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Leserbrief - Zu „Zentraler Gedenkplatz“ (FN, 29. 09.) „Es ist einfach empörend“

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Es ist einfach empörend, was die Stadt Wertheim vorgeschlagen und der Gemeinderat – mit Ausnahme einer vernünftigen Stimme - beschlossen hat, nämlich die Ehrenbürgergräber abzuräumen und stattdessen einen kleinen Gedenkplatz mit Gedenktafel einzurichten. Dies alles, damit jährliche Pflegekosten von 5000 Euro eingespart werden können!

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Wenn das die Kultur kennzeichnet, die Wertheim zu bieten hat, dann kann man nur sagen „arme Stadt“. Die Friedhöfe Europas, darunter solche der Hauptstädte Berlin, Paris, Prag, Wien sind Highlights für Touristen aus aller Welt, die die Gräber berühmter Personen aufsuchen, um an der Stelle der Bestattung ihrer ehrend zu gedenken. Kein Mensch käme dort auf den Gedanken, einen „Sammelplatz“ für das Nachleben und Erinnern einzurichten. Die jüdischen Friedhöfe gestatten sogar allen Israeliten die ewige Ruhe. In Wertheim aber will man dies nicht einmal 15 Ehrenbürgergräbern zugestehen. Es ist kaum zu glauben: soll man nicht mehr an den Gräbern von Bürgermeister Bardon oder Stadtpfarrer Bär stehen dürfen? Abgesehen davon, bietet das seit Jahren im Gang befindliche Leerräumen des oberen Bergfriedhofs schon weithin den Eindruck einer Wüstenei.

Auf unserem Bergfriedhof gibt es außer den Ehrenbürgergräbern auch noch Ehrengräber für verdienstvolle Wertheimer wie Föhlisch oder Minister Hübsch, deren Erhaltung durch Beschluss gesichert ist. Der Historische Verein hatte hier immer ein Mitspracherecht. Umso erstaunlicher, dass man ihn bei den Ehrenbürgergräbern einfach übergangen hat. Und was mögen heutige Ehrenbürger darüber denken, dass ihre Gebeine eines Tages irgendwann „abgeräumt“ werden? Es ist doch wirklich wahr, in Wertheim wird mit diesem Beschluss Schindluder getrieben. Stattdessen wäre es, wie man so sagt, sicherlich ein Leichtes, die angesichts des Wertheimer Millionenhaushalts lächerliche Summe von 5000 Euro aus der Portokasse zu bezahlen.

Erich Langguth, Kreuzwertheim

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