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Grafschaftsmuseum und Hofgartenschlösschen

In Wertheim: Spannende Geschichten und Installationen

Von 
Matthias Ernst
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Wolf Nkole Helzle hat schon einmal auf dem Sofa Platz genommen, auf dem sich Besucherinnen und Besucher der Ausstellung mit seinem Werken im Wertheimer Grafschaftsmuseum fotografieren sollen. © Matthias Ernst

Wertheim. Obwohl er mitten in den Aufbauarbeiten steckt, nahm sich der bekannte Medienkünstler Wolf Nkole Helzle Zeit für ein Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Derzeit richtet er eine Ausstellung mit seinen Werken sowohl im Grafschaftsmuseum als auch im Schlösschen im Hofgarten ein. Unter dem Motto „Ein Tropfen ist gleichzeitig Wasser“ zeigt er in den beiden Häusern vom 6. September bis 20. November Ausschnitte seines Schaffens. Dabei ergeben sich überraschende Blickwinkel, denn bei Helzle verschwimmen die Grenzen von Fotografie, Video-Installationen und Performances.

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Während im Grafschaftsmuseum der Schwerpunkt der Schau auf den menschlichen Gesichtern liegt, werden im Schlösschen hauptsächlich Installationen zu den Themen Natur und Umwelt gezeigt. Dabei sind es überraschende (Ein-)Blicke, die der 72-jährige Künstler gewährt. Seine „Face(s) of Humankind“, bei denen er Aufnahmen von Menschen aus vier Kontinenten und über 52 000 Einzelaufnahmen mit einer speziellen Software übereinandergelagert hat, sind äußerst beeindruckend. Noch spannender sind allerdings die Geschichten, die Helzle zu den einzelnen Bildern erzählen kann. Seine Ausführungen sind ein wichtiger Teil der Installationen.

Unschwer erkennbar ist der japanische Einfluss auf Wolf Nkole Helzle. Seine Installation auf einer Tatamimatte und einer Schriftrolle mit den Aufnahmen von Menschen aus vier Meter Höhe, die dann zu einem Schriftzug zusammengesetzt wurden, beeindruckt unwahrscheinlich. Gleiches gilt für die Drohnenaufnahmen von Baumkronen, die nebeneinander aufgehängt für eine neue Sichtweise sorgen.

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In einem abgedunkelten Raum können die Besucherinnen und Besucher eine Videoinstallation mit Aufnahmen aus Helzles schwäbischen Heimat erleben. Auch hier sorgt eine spezielle Software dafür, dass immer neue Bildvarianten entstehen und der Betrachter sich mitten in der Natur fühlt.

Interessierte werden sogar zum Mitmachen animiert. Auf einem Sofa mitten im Raum sollen sie Platz nehmen und sich fotografieren lassen. Die so entstehenden Bilder kann man per E-Mail an das Grafschaftsmuseum schicken. Dort werden sie ausgedruckt und auf einer jetzt noch weißen Wand zu einer Collage verbunden.

Museumsleiterin Stefanie Arz hat drei Jahre lang auf diese Ausstellung hingearbeitet. Wegen Corona musste die Schau immer wieder verschoben werden. Nun ist sie froh, die Werke des Künstlers gleich in zwei Häusern präsentieren zu können. Kennengelernt hat sie Helzle bei einem Urlaub, wobei sie sofort erkannte, dass er und sein modernes Werk perfekt nach Wertheim passen.

Bei der Vernissage am Donnerstag, 15. September, um 18.30 Uhr im Grafschaftsmuseum Stefanie Arz den Künstler in einem Podiumsgespräch vorstellen. Für die passende „Weltmusik“ sorgt bei der Veranstaltung das Gitarren-Duo „Fussissimo“ aus Würzburg.

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