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Bund-Ortsverein Wertheim

Fledermäuse im Tunnel beobachtet

20 Teilnehmer waren bei der Führung am Bettingberg-Tunnel dabei

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Rund 20 Personen nahmen an der Fledermausführung des Bund-Ortsvereins zum Bettingberg-Tunnel teil. © Eberhard Feucht

Wertheim. Auf Initiative des Bund-Ortsvereines Wertheim fand a eine Führung mit dem in der Region weit bekannten Eichler Fledermausexperten Scheurich statt. Aufgrund aktiver Mundpropaganda war die kleine Ortsgruppe um einige Interessenten auf über 20 Zuhörer angewachsen. Darunter waren auch zwei sehr interessierte Jugendliche aus Berlin, die ihre Vorkenntnisse mit einbrachten. Jungen Menschen Artenkenntnis zu vermitteln und Erlebnisse in der Natur nahezubringen, bezeichnete Scheurich als sein Herzensanliegen.

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Bewährter Treffpunkt war das Kreuzwertheimer Himmelreich in der Nähe des alten Tunnels durch den Bettingberg. Nach ausführlichen theoretischen Informationen zu den in der hiesigen Region noch sehr arten- und individuenreichen Fledermauspopulationen wanderte die Gruppe mit Einbruch der Dunkelheit zum Tunneleingang, wo man auch schon die ersten aus- und einfliegenden Tiere beobachten konnte.

Kein gelbes oder weißes Licht

Mit speziellen Detektoren kann man die für den Menschen fast unhörbaren Frequenzen der Fledermausschreie hörbar machen. Allerdings lassen sich damit im Gegensatz zu Vogelstimmen auch für Experten wie Scheurich vor Ort nur ganz wenige Arten bestimmen. Mit einer speziellen Rotlichtlampe, die die Tiere nicht stört oder ablenkt, konnten vor allem kleine Arten gegen die Tunnelwand sichtbarer gemacht werden. So wie der Mensch die Fledermausunterhaltungen nicht hören kann, stören auch menschliche Geräusche diese Säugetiere kaum. Sehr negativ allerdings wirkt sich weißes oder gelbes Licht aus, das sofort zum Abdrehen der Flieger führen kann und sogar zum Verlassen bewährter Quartiere.Deswegen sollte zum Beispiel das Anstrahlen von Kirchen und anderen möglichen oder sogar bekannten Fledermausquartieren zumindest ab 22 Uhr unterlassen werden.

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Genauer untersucht werden müsste noch der Einfluss von Windkraftanlagen auf die Populationen. Dabei geht es eher um den Tod der Tiere durch innerliches Verbluten aufgrund der starken plötzlichen Luftdruckänderungen, die im Luftraum der sich bewegenden Rotorblätter erzeugt werden, als um direkte Kollisionen. Inzwischen gibt es deswegen an neuen Anlagen Detektoren, die zumindest das Abschalten der Windflügel auslösen können, wenn größere Fledermauswanderungen, zum Beispiel im Herbst, stattfinden.

Manche Arten ziehen nämlich bis zu 2000 Kilometer in ihre Überwinterungsquartiere. Da im Bettingbergtunnel eine größere Gruppe Mopsfledermäuse den Winterschlaf verbringt, ist dieser von Oktober bis Mai für die Bevölkerung gesperrt.

Fledermausquartiere

Würden die Tiere in der Ruhephase gestört, könnte es zum Aussterben der ganzen Population führen. Weitere bedeutende Fledermausquartiere finden sich in der Kartause Grünau, im Kloster Bronnbach oder auch in der Wertheimer Stiftskirche. Auch hier bietet Scheurich spezielle Führungen an, die man nur allen an der natürlichen Umwelt und ihrer Erhaltung Interessierten empfehlen kann. Am 20. September führt der Wertheimer Bund-Ortsverein eine weiteren Veranstaltung durch. Hartwig Brönner vom LBV Main-Spessart wird einen Vortrag mit dem Titel „Verstummen die Vögel?“ halten, indem es um Vogelschutz und die Verbesserung der Lebensbedingungen für Vögel gehen wird, wozu die Öffentlichkeit schon jetzt herzlich eingeladen wird.

Der Veranstaltungsort wird Anfang September noch einmal in der Presse bekannt gegeben.

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