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Wanderung - Interessante Tour rund um das Kloster Bronnbach

Europäischer Kulturweg hat neue Etappe

Von 
Matthias Ernst
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Eine unerwartet große Gruppe folgte Klosterführer Kurt Lindner (Dritter von links) auf dem neuen Teil des Europäischen Kulturwegs rund um Kloster Bronnbach. © Ernst

Bronnbach. Der erste Teil des Europäischen Kulturwegs im Taubertal wurde 2019 eröffnet. Nun ist man bereits beim dritten Teil, wie Dr. Gerrit Himmelsbach vom Verein Spessartbund bei der Eröffnung der neuen Etappe den erwartungsvollen Wanderern an der Bronnbacher Klosterkirche erläuterte. Der ganze Weg führt von Bronnbach über Höhefeld und Niklashausen bis nach Gamburg und zurück.

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Trotz der hochsommerlichen Temperaturen hatten sich viele Wanderer eingefunden, die unter der Leitung von Klosterführer Kurt Lindner den Bronnbacher Teil des Wegs erkunden wollten. Lindner gilt als Kenner des Lebens der Zisterzienser im Taubertal und weit darüber hinaus. Er stand dem Projekt beratend zur Seite, hatte er doch schon 2011 mit dem Rotary Club Wertheim einen Zisterzienserweg ausgeschildert und mit historischen Informationen versehen.

Nu wird dieser etwa vier Kilometer lange Weg in das Projekt der Europäischen Kulturwege aufgenommen. Hierbei stattet das Unterfränkische Institut für Kulturlandschaftsförderung an der Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Spessart-Projekt herausragende Wege mit vielen Sehenswürdigkeiten in der Natur mit entsprechenden Wandertafeln und Wegbeschreibungen aus. Über 100 dieser Routen gibt es mittlerweile in Mainfranken und den angrenzenden Gebieten, so wie jetzt im Taubertal mit seiner reichen Geschichte.

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Es soll ein Bewusstsein geschaffen werden für „die kulturelle Eigenart und das gemeinsame kulturelle und natürliche Erbe wie auch als touristische Infrastruktur, die sowohl von Einheimischen wie von Besuchern genutzt wird“, heißt es im Anforderungsprofil des Instituts. Genau diese Werte sind es, die auch im und um das Kloster Bronnbach mit seiner fast 900-jährigen Geschichte gezeigt werden können.

Alte Kulturlandschaften

Kurt Lindner führte die Gruppe durch alte Kulturlandschaften, die erst durch die segensreiche Arbeit der Zisterzienser im Laufe von Jahrhunderten zu dem wurden, was sie heute sind. Es ging aber auch an eine alte „Wolfsgrube“ und an die von den Zisterziensern gebaute Wasserversorgung des Klosters, die den natürlichen Lauf des Bronnbachs in die Tauber umleiteten.

Die Tour startete am Kloster, wo Lindner viel Wissenswertes über das Leben der Patres und Laienbrüder erzählte, die als „Gärtner Gottes“ in die Geschichte eingegangen sind. Wie kein anderer Orden verstanden es die Zisterzienser, Landwirtschaft zu betreiben und so die Landschaft nutzbar zu machen. Eindrucksvolle Zeugnisse sind die großen Höfe rund um Bronnbach, die zur Versorgung des Klosters nötig waren. Der näheste am Kloster gelegene ist der Schafhof. Aber auch das Gut Wagenbuch gehörte früher zum Kloster ebenso wie viele weitere Höfe, die noch heute als eigenständige Landwirtschaft bestehen.

Bekannte Namen wie Josefsberg, Edelberg oder Satzenberg sind jedem Weinliebhaber im Taubertal und darüber hinaus bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass zur Ansiedlung der Mönche alte Siedlungen weichen mussten. Das sei im Mittelalter eine vollkommen normale Sache gewesen, so Lindner. Wobei die Klöster der Zisterzienser aber normalerweise weit ab von jeder Zivilisation gebaut wurden. Man wählte bewusst die Abgeschiedenheit, um die Landschaft drum herum urbar zu machen.

Im Kloster lebten normalerweise 30 bis 40 Brüder und weit über 100 Laienbrüder, die die meiste Arbeit verrichten mussten, erzählte Kurt Lindner nach einem Aufstieg entlang der alten Weinberge bis zum Froschgraben. Hier verlief in früherer Zeit eine wichtige Handelsstraße von Urphar nach Tauberbischofsheim. Das kann man noch an der bestehenden Brücke erkennen, die viele Jahrhunderte Geschichte „zu erzählen“ hat. Über den Schafhof ging die Wanderung weiter zur Wolfsgrube, wo Lindner erläuterte, dass in früherer Zeit die Wölfe eine echte Plage waren. Im Dreißigjährigen Krieg war die Population sogar besonders hoch, da es viele Leichen auf den Schlachtfeldern gab, die von den Wölfen gerne vertilgt wurden. In einer Wolfsgrube hatte man deshalb immer etwas zum Essen für Wölfe als Lockmittel befestigt, damit der Wolf beim Fressen hineinfallen musste und so keine Gefahr mehr für die Menschen darstellte.

Weiter ging die Wanderung zum alten Kanal, der das Kloster Bronnbach mit frischem Wasser versorgte. Bereits im 13. Jahrhundert hatten die Zisterzienser Techniken, mit denen sie ganze Bachläufe veränderten. Wasser war im Kloster sehr wichtig, es gab sogar schon Wasserspülungen für das „tägliche Geschäft“, so Lindner.

Man folgte dem Wasserkanal, bis man wieder im Kloster ankam, erschöpft aber zufrieden, dass man einen Teil des neuen Kulturwegs mit so fachkundiger Führung ablaufen konnte.

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