Hallenbad - Bädergesellschaft-Geschäftsführer sieht in den kommenden fünf Jahren keine großen Probleme für Betrieb des Hallenbads / Pläne für Neubau in der Schublade

Immer weniger Wasserflächen in der Region

Von 
kab
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Ingo Ortel dreht Mitte Mai eine letzte Runde im geschlossenen Freibad, bevor er es für den „Sommerschlaf“ vorbereitet. Das Wasser hat erfrischende 17 Grad. © Buchholz

Wertheim/Region. Keine Seepferdchenkurse, keine Wassergymnastik der Rheumaliga, kein DLRG-Training: Die Lockdowns zeigen, was ein geschlossenes Hallenbad bedeutet.

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„Die Wasserflächen in der Region werden immer weniger“, bedauert Ingo Ortel, Betriebsleiter der Wertheimer Bäder. Erst kürzlich entschied sich der Gemeinderat Tauberbischofsheim gegen einen Hallenbadneubau in der Kreisstadt, vor einigen Jahren schloss das Bad in Lengfurt, wie es mit dem Wonnemar in Marktheidenfeld weitergeht, ist ungewiss.

Die Zukunft des Wertheimer Hallenbades stand in der Vergangenheit mehrfach im Gemeinderat zur Diskussion. Hinsichtlich des Zustands des Bades wäre ein Neubau notwendig. „Der Betrieb des Hallenbads stellt uns in den nächsten fünf Jahren vor keine großen Probleme“, sagt Thomas Beier, Geschäftsführer der Bädergesellschaft. Allerdings müsse in den Erhalt investiert werden, etwa in die Instandhaltung der Pumpen und der Lüftungsanlage. Als Budget rechnet er mit 40 000 bis 50 000 Euro pro Jahr. Zuletzt wurde die Deckenbeleuchtung erneuert.

„Wertheim braucht ein Hallenbad“, betont Ortel, der sich als Lokalpolitiker im Gemeinderat für einen Neubau einsetzt. Die Auslastung des Hallenbads sei optimal, die Nachfrage durch Schulen, Vereine und Freizeitsportler höher als das Angebot. Trotzdem: „Aus Eigenmitteln werden wir nicht bauen können. Wir sind auf Förderung angewiesen“, sagt Beier. Er schätzt die Kosten für einen Neubau auf rund 11 Millionen Euro. „Das wäre kein Luxustempel und kein Freizeitbad, sondern ein Bad mit vier bis fünf 25-Meter-Bahnen und eventuell einem Nichtschwimmerbereich.“ Die Grundplanung liege fertig in der Schublade der Bädergesellschaft. „Wenn es eine Zusage über eine Förderung von 50 Prozent der Kosten gäbe, würde ich direkt loslegen“, so Beier. Die Unterstützung der Stadt – etwa als Bürge für Bankkredite – vorausgesetzt. „Natürlich kann man sich entscheiden, ein Bad zu schließen. Persönlich würde ich es jedoch schade finden.“ kab

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