Gestiegener Pegel - Erste Maßnahmen sind angelaufen / Mainspitze und Mainparkplatz sind gesperrt / Tiefgarage bleibt geöffnet „Hochwasser schaut mal wieder vorbei“

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Heike Barowski
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Am Montagfrüh durfte der Mainparkplatz noch benutzt werden, der im Lauf des Vormittags dann gesperrt wurde. © Heike Barowski

In der Nacht zum Samstag lief in Wertheim die Alarmierung an. Und noch sehen alle Beteiligten der Entwicklung des Main-Pegels relativ entspannt entgegen.

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Wertheim. Es war Samstagmorgen um 1.45 Uhr, als Volker Mohrs Telefon klingelte. Am anderen Ende war die Leitstelle in Bad Mergentheim. Sie wollte dem in Wertheim für Öffentliche Ordnung und Feuerwehr zuständigen Mitarbeiter lediglich mitteilen, dass der Main in diesem Moment einen Pegelstand von 2,38 Metern erreicht habe.

Parallel dazu wurde auch der Kommandant der Wehr, Ludwig Lermann, informiert.

Nicht dramatisch

„Das ist nichts Dramatisches“, erklärt Mohr auf Nachfrage. Es sei lediglich die Höhe, bei der ein extra erarbeiteter Hochwasseralarmplan anlaufe. Erste kleine Maßnahmen werden dann eingeleitet. Dazu zählt unter anderem das Schließen einiger Schieber, damit kein Hochwasser in die Kanalisation dringen kann. Eine weitere Maßnahme ist die Sperrung der Mainspitze, da diese als erste vom Hochwasser betroffen ist.

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Ein extra aufgestelltes Schild warnte an der Zufahrt alle Autofahrer, die auf dem Mainparkplatz ihr Auto abstellen wollten, immer wieder nach ihrem Auto zu schauen. Doch was ist, wenn das Wasser steigt? „Entweder wir machen die Besitzer ausfindig oder wir holen im Zweifelsfall einen Abschleppdienst“, beschrieb Mohr das Vorgehen, wenn der Main die parkenden Autos erreicht hat.

Gestern Vormittag wurde dann der Parkplatz gesperrt. Das bedeutet, niemand kommt mehr auf den Platz.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte der Main einen Pegelstand von 2,76 Metern erreicht und sich ein sogenannter „Vorstufenstab“ bereits gebildet. Das passiert bei einem Pegelstand von 2,50 Metern – die Höhe, bei der die Mainspitze anfängt vollzulaufen.

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Zur selben Zeit wurde die hintere Ausfahrt der „Tiefgarage Main“, gesperrt, damit niemand die eigentliche Ausfahrt über den bereits langsam volllaufenden Mainparkplatz mehr benutzen konnte. Wie Mohr ausdrücklich versicherte, bleibt die Tiefgarage geöffnet. Vom Volksmund wird sie übrigens scherzhaft „das U-Boot“ genannt, weil sie bei einem massiven Hochwasser unter Wasser steht.

Eine nächste Maßnahme wäre das Hochfahren des Messbrückles, das über die Tauber führt. War dieser Vorgang im letzten Jahr noch notwendig, so ist sich Mohr diesmal sicher, dass das Brückle vielleicht nicht einmal nasse Füße bekommen wird. Auch weil kaum Treibgut angeschwemmt wird, bleibt die kleine Brücke wohl, wo sie ist. Im Moment wird an der Tauber in Wertheim durch den Rückstau vom Main ein Pegel von 1,50 Meter gemessen. „Spannend wird es erst, wenn der Main drei Meter hat“, meinte Volker Mohr. Doch dieser Pegelstand werde nach ersten Prognosen nicht erreicht. Im Moment geht man in Wertheim von einem Maximum von 2,90 Metern aus. Die Verbesserung der Wetterlage trage wohl dazu bei, dass keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen.

„Wir sagen immer ’das Hochwasser schaut mal wieder vorbei, ob wir auch aufmerksam sind‘. Und wir sind aufmerksam“, sagte Volker Mohr und schmunzelte ein wenig.

Einen Zusammenhang zwischen Oberbürgermeister-Wahl und Hochwasser will übrigens niemand in Wertheim herstellen, auch wenn das letzte große Hochwasser genau acht Jahre her ist.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim