Leserbrief - Zu „Anträge für Großprojekte auf Eis gelegt“ (FN, 5.2.) In Vorleistung gehen

Von 
Bernd Strobl
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Für Investoren ist es ein Sahnestück“, so begann der Bericht über die Diskussionen im Bauausschuss hinsichtlich des etwa sechs Hektar großen Areals in Bettingen gegenüber dem Wertheim Village.

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Es ist mittlerweile zweieinhalb Jahre her, dass das brachliegende Grundstück „westlich der Autobahn“ zuletzt im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand, nämlich als der Möbeldiscounter Mömax seine Finger danach ausgestreckt hatte.

Damals hat die Bettinger Bevölkerung sich vehement dagegen gewehrt einem Bauvorhaben zuzustimmen, welches hohen Publikumsverkehr, damit einhergehend eine höherer Verkehrs-, Lärm- und Müllbelastung, sowie massive Werbung, also Leuchtbanner und hohe Pylone, bedeutet.

Wenn jetzt darüber nachgedacht wird, einen weiteren Autohof (wenngleich auch speziell für E-Mobile) oder eine Spielhölle dort zu errichten, dann ergeben sich wieder die gleichen Probleme: hohes Verkehrsaufkommen, Lärmbelästigung, Lichtverschmutzung und Vermüllung. Heute schon in Natura zu sehen rund um den bestehenden Autohof. Außerdem ist das Thema Autohof auf diesem Areal auch nicht neu; schon 2011 stand dies zur Diskussion und wurde aus oben genannten Gründen letztendlich verworfen.

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Warum greift die Stadt hier nicht zu, wenn sich die Chance bietet ein Sahnestück zu erwerben zumal doch laut Herrn Dattler die Stadt ein Interesse daran hat, hier kleinteilige Gewerbeflächen zu generieren? Auch wenn die Preisvorstellung des Eigentümers sehr hoch sein mag, so hat doch auch dieser ein Interesse, das Grundstück problemlos zu veräußern und sich nicht zusammen mit möglichen Investoren gegen Proteste der Bevölkerung, schlechte Presse evtl. sogar Gerichtsverfahren, Baustopps etc. wehren zu müssen. Vielleicht ist das die Chance, den Kontakt mit dem Eigentümer zu suchen und den Preis nochmal angemessen zu verhandeln.

Mit dem Kauf des Grundstücks hätte mit sofortiger Wirkung die Stadt Wertheim die weitere Verwertung in eigener Hand. Man könnte dann wie geplant das Grundstück in kleinere Parzellen unterteilen und an Klein- und Mittelbetriebe geben, die innovative und nachhaltige Produkte produzieren und damit auch qualifizierte Arbeitsplätze generieren. Das neue Areal würde damit nahtlos an das Gewerbegebiet Obere Grüben anschließen. Damit hätte die Stadt wieder freie Kapazitäten genau für diese Klientel.

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Für publikums- und werbeintensive Unternehmen ist das Gewerbegebiet Almosenberg auf der anderen Seite der Autobahn der richtige Ort. Das Sahnestück vor Bettingen sollte zukunftsorientierten, produzierenden Klein- und Mittelbetrieben vorbehalten bleiben – nur um das sicherstellen zu können, müsste die Stadt hier eben in Vorleistung treten.