Nahverkehr - Offizieller Startschuss für neuen Stadtbus / Werbetrommel für neue Verbindungen gerührt In der Planung geht es um Minuten

Von 
Elmar Kellner
Lesedauer: 

Flankiert von den Vertretern all der Organisationen, Institutionen und Behörden, die mit dem Mammutwerk zu tun hatten, gaben Bürgermeister Wolfgang Stein (Fünfter von rechts) und Melanie Ott (Neunte von rechts) vom gleichnamigen Busunternehmen gestern Mittag den Start frei für den neuen Stadtbusverkehr in Wertheim.

© Kellner

Gestern startete offiziell der neue Stadtbusverkehr in Wertheim. Er bringt vor allem mehr Verbindungen und eine bessere Vertaktung.

AdUnit urban-intext1

Reinhardshof. Man traf sich wohlweislich an der Haltestelle "Reinhardshof Nord/Krankenhaus", denn die Anbindung der Rotkreuzklinik ist eine wesentliche Verbesserung des neuen Stadtbuskonzeptes (wir berichteten). Gestern ging es in Betrieb und den offiziellen Startschuss gaben Bürgermeister Wolfgang Stein, Melanie Ott vom gleichnamigen Busunternehmen, weitere Vertreter der Stadt, des Gemeinderates, der Stadtteilbeiräte Wartberg und Reinhardshof, der Krankenhausleitung und nicht zu vergessen der Nahverkehrsberatung Südwest und der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber am Mittag an der bereits erwähnten Haltestelle. Es war dies, wie alle hofften, das erste und einzige Mal, dass ein Bus vorfuhr, aus dem, außer dem Fahrer, niemand aus- und in den niemand einstieg.

Bürgermeister Stein nahm eine Anleihe bei der Werbung, um auf die Vorteile des neuen Konzepts hinzuweisen. Das seien "gleich vier Dinge auf einmal: Mehr Linien, mehr Haltestellen, eine bessere Vertaktung und übersichtliche Fahrpläne". Bis das aber alles stand sei "eine fisselige Kleinarbeit" notwendig gewesen, weshalb es dann auch gut zwei Jahre dauerte, bis der große Wurf gelungen war. In Auftrag gegeben hatte die Stadt die Überplanung bereits Mitte 2014 vor dem Hintergrund der Neuvergabe der kreisweiten ÖPNV-Linen ab Dezember 2017 und dem Neubau der Rotkreuzklinik, die eine bessere Anbindung des Reinhardshofes notwendig machte. "Wir sind ein Stück weit stolz auf das Ergebnis", so Stein. "Es geht um Minuten." Man wisse auch, dass es noch "Hausaufgaben" zu erledigen gelte, etwa im Bereich Vockenrot oder auch im Hofgarten, wo man abwarten müsse, ob der Zeitplan in Theorie und Praxis zueinander passe. "Vor allem in den ersten Tagen wird auch sicher noch Fragen geben, wird es möglicherweise das eine oder andere Problem geben. Dann sollte man aber nicht gleich alles verdammen. Es ist ein gutes Konzept", erklärte der Bürgermeister.

Damit dies auch alle erkennen, wird eifrig die Werbetrommel gerührt. Es gibt ein neues Logo, Plakate an den Haltestellenhäuschen und in den Bussen, die Fahrplankästen wurden mit den neuen Verbindungen bestückt. Es gibt Fahrplanhefte und einen Flyer, der in den nächsten Tagen an alle Haushalte verteilt werden soll. Und natürlich sind alle Informationen auch im Internet abrufbar.

Alternative zum Individualverkehr

AdUnit urban-intext2

Man sei sehr froh, dass nun auch die Große Kreisstadt Wertheim über einen Stadtbusverkehr nach neuestem System verfüge, bekundete Hartmut Schwartz von der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber. Und gemeinsam mit allen anderen hoffte er darauf, dass nun möglichst viele Menschen erkennen, "dass es eine Alternative zum Individualverkehr gibt" - und dass diese auch genutzt wird.

Denn wenn dies nicht der Fall sei, "dann kommt am Ende der Rotstift. Und das wäre schade, weil das neue System ja allenthalben gefordert wurde und unterstützt wird". Ihre Freude erklärte Renate Gassert, Vorsitzende des Stadtteilbeirates Wartberg, in kurzen Worten.

AdUnit urban-intext3

Reinhardshof-Kollege Walter Ploch machte es etwas länger und verwies unter anderem darauf, dass der öffentliche Personennahverkehr in der Vergangenheit zu wünschen übrig gelassen habe. Er versprach, für das neue System fleißig Werbung zu machen.

Freier Autor