Ab Pfingstsamstag - Zu eingeschränkten Zeiten zugänglich / Neue Briefbeschwerer-Ausstellung wird aktuell vorbereitet Glasmuseum öffnet wieder seine Pforten

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pm
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Museumsleiterin Marianne Tazlari vor dem Glasmuseum Wertheim. © Glasmuseum

Wertheim. Das Glasmuseum Wertheim öffnet wieder – unter den geltenden Corona-Bestimmungen – ab Pfingstsamstag, 30. Mai. Allerdings zu folgenden reduzierten Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.

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Wie aus einer Pressemitteilung der Verantwortlichen hervorgeht, finden Glasbläservorführungen auf Anfrage unter Telefon 09342/6866 statt. Die beliebten Glas-Mitmach-Stationen können von allen „bespielt“ werden, die sich zuvor an den bereitgestellten Behältern die Hände desinfizieren. Sie wurden dankenswerterweise inklusive Desinfektionsmittel von der Wertheimer Firma Straub gespendet. Zusätzlich werden Mitglieder ehrenamtlich die Besucherbetreuung übernehmen.

Am 23. März 2020 beschloss der Vorstand des Glasmuseums, seinen gesamten Museumsbetrieb zu stoppen, um sämtliche laufende Kosten auf Null zu fahren. Kurzarbeit für das Leitungsteam und den Glasbläser wurde beantragt und bewilligt.

Ab Pfingstsamstag können die Besucher miterleben, wie das Museum den so plötzlich unterbrochenen Betrieb schrittweise wieder aufnimmt. „Wir hatten ja gerade unsere Vitrinen der Hauptsammlung ,Glas von A bis Z’ umgestellt“, berichtet die Museumsleiterin Marianne Tazlari. „Anstatt an den Vitrinen entlangzugehen im ABC, gibt es nun drei Kabinette und ein großzügiges Raumgefühl in der Mitte des ersten Stockwerks. Dadurch ist logischerweise die Reihenfolge des ABC durcheinandergeraten. Dann kam Corona. Nun improvisieren wir erst einmal und zählen auf den Detektivsuchsinn unserer Besucher.“

Vitrinen füllen sich

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Ein Kabinett mit drei leeren Vitrinen wird sich in den nächsten Wochen füllen. Die Besucher erleben hier Museumsarbeit live, nämlich wie die neue Briefbeschwerer-Ausstellung entsteht. Präsentieren nach Techniken – oder nach Alter? Vielleicht nach Herkunft? Oder gar nach Farben? Die beachtliche Sammlung mit rund 600 Briefbeschwerern erhielt das Glasmuseum im April von ihrem langjährigen Mannheimer Mitglied Gerda Weber, die aus Altersgründen ins Pflegeheim umzog.

Gerda Weber war schon vor vielen Jahren begeistert vom Briefbeschwerer-Kabinett, das der Sammler Peter von Brakel dem Glasmuseum als Dauerleihgabe bereitstellte. Anfang Mai musste die Wohnung von Gerda Weber geräumt werden. In Coronazeit und Kurzarbeit ist es den beiden Vorsitzenden Paul Hahmann und Eckhard Lenz zu verdanken, dass dies gelang. Sie übernahmen es, das „gewichtige“ Geschenk in Mannheim einzeln einzupacken und unversehrt nach Wertheim zu transportieren.

In neuem Glanz erstrahlt

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Zuerst wurden die Briefbeschwerer ins Ultraschallbad bei Laborglas-Lenz getaucht, um die Staubschicht aufzulösen. Dann durchliefen sie die dortige, für Laborgläser vorgesehene Waschstraße. Jetzt glänzen sie wieder in all ihrer gläsernen Farbenpracht und warten darauf, für die drei Vitrinen auserwählt zu werden. Diese Auswahl wird Kisten weise geschehen, da im Museum kein Platz ist, um alle 600 Briefbeschwerer auf einmal zu überblicken. Bis alle Schätze der insgesamt zehn schweren Alukisten gesichtet und die interessantesten Stücke ausgewählt sind, werden sich die Vitrinen, so ist es geplant, wöchentlich verändern. Ein spannender Prozess der Museumsarbeit zum Miterleben vor Ort.

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Anders verlief es vor Ort in Stuttgar. Dort stand der „interaktive Energieparcours“ des Glasmuseum Wertheim im Mercedes-Benz-Museum vom 20. März bis zum 22. Mai – wegen der Corona-Krise kam er ungesehen wieder zurück. Das Mercedes-Benz-Museum hat aufgrund der hohen Besucherzahlen alle Mit-Mach-Aktivitäten auf 2021 verschoben. So wird der Energieparcours höchstwahrscheinlich 2021 wieder nach Stuttgart reisen.

Das Museumsteam freut sich nach eigenen Angaben auf die Wiedereröffnung – am Pfingstsamstag, 30. Mai, von 14 bis 17 Uhr. pm