50 Jahre Mainhafen Wertheim - Anlage verfügt von Beginn an über einen eigenen Gleisanschluss Honoratioren kamen per Zug zur Einweihung

Lesedauer: 

Der Mainhafen Wertheim in Bestenheid verfügt über einen eigenen Gleisanschluss. Zahlreiche Güter wurden und werden hier per Zug an- oder abtransportiert.

© Kisling

Bestenheid. Der Mainhafen Wertheim besteht nun seit 50 Jahren. Er verfügt von Beginn an über einen Gleisanschluss, wie Eisenbahn-Fan Winfried Kisling aus Bestenheid beschreibt.

AdUnit urban-intext1

Von Bestenheid in Richtung Hasloch zweigt nach 400 Metern links (bei Kilometer 29,3) das etwa zwei Kilometer lange Hafengleis zum größten Mainhafen Baden-Württembergs ab. Erbaut wurde es zeitgleich mit dem Mainhafen im Jahr 1967.

Eingleisige Strecke

Die Strecke verläuft eingleisig, im Hafenbereich mit dem großen Portalkran sind zwei Gleise verlegt. Nach 300 Metern zweigen vom Hafengleis nach links zurück zwei Ladegleise in einen Lager-Bereich der Firma Johns Manville/Schuller ab. Mangels Nutzung wurden diese beiden Gleise 2016 gesperrt und mit einer roten Sperrtafel versehen.

Etwa auf halbem Weg zwischen Bahnstation Bestenheid und Mainhafen wurde 1967 eine Abzweigweiche nach links zurück ohne weiteren Gleisanschluss eingebaut. Dieser sollte bei Bedarf zum südlich gelegenen Glaswerk 2 gelegt werden. Jedoch ergab sich nie ein derartiger Ausbaubedarf. Daher wurde nach einigen Jahren diese Weiche wieder entfernt.

AdUnit urban-intext2

In den 1980ern und 1990er Jahren wurden die Hafenzüge mit Großdieselloks der Reihe 215/218 des Bahnbetriebswerks Ulm gefahren; nach dem Jahr 2000 mit je zwei Dieselloks der Reihe 212. Bei Fahrt über Aschaffenburg - Miltenberg waren es Loks des Bahnbetriebswerks Gießen, bei der Fahrt über Würzburg - Lauda solche des Bahnbetriebswerks Würzburg. Ab 2010 kamen Loks der Reihe 290 zum Zuge. Später bespannten Dieselloks von Privatfirmen die Hafenzüge.

In der Nacht zum Sonntag 25. August 2013 wurden die Abzweig- und Flankenschutzweiche durch die Firma Strabag erneuert. Ab dem Nachmittag des 15. Januar 2014 konnte das Hafengleis wieder regelmäßig mit Güterzügen befahren werden.

AdUnit urban-intext3

Eine Diesellok V 100 (ex DR 202 287) mit hellgrauem Führerhaus und hellgrünen Vorbauten der Salzburger Eisenbahn Transport Gesellschaft (SETG) brachte einen mit Düngemitteln beladenen Güterzug - bestehend aus 40 blauen slowakischen Schwenkdach-Selbstentladewagen vom Typ Tdns aus Rumänien über Preßburg, den Grenzübergabe-Bahnhof Marchegg im Osten Österreichs und Salzburg zum Wertheimer Mainhafen.

AdUnit urban-intext4

Im Januar/Februar 2017 erreichten mehrfach Ganzzüge mit jeweils 40 Waggons aus der Slowakei mit Düngemitteln den Wertheimer Mainhafen.

Aus der Slowakei an den Main

Die Züge starteten in Tornok am Fluss Waag im Donautiefland, gelegen an der Bahnlinie Preßburg - Budapest, und fuhren über die slowakisch/österreichischen Grenzbahnhöfe Preßburg-Peterschalka /Kittsee und weiter über den Wiener Zentralverschiebebahnhof Kledering - Linz/Donau - Passau - Nürnberg - Lauda mit einer Elektrolok. Ab dort bespannte eine gelbe Diesellok exDR V100 (BR 202) einer Privatfirma den Zug bis ins Hafengebiet. Dieser bestand aus blauen Tdns Waggons. Dabei steht das "T" für "Güterwaggon mit zu schließendem Dach", das "d" für "Selbstentladung durch Schwerkraft", das "n" für "nässeempfindliches, rieselfähiges Frachtgut" und das "s" für "geeignet für Züge bis 100 Stundenkilometer".

Zur Einweihung des Hafens am 12. Oktober 1967 wurden die wirtschaftlichen und politischen Honoratioren aus Grünenwört und Wertheim am späten Vormittag mit einem Sonderzug vom Wertheimer Bahnhof herangefahren.

Gezogen wurde der Zug von der kleinen Wertheimer Rangier-Diesellok Köf. Er bestand aus einem einzigen Reisezugwagen zweiter Klasse, einem Umbauvierachser vom Typ Byg.

Dieser Waggon wurde aus dem um 7.47 Uhr aus Lauda angekommenen, dampflok-(BR 23)-geführten Personenzug P 1605 entnommen und am Nachmittag derselben Zuggarnitur mit der Abfahrt um 17.17 Uhr als P 1640 zur Rückfahrt nach Niederstetten beigestellt.