Corona - Landkreisverwaltung bespricht Lage mit allen Beteiligten / Bis zu 70 Tests am Tag / Polizei berichtet von gereizter Stimmung Infektionsdynamik schwer einschätzbar

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lra
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Eine Besprechung mit allen Einsatzkräften fand im Landratsamt statt. © Landratsamt Main-Spessart

„Es wird zunehmend unruhiger“, war der Tenor einer Besprechung des Landratsamtes, auf der die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Main-Spessart beleuchtet wurde.

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Main-Spessart-Kreis. Mit in der Besprechungsrunde des Landkreises waren Vertreter der Blaulichtorganisationen, der Bundeswehr, der niedergelassenen Ärzte, des Gesundheitsamtes, des Klinikums Main-Spessart, der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung, des Schulamtes und des Fachbereichs Nahverkehr/ÖPNV des Landratsamtes. Was bei dem Austausch aber auch deutlich wurde: „Die Zusammenarbeit zwischen unserem Haus und den Blaulichtorganisationen läuft sehr gut.“ dankte Landrätin Sabine Sitter den Anwesenden.

Tanja Kretzschmann vom Gesundheitsamt berichtete über die aktuellen Zahlen. „Aufgrund der derzeitigen Dynamik ist es schwer, die Entwicklung einzuschätzen“, machte sie deutlich. Darüber hinaus sei es trotz intensiver Kontaktermittlungen leider nicht in allen Fällen möglich, die Infektionsquelle zu ermitteln.

32 Tage sei das Testzentrum in Marktheidenfeld inzwischen in Betrieb, wie Heike Riedel vom Klinikum Main-Spessart ausführte. Im Schnitt werden pro Betriebstag 65 bis 70 Tests durchgeführt. „Im Bedarfsfall kann die Testkapazität auf bis zu 250 Testungen pro Tag erhöht werden.“, erläuterte sie. Das Online-Buchungssystem für die Terminvergabe habe sich bewährt, ebenso die Drive-Through-Lösung, was beides auch dem Schutz der Bewohner, Besucher und des Personals des benachbarten Klinikums mit Reha-Einrichtung diene. Denn durch die Terminvergabe sei eine gute Lenkung des Fahrzeugaufkommens vor Ort gewährleistet. In der Regel stünden die Laborergebnisse bis spätestens 48 Stunden nach der Testung zur Verfügung, so Riedel. Ihren Dank richtete sie an Leander Werner, Oberstleutnant der Reserve, vom Landeskommando Bayern für die tatkräftige Unterstützung durch vier Soldaten, die am Testzentrum vor allem Verwaltungsarbeiten übernehmen, wie auch an das Bayerische Rote Kreuz, das mit zwei Mitarbeitern vor Ort mithilft.

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Auch nahezu alle Arztpraxen im Landkreis würden inzwischen flächendeckend Patienten mit Corona-Symptomen testen, weiß Dr. Matthias Schmidt aus Burgsinn, mandatierter Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Allerdings könnte es aufgrund der starken Auslastung der Labore auch schon einmal bis zu einer Woche dauern, ehe das Testergebnis vorliege.

Was die Ausstattung mit persönlicher Schutzausrüstung anbelangt, wies Florian Kreiselmeier, Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung, darauf hin, dass jede Einrichtung und Praxis gefordert sei, selbst vorzusorgen, um auch für steigende Fallzahlen gewappnet zu sein. Schwierig gestalte sich aktuell allerdings die Beschaffung von Einweghandschuhen.

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In Sachen Schülerbeförderung informierte Dominik Sitter vom Landratsamt über die rund 30 Verstärkerbusse, die derzeit im Landkreis im Einsatz sind, um die Schüler auf mehr Busse verteilen zu können. Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass nicht alle Busse gleichermaßen von den Schülern genutzt wurden und auch nicht immer alle Sitzplätze belegt seien. Hier müsse zum Teil nachjustiert werden, zumal die staatlichen Fördergelder für diese Busse bereits nahezu ausgeschöpft sind, so Sitter.

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Von einer sehr gereizten Stimmung in der Bevölkerung berichtete Thomas Miebach, der Leiter der Polizeiinspektion Karlstadt. „Die Menschen sind gestresst, was auch daran liegt, dass manch einer finanzielle Engpässe hat“, zeigte er Verständnis. Die polizeilichen Einsatzkräfte befänden sich aktuell in einem Spannungsfeld von Befürwortern und Gegnern von Corona-Maßnahmen, was im Einsatz sehr viele Gespräche erforderlich mache. Bei den Kontrollen habe sich die Zusammenarbeit zwischen den Fachbehörden, Ordnungsämtern und der Polizei bestens bewährt.

Für Feuerwehr, THW und BRK stellen die anhaltenden Einschränkungen durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes eine besondere Herausforderung dar. lra