Neues Stadtoberhaupt - Deutschlands jüngster Oberbürgermeister offiziell ins Amt eingeführt / Analyse und erste politische Maßnahmen Herrera Torrez ruft zum Aufbruch auf

Von 
Gerd Weimer
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Brigitte Kohout (links) überreichte für den Gemeinderat dem frisch verpflichteten Oberbürgermeister in Anspielung auf seine fußballerischen Aktivitäten unter anderem eine Kapitänsbinde. Seine Verlobte Aline Pawliczak freute sich mit. © Elisa Katt

Markus Herrera Torrez analysiert am Abend seiner Amtseinführung die Situation und nennt erste Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit.

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Wertheim. „Die Große Kreisstadt Wertheim kann mit Mut und Zuversicht ein neues Kapitel seiner Geschichte aufschlagen. Noch nie war ich mir so sicher wie heute: Die besten Tage unserer Stadt liegen noch vor uns.“ Als Markus Herrera Torrez mit diesen Worten seine Rede beendet, liegt tatsächlich so etwas wie Aufbruchstimmung in der Luft. Applaus der rund 800 Gäste brandet auf. Das Publikum erhebt sich beinahe gleichzeitig geschlossen.

Deutschlands jüngster Oberbürgermeister wurde am Freitagabend in sein Amt eingeführt. Er legte wenige Tage vor seinem 31. Geburtstag in der Main-Tauber-Halle im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung seinen Diensteid ab und sprach sein Verpflichtungsgelöbnis.

Bernd Hartmannsgruber, stellvertretender Oberbürgermeister, war es vorbehalten, die offizielle Einführungszeremonie vorzunehmen. Zuvor gab es Blumensträuße für Meica Lüchow (Schwester der Verlobten) und Maya Herrera Torrez (Schwester des OB). Sie hatten zuvor jeweils mit Musikstücken an Harfe und Flügel die Veranstaltung eröffnet. Zur musikalischen Umrahmung trugen auf Wunsch des neuen OB auch die Big Band des Bonhoeffer-Gymnasiums sowie die Geschwister Luise und Leopold Braun (Cello, Flügel) bei.

Dankbarkeit und Demut

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Nachdem es Grußworte von Landrat Reinhard Frank und Regierungspräsident Wolfgang Reimer sowie der Gemeinderätin Brigitte Kohout gegeben hatte, schritt Herrera Torrez ans Rednerpult. Angesichts des eindeutigen Wahlergebnisses verspüre er Dankbarkeit, aber auch große Demut. Wer in diesen Tagen durch Wertheim gehe, spüre zudem Aufbruchstimmung.

Nach der OB-Wahl sei eine „regelrechte Begeisterung für die Kommunalpolitik quer durch alle Altersschichten entstanden“. Das zeige sich auch anlässlich der anstehenden Kommunalwahl, bei der so viele Kandidaten wie lange nicht mehr antreten würden.

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Als „Oberbürgermeister für alle“ wolle er gemeinsam mit den Bürgern die Zukunft Wertheims gestalten. Der Sozialdemokrat ging auf die Geschichte und Gegenwart der Großen Kreisstadt ein, betonte deren Wirtschaftskraft, Vielfalt und „Offenheit für Neues“.

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Anhaltenden Applaus gab es für seine Genesungswünsche an den seit längerer Zeit erkrankten Vorgänger Stefan Mikulicz. „Wir werden seinen Einsatz und seine Arbeit für unsere Stadt nicht vergessen“, so Herrera Torrez.

Er übernehme „ein gut bestelltes Haus“. Das sei auch seinem Vorvorgänger Stefan Gläser zu verdanken. Der neue OB würdigte die Leistungen des an diesem Abend nicht anwesenden Bürgermeisters Wolfgang Stein, der als Vertreter von Mikulicz „alle Aufgaben verlässlich und kompetent erfüllt“ habe. Obwohl zuvor Konkurrenten im Wahlkampf, werde man gemeinsam zum Wohle der Stadt arbeiten. Es gelte die „Erfolgsgeschichte unserer Gemeinde fortzuschreiben.“ Entscheidend sei, ob es gelinge, die demografische Entwicklung der vergangenen Jahre zu stoppen und einen neuen Trend zu setzen: „Wenn wir aktiv gegensteuern und handeln, haben wir die Möglichkeit zu wachsen.“

Konflikte lösen

Es gelte zudem Konflikte zu lösen oder zumindest abzuschwächen. Konkret nannte Herrera Torrez hier die Verkehrslösung in Vockenrot. Er werde diesbezüglich einen Planungsstopp für den Kreisverkehr anordnen, bis er sich selbst einen vollständigen Überblick verschafft habe, um anschließend eine neue Bewertung vorzunehmen.

Zudem werde es einen runden Tisch geben, an dem Vertreter von Wirtschaft und Naturschutz zusammenkommen sollen.

Er kenne Wertheim nur als „gemeinsame Große Kreisstadt“. Zusammenhalt und Menschlichkeit gelte nicht nur im Umgang untereinander, sondern auch zwischen Ortschaften, Stadtteilen und Kernstadt.

Sozial Schwächere müssten unterstützt werden: „Sie müssen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, ihre Kinder in den Kindergarten bringen können und eine gute Schulbildung erhalten.“

Redaktion Teamleiter Redaktion Wertheim