Arkadensaal - Erstes Craft Beer Festival in der Main-Tauber-Stadt stieß auf große Resonanz / Profis warteten mit ganz speziellen Aromen auf / Heimbrauer informierten über ihr Hobby Gurken dürfen dem Gerstensaft auch mal Pfiff verleihen

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Gerd Böhme (Mitte) und Harald Haas (rechts) zeigten, wie man Bier einfach zu Hause brauen kann.

© Grein

Wertheim. In den 1980er Jahren in den USA entstanden, schwappte die Craft Beer Welle vor einigen Jahren auch nach Deutschland über. Unter Craft Beer versteht man handwerklich gebraute Biere, die sich von Produkten des Massenmarkts absetzen. Erstmals fand nun in Wertheim ein Craft Beer Festival in und um den Arkadensaal statt. Organisiert wurde es von Innenstadtmanager Christian Schlager zusammen mit dem Biersommelier David Hertl von der Hertl Braumanufaktur aus Schlüsselfeld.

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Insgesamt acht Brauereien waren gekommen, die über 40 verschiedene Craft Biere präsentierten. Neben der Distelhäuser Brauerei aus der Region und Hertl selbst, waren die Brauereien St. Erhard aus Bamberg, Brauerei Zwanzger aus Uehlfeld, Max Mundus aus Würzburg und Nikl Bräu aus Pretzfeld sowie die Eppelein & Friends Craftbier-Manufaktur aus Nürnberg dabei. Neben den professionellen Bierherstellern waren mit Harald Haas und Gerd Böhme aus Faulbach und Breitenbrunn auch zwei Fans des Heimbrauens vertreten. Sie zeigten, welch einfache Equipment dafür ausreicht.

Kurt Walz, Biersommelier der Distelhäuser Brauerei, erklärte, dass sein Unternehmen von Anfang an beim Craftbiertrend dabei gewesen sei. Das Interesse an diesen speziellen Bieren nehme zu. "Frauen, die Bier früher gänzlich ablehnten, greifen zu Craftbieren", stellte er fest. Grund dafür seien wohl unter anderem die Vielfalt und die Fruchtaromen. Aber auch Männer würden in Sachen Bier offener und experimentierfreudiger.

Mit dem bisherigen Verlauf des Festivals war Hertl zufrieden. Am Freitag seien rund 800 Gäste gekommen. Man hätte nicht gedacht, dass es in der Main-Tauber-Stadt so viele Craft Beer Verrückte gebe, die besondere Biere zu schätzen wissen. Auch am Samstag füllte sich der Saal zum Abend hin zusehens.

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Hertl hatte so manche Spezialität dabei. So verfeinert seine Manufaktur das Bier unter anderem mit Quitten, Haselnüssen oder gar Gurken. Besonders sei auch das Whiskybier mit 10,6 Volumenprozent, das ein halbes Jahr in gebrauchten Whiskyfässer gelagert werde und so den Geschmack annehme. Schon vom Aussehen her außergewöhnlich gab sich Hertls Smoke Poter Motoröl, ein dunkles Bier, das in seiner Farbe den Namen widerspiegelt.

Sein Team sorgte auch für ein besonderes Event. Sie tauchten einen mit einem Brenner erhitzten Bierstab in das gezapfte Gebräu. Dies sorgte nicht nur für besonderen Schaum, sondern die Hitze karamellisiert den Zucker im Bier und bietet so besondere Aromen.

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Die Besucher zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem Angebot. Gewünscht hatte man sich jedoch, dass auch alkoholfreie Biere angeboten werden. Neben der flüssigen Nahrung konnte man sich bei BBQ und gegrilltem vom Wild stärken. Außerdem informierten Plakate im Innenhof über die 6000-jährige Geschichte des Bierbrauens. So erfuhr man beispielsweise, dass um 1000 nach Christus Bierbrauen Hausfrauenarbeit war, und man damit das Brot für die Familie verdiente. bdg