Leserbrief - Zu „Inklusion und Teilhabe . . .“ (FN, 6. April) Helden von der Politik vergessen

Von 
Doris Baumann
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Ja, es gibt in dieser schwierigen Zeit ganz besonders viele Helden. Da gibt es noch Eltern von schwerst-mehrfachbehinderten, erwachsenen Kindern, die normalerweise tagsüber in den Förderbereich zur Betreuung in die Werkstatt gehen. Sie werden zum Teil bereits fast ein halbes Jahr zu Hause gepflegt und betreut, weil sich die Eltern bzw. Angehörigen dem hohen Risiko eines Coronaausbruches in der Werkstatt bewusst waren. Was eine Coronaerkrankung für Schwerstmehrfachbehinderte und deren Eltern bedeutet, gesundheitlich sowie beruflich, exitenziell braucht nicht näher erläutert zu werden.

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Noch vor den Altenheimen hätten pflegende Angehörige und ihre behinderten Kinder ein Impfangebot erhalten müssen, denn wo wird sonst 24-Stunden-Pflege geleistet.

Tatsächlich hat die Politik den größten Pflegedienst Deutschlands in der Krise total vergessen. Kaum zu glauben, wo hier der Staat doch Monat für Monat am meisten Geld spart. Bleibt nur zu hoffen, das in der nächsten Pflegereform im Sommer 2021 die Leistung der pflegenden Angehörigen dementsprechend geschätzt und honoriert wird bzw. für berufstätige Eltern neue Modelle geschaffen werden, so wie es bei gesunden Kindern in Form von Elterngeld bereits schon lange Jahre praktiziert wird. Auch wir Eltern warten auf die Helden der Politik.