Evangelische Kirchengemeinde - Leonie Vestner absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr Großartige Unterstützung für alle

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Elmar Kellner
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Die 18-jährige Leonie Vestner aus der Nähe von Wiesbaden macht seit Kurzem ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der evangelischen Kirchengemeinde. Dabei erhält sie auch Orgelunterricht von Bezirkskantorin Katharina Wulzinger.

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Sie ist die erste "FSJlerin" in der evangelischen Kirchengemeinde Wertheim. Leonie Vestner absolviert an Main und Tauber ein Freiwilliges Soziales Jahr.

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Wertheim. Schuldekanin Cornelia Wetterich beschreibt sie als "sehr nette und - vor allem auch - musikalisch begabte junge Frau". Und außerdem ist Leonie Vestner so etwas wie die Erfüllung eines Traums für die evangelische Kirchengemeinde Wertheim. Denn "eine FSJ-Stelle haben wir uns schon immer gewünscht". Gescheitert ist das bislang aber stets an den Finanzen. Bis die Evangelische Landeskirche ein Sonderprogramm auflegte, mit dem sie vor allem Werbung für theologische Berufe machen will.

Davon profitiert man nun an Main und Tauber. Zum 1. September hat Leonie Vestner die Stelle angetreten. Die 18-Jährige kommt aus der Nähe von Wiesbaden und hat im Frühjahr ihr Abitur abgelegt.

Was nach der Reifeprüfung kommen soll, darüber hat sie zwar viel nachgedacht, aber noch nicht entschieden. "Das Freiwillige Soziale Jahr ist eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und Einblicke in Berufsfelder zu erhalten, mit denen man sonst nicht so in Kontakt kommen würde", sagt die junge Frau im Gespräch.

Umfangreiches Aufgabengebiet

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Ein Kirchenmusikstudium würde sie in Erwägung ziehen. Bezirkskantorin Katharina Wulzinger war deshalb für sie ein Grund, nach Wertheim zu kommen. Darüber hinaus ist Leonie Vestner bei Pfarrerin Carolin Knapp in Bestenheid eingesetzt. "Wertheim ist schön." Und ihr nicht unbekannt, wohnt doch ihre Oma in der Stadt, zu der Vestner für die Dauer des Freiwilligen Sozialen Jahres gezogen ist. Deshalb spricht sie auch von einem "Halb-Auszug" von zu Hause. "Wenn ich länger frei habe, dann fahre ich gerne zu meiner Familie. Mit dem Auto dauert das knapp eineinhalb Stunden, mit dem Zug etwas länger."

Über einen Mangel an Arbeit konnte sich die 18-Jährige in den ersten Wochen nicht beklagen. Die Mitwirkung an Kinder- und Jugendchorproben, Einsatz in der Kantorei, das Reformationsjubiläum, die Kinderkirche in Bestenheid, gelegentlich ist sie bei den "Konfis" dabei. Sie sitzt im Andachtsteam, begleitet Gottesdienste musikalisch, kümmert sich mit um Werbung, verteilt Plakate in der Stadt. Und das ist sicher nur ein Auszug aus der Tätigkeitsliste.

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Bezirksjugendreferent Alexander Kirchhoff hat schließlich auch das eine oder andere Angebot, bei dem er gerne auf die Unterstützung der "FSJlerin" zurückgreift.

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Vestners Arbeitstag beginnt in der Regel nicht vor neun Uhr morgens, dauert dafür abends aber oft ein wenig länger. "Ich kann es mir relativ frei einteilen", berichtet sie. Die Arbeitszeitvorgabe sind 39 Wochenstunden - bislang waren es eher mehr. Eigentlich sollte sich ihr Einsatz je zur Hälfte auf Pfarrerin Knapp und Bezirkskantorin Wulzinger verteilen, doch in den vergangenen Wochen hatte die Musikerin eher mehr von ihr. "Das Reformationsjubiläum war in der Hinsicht schon sehr aufwendig." Über Gebühr beansprucht fühlt sich die junge Frau gleichwohl nicht. "Und manchmal lässt man sich ja auch gerne ausnutzen", schmunzelt sie.

Warum hat sie sich eigentlich nicht etwas in der Großstadt Wiesbaden gesucht, wenn sie schon in der Nähe wohnt? "Dort wird ein Freiwilliges Soziales Jahr vor allem von Kultureinrichtungen angeboten." Das scheint dann nicht so sehr ihr Fall gewesen zu sein. Und außerdem sei es gar nicht so einfach, von Engenhahn - so heißt das kleine Dorf, in dem sie bislang zu Hause war - in die hessische Landeshauptstadt zu kommen.

Leonie Vestner sei schon "eine Wahnsinnsentlastung". "Sie hat in der kurzen Zeit viel weggeschafft und ist eine große Hilfe", schwärmt Katharina Wulzinger. Die Bezirkskantorin unterrichtet die 18-Jährige, die vor drei Jahren begonnen hat, Orgel zu spielen als C-Schülerin. Ziel ist es, innerhalb des Freiwilligen Sozialen Jahres die entsprechende Prüfung abzulegen. Aber nicht nur deswegen hat Leonie Vestner nicht vor, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, vorzeitig zu kündigen. Das Jahr in Wertheim, das wird sie mit Freude und Engagement durchziehen.

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