AdUnit Billboard
44. Dorf- und Weinfest

Fest der Kembacher für die Kembacher

Gefeiert wurde auch 52 Jahre Weinbau und 50 Jahre Eingemeindung

Von 
Matthias Ernst
Lesedauer: 
OB Markus Herrera Torrez nahm auf einem alten Weinbergs-Spritzgerät Platz, umrahmt von Dertingens Weinprinzessin Katharina Flegler, dem Vorsitzenden des KVVK Thomas Hemmerich und Ortsvorsteherin Tanja Bolg (von links). © Matthias Ernst

Kembach. Gleich dreimal Grund zum feiern hatte man am Wochenende in Kembach. Zum einen fand das 44. Dorf- und Weinfest rund um das Rathaus statt, zum anderen wurde 50 Jahre Weinanbau nachgefeiert. Das Jubiläum war eigentlich schon für 2020 geplant, musste aber wegen Corona mehrfach verschoben werden. Und dann war ja auch noch eine kleine Feierlichkeit zur Eingemeindung Kembachs in die Große Kreisstadt Wertheim vor 50 Jahren zu begehen.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Ganz schön viel für ein Wochenende, aber die Kembacher haben die Herausforderung angenommen und mit Bravour bestanden. Dank der Organisation des Kultur- und Verschönerungsvereins Kembach (KVVK) flutschte das Fest auf dem Rathausplatz nur so. jeder half mit uns so wurde das Fest der Kembacher für die Kembacher ein großer Erfolg. Am Samstag wurde bis spät in die Nacht gefeiert, doch am nächsten Morgen waren alle schon wieder da, um zu helfen, als weitere Schicht, oder zu konsumieren.

Der selbstgemachte Kartoffelsalat ist weit über die Gemeindegrenzen bekannt und so kamen die Menschen auch aus den umliegenden Ortschaften und darüber hinaus. Man kam sich schnell näher und zum Glück war der Dorfplatz beschattet, sonst hätte es bestimmt den einen oder anderen Hitzeschlag gegeben. Doch es verlief alles friedlich, der Krankenwagen musste nicht anrücken.

Mehr zum Thema

44. Auflage

Dorf- und Weinfest

Veröffentlicht
Von
kvk
Mehr erfahren
„50 Jahre gemeinsam“

Fesamtstadt Freudenberg: Alle haben von Eingemeindung profitiert

Veröffentlicht
Von
hpw
Mehr erfahren
Kommunalpolitik

Wertheimer SPD beleuchtet Gebietsreform

Veröffentlicht
Von
hpw
Mehr erfahren

Entlang der Kembachtalstraße hatte der KVVK eine Schau historischer und aktueller Maschinen und Materialien aus 50 Jahren Weinbau in der Gemeinde liebevoll aufgebaut. Von der einfachen Holzbutte über eine mechanische Abfüllanlage bis hin zum Vollernter für fast 400.000 Euro, alles wurde präsentiert und war zum Anfassen. Fachkundig erläuterten die Mitglieder des KVVK die einzelnen Gerätschaften und man konnte auf den alten Landmaschinen auch Probesitzen. Davon machte nicht nur die Jugend fleißig Gebrauch, auch die anderen Besucher schwelgten in Kindheitserinnerungen, kommen viele doch aus der Landwirtschaft oder haben sie bei ihren Großeltern noch kennengelernt. Insgesamt 34 Familien bauten früher Wein in Kembach an, heute seien es nur noch sechs.

Auch zwei Weinstöcke der Sorte Müller-Thurgau, die 1969 gepflanzt wurden und noch heute im Sonnenberg stehen, wurden ausgestellt. Man ist sehr stolz auf die Weinbautradition in Kembach, wie der Vorsitzende des KVVK, Thomas Hemmerich, bei einem kleinen Rückblick erläuterte. Natürlich sei der Weinanbau in Kembach wesentlich älter, es gäbe bereits bei den Kelten und Römern erste Kenntnisse über den Weinbau, doch nach der Einschleppung der Reblaus im 19. Jahrhundert kam der Weinbau in Kembach zum erliegen. Erst 1969 wurden die ersten Reben wieder gepflanzt und seitdem kann man Kembacher Wein in der ganzen Welt genießen. Zum Jubiläum hatte man von den alten Stöcken eine Jubiläumsabfüllung gefertigt, die nun, zwei Jahre später, noch immer im Verkauf ist.

Diesen edlen Tropfen gab es natürlich auch beim Dorffest, zu dem auch Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez kam. Grund für ihn in der Gemeinde vorbei zu sehen, war das Jubiläum der Eingemeindung Kembachs vor 50 Jahren. Es sei „keine Liebeshochzeit“ gewesen, sondern eine „Ehe der Vernunft“, resümierte er in seiner Ansprache. Kembach habe sich lange gegen eine Eingemeindung gewehrt, letztlich aber doch zugestimmt. Aus heutiger Sicht eine gute Entscheidung, den die kleine Gemeinde könne heute gar nicht mehr alle Anforderungen an eine moderne Kommune stemmen, findet der OB. Er hatte sich bei der Vorbereitung auf den Termin nochmal im Archiv der Stadt umgesehen und war auf einen Forderungskatalog gestoßen, den die damals Verantwortlichen in Kembach an die Stadt bei der Eingemeindung gestellt hatten. Von den zehn Punkten seien mittlerweile alle erfüllt, stellte er fest, wobei Ortsvorsteherin Tanja Bolg gleich revidierte, dass die Kembacher Bürger viel in Eigenleistung erbracht hätten, was da als erfüllt drinsteht. So seien unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit beim Bau der Kembachtalhalle geleistet worden und auch die Wasserleitung in die eigenen Häuser „hat jede Familie selbst gebaut“. Bolg erinnerte daran, dass es vor 50 Jahren noch einen „Bezirkszuchtbullen“ in Kembach gab und eine Besamungsstelle, wo Kühe von dem Bullen bestiegen wurden. Allerdings gab Bolg auch zu, dass man in den letzten 50 Jahren etwas an Bevölkerung verloren hat. Trotzdem könne man sich in Kembach wohlfühlen, bekannte auch die Dertinger Weinprinzessin Katharina Flegler, die es sich nicht nehmen ließ, ein paar Grußworte aus der Nachbargemeinde zu überbringen, bevor man wieder gemeinsam feierte.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1