Kriegsende - OB Markus Herrera Torrez und Ortsvorsteher Volker Mohr lasen am Ehrenmal in Nassig Gebetstext vor / Auch in Wertheim läuteten die Glocken Im Stillen gemeinsam der Opfer gedacht

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stv
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Am Ehrenmal auf dem Friedhof in Nassig gedachten Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez (links) und Ortsvorsteher Volker Mohr des Kriegsendes im Dorf vor 75 Jahren. © Stadt Wertheim

OB Markus Herrera Torrez und Ortsvorsteher Volker Mohr gedachten gemeinsam der Zerstörung des Dorfs vor 75 Jahren.

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Nassig. Am Ehrenmal auf dem Nassiger Friedhof trafen sich am Dienstagabend Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez und Ortsvorsteher Volker Mohr. Dies teilt die Stadt in einer Presseerklärung mit. In gebührendem Abstand voneinander, wie er in diesen Tagen unumgänglich ist, und doch gemeinsam gedachten sie der Ereignisse vor 75 Jahren.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Tod und Zerstörung über das Dorf gebracht. „Daran denkend war es mir ein besonderes Anliegen, heute hier vor Ort zu sein“, sagte der Oberbürgermeister. Eigentlich war für diesen Abend in Nassig eine zentrale Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die letzten Kriegstage geplant. Wegen der Corona-Pandemie musste sie abgesagt werden.

Alles verloren

Stattdessen läuteten um 19 Uhr die Glocken der Auferstehungskirche. Als sie verklungen waren, stimmten fünf Bläser des Evangelischen Posaunenchors Nassig/Sonderriet das Lied vom guten Kameraden an. Anschließend intonierten die Musiker den Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“.

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„Wir denken an die Bewohner von Nassig, die alles verloren haben: Haus, Hof, Vieh und manche auch das Leben. Wir denken an alle, die Opfer geworden sind, auf allen Seiten.“ So stand es in dem Gebet, das Pfarrer Christoph Brandt für das Gedenken verfasst hatte. Oberbürgermeister Herrera Torrez und Ortsvorsteher Mohr trugen den Text im Wechsel vor. Und der OB war sich sicher, „dass viele Nassiger in diesen Minuten in Gedanken mit uns hier auf dem Friedhof waren“.

Am Mittwochnachmittag erinnerten dann die Glocken der evangelischen Stiftskirche und der katholischen Stadtpfarrkirche St. Venantius in Wertheim daran, dass vor genau 75 Jahre weiße Fahnen aufgezogen wurden und die Stadt dadurch womöglich einem ähnlichen Schicksal, wie es Nassig erlitten hatte, entkommen ist. stv