatte nichts mit Islamkritik, Religion oder Ähnlichem zu tun.“ Ein Gotteshaus müsse sich in einem sozialverträglichen Kontext befinden. Der sei im geplanten Mischgebiet nicht vorhanden.

Das Gelände sei zudem relativ klein. Sinnvoll seien dort eher Einrichtungen, „die das Gesamtensemble ergänzen, zum Beispiel Gesundheitseinrichtungen oder kleinere Handwerksbetriebe, die einen Platz suchen.“ Ähnlich argumentiert die Stadtverwaltung: Die unmittelbare Nähe zur geplanten Rettungswache würde „nur beding eine würdige Umgebung für kirchliche Anlagen – unabhängig welcher Religionsgemeinschaft – und die typischerweise darin stattfindenden religiösen Handlungen und Rituale darstellen“, so das Baudezernat in einer Stellungnahme.

Hinreichend Standorte

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Zudem fänden sich für kirchliche Anlagen hinreichend Standorte an anderer Stelle im Stadtgebiet. Der Islamische Verein Wertheim und Umgebung und die Evangelische Michaelskirche seien bereits auf dem Reinhardshof angesiedelt. Darüber hinaus bleibe durch den Ausschluss von kirchlichen Anlagen die allgemeine Zweckbestimmung des Baugebietes immer noch gewahrt.

Redaktion Teamleiter Redaktion Wertheim