Kulturkreis Wertheim - Neujahrskonzert mit dem Symphonischen Blasorchester Lengfurt in der voll besetzten Stiftskirche Hörgenuss der ersten Klasse geboten

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Michael Geiger dirigierte das symphonische Blasorchester Lengfurt beim Neujahrskonzert, zu dem der Kulturkreis Wertheim diesmal in die Stiftskirche eingeladen hatte. © Rainer Lange

Wertheim. Zum Neujahrskonzert mit dem symphonischen Blasorchester Lengfurt hatte der Kulturkreis Wertheim diesmal in die Stiftskirche eingeladen. Dirigent war Michael Geiger, durch das Programm führte Dr. Bruno Hock, der Vorsitzende der Musikkapelle, der auch an der Orgel zu hören war.

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Während die über 50 Musiker das anspruchsvolle Programm in brillanter Weise bewältigten, waren die logistischen Anforderungen für das Organisationsteam bei der Pausenbewirtung entsprechend der großen Besucherzahl gewaltig. Die geschlossenen öffentlichen Toiletten am Grafschaftsmuseum sorgten für zusätzliche Engpässe. Letztendlich war es aber die Musik, die von Anfang bis Ende alle versöhnte und kleinere Unannehmlichkeiten schnell vergessen ließ.

Gewaltige Klangkompetenz

Nach Grußworten und Neujahrswünschen von Werner Thomann für den Kulturkreis und und der Schuldekanin Cornelia Wetterich für die gastgebende Emmaus-Gemeinde begann das Konzert dezent und zurückhaltend mit „Des Großen Kurfürsten Reitermarsch“ von Kuno von Moltke. Trotz aller Zurückhaltung war bereits jetzt zu spüren, zu welch gewaltiger Klangkompetenz das Orchester fähig sein würde. Bereits beim nächsten Stück, „Morning Star Variations“, wurde die große dynamische Bandbreite von meditativen Solopassagen bis zum vollen Fortissimo ausgekostet.

Auf filigrane Flötenmotive folgten rhythmische Variationen bis hin zur mystisch donnernden riesigen Pauke, die neben den drei Tuben und den vier Kesselpauken ein mächtiges Bassfundament verantwortete. So hatten die Zuhörer den bekannten Epiphaniaschoral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Philipp Nicolai (1599) sicherlich noch nie gehört.

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Das Loblied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ erklang in einer Bearbeitung von Christian Sprenger, dem Weimarer Posaunenprofessor und Leiter der Bläsergruppe „Genesis Brass“. Der weiche Posaunenchorsound kontrastierte mit rhythmisch verschachtelten Motiven der meist amerikanischen Komponisten, stellte aber durch ausladende Unisonopassagen und harmonische Eigenheiten mindestens ebenso hohe technische Anforderungen an alle Beteiligten.

Mit donnerndem Applaus belohnt

Auch nach der Pause ging es hochkarätig weiter: Der Marktheidenfelder Jubelmarsch von Pastoralreferent Alexander Wolf und das für die Lengfurter mit ihrer Riesenpauke wie geschaffene „Große Tor von Kiew“ von Modest Mussorgsky wurde mit donnernden Applaus des zahlreichen Publikums belohnt.

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„Über den Wellen“ hatte der Mexikaner Juventino Rosas als 16-Jähriger komponiert. Vor einiger Zeit wurde die Orchesterversion zur Hymne des 388 Jahre alten Lengfurter Sebastiani-Festes, das erst vor einer Woche gefeiert wurde, natürlich mit den Lengfurter Musikern.

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Tanja Rösch (Sopran) und Dr. Christoph Arz (Saxophon) sowie Tobias Diehm (Euphonium) waren die im Programm erwähnten Solisten. Viele weitere exponierte Überleitungen und Zwischenspiele wurden auch von anderen Instrumentalisten passgenau eingefügt, so dass ein aufmerksames Zusammenspiel jedes Werk zu einem Hörgenuss erster Klasse werden ließ.

Und weil zu einem „richtigen“ Neujahrskonzert auch Johann Strauss gehört, hörte man die rasante „Tritsch-Tratsch-Polka“ und am Schluss natürlich den „Radetzky-Marsch“, bei dem das Publikum nicht nur am Ende, sondern auch während der Musik schon begeistert mitklatschen durfte. rl