Sanierung - Neue Umkleide für die Urpharer Feuerwehr ist fertig / Vereinsraum soll im März folgen / 60 000 Euro Baukosten und 1800 Stunden ehrenamtliche Arbeit Erster großer Abschnitt auf der Ziellinie

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Heike Barowski
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Auf der linken Seite gibt es Platz für die Jugend, rechts für die Erwachsenen, und hinter der Abtrennung können sich jetzt die Mädchen und Frauen umziehen – der neue Umkleideraum der Urpharer Feuerwehr lässt keine Wünsche offen. Hier befand sich noch vor einigen Monaten der Sanitärbereich für die Camper. © Heike Barowski

Das Feuerwehrhaus in Urphar ist eines der ältesten Gebäude im Ort. Doch so nach und nach erfährt es eine „Rundumerneuerung“. Erste, wichtige Abschnitte sind bereits fertiggestellt.

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Urphar. Am Hintereingang des Feuerwehrhauses in Urphar zeugen ein Haufen Sand und ein großer Stapel Bodenplatten davon, dass im Inneren seit vielen Monaten fleißig gearbeitet wird. „In ein paar Tagen kann die umfangreiche Baumaßnahme beendet werden“, erklärt Ortsvorsteher Detlev Dosch. Er weiß genau, wovon er redet, denn er war einer der freiwilligen Helfer, die am Bau Hand angelegt haben. Als gelernter Fliesenleger war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich mit einzubringen.

Insgesamt haben 52 Helfer rund 1100 Stunden ehrenamtlicher Arbeit in den Umbau investiert. Davon wurden allein 400 Stunden von jungen Helfern bis 26 Jahre erbracht. Wer einen Blick in die noch nicht eröffneten Räume werfen darf, kommt sehr schnell zum Schluss, dass es sich dabei um eine lohnenswerte Investition handelt.

Der Vereinsraum, der früher vom DLRG, dem Motorrad Club und der DRK-Ortsgruppe genutzt wurde, ist fast nicht wieder zu erkennen. Aus dem kleinen Zimmer mit nicht einmal 35 Quadratmetern ist ein sehr heller und großer Raum von 70 Quadratmetern geworden. Dafür wurde eine Mauer zur früheren Volksbank herausgebrochen, ein Träger eingezogen und zur Straße hin neue Fenster eingebaut. Eine Schallschutzdecke sorgt jetzt für die gute Akustik. Dort, wo früher die Bankkunden ihre Auszüge oder Bargeld am Automaten bekamen, ist ein passabler Stauraum entstanden. Der Zugang von der Hauptstraße wurde erneuert. Am Hintereingang ist eine neue Tür eingebaut, und neue Heizkörper sorgen für die richtige Raumtemperatur. Weil dieser kleine Saal im Hochwassereinzugsgebiet liegt, wurde der Boden um 20 Zentimeter angehoben. Jetzt ist er vom normalen Hochwasser nicht betroffen. Fünf Wochenenden hat Dosch damit zugebracht, die dicken Granitfliesen zu verlegen. Dies war auch dank der Hilfe der Hofmann Naturstein in Niklashausen möglich.

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Im Moment ist der Boden aus Schutzgründen abgeklebt. Es stehen noch ein paar Arbeiten an. Sockelleisten, Lampen und Steckdosen müssen beispielsweise montiert werden. Die Küchenzeile fehlt. Und auch die Sanitäranlagen, anstelle der alten Küche, sind nicht ganz fertiggestellt. „Aber wir sind schon auf die Zielgerade eingebogen“, sagt Dosch. Der Stolz auf das Geschaffte ist ihm dabei deutlich anzumerken.

Immerhin mussten die Einsatzkräfte seit dem Start der Bauarbeiten im April 2020 mit einigen Schwierigkeiten zurechtkommen. Um eine mögliche Ansteckung zu verhindern, durften während des ersten Lockdowns nur jeweils zwei Helfer auf der Baustelle tätig werden. Das sorgte für deutliche zeitliche Verzögerungen. Dass die Ampel an der Hauptstraße ausgerechnet im Feuerwehrhaus angeschlossen ist, wusste bis zum Start der Elektroarbeiten auch niemand. Treffen, auf denen die weitere Vorgehensweise abgesprochen werden konnte, fielen aus oder konnten nur per Video stattfinden. Aber die freiwilligen Helfer haben alles gemeistert und freuen sich zu Recht über das tolle Ergebnis.

Feuerwehr brauchte Platz

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Fast parallel zu den Arbeiten im DLRG-Bereich fanden auch die Umbauarbeiten im Bereich der Feuerwehr statt. Diese war bis dahin komplett in einer für alle Zwecke nicht ausreichenden kleinen Halle untergebracht. Da stapelten sich neben dem Einsatzfahrzeug auch schon mal Getränkekisten. An eine Umkleidemöglichkeit war gar nicht zu denken. Doch diese Zeiten sind nun vorbei. Mit viel Elan und 700 Stunden Eigenleistung wurde aus dem ehemaligen Männerduschtrakt der Camper ein ansehnlicher, moderner Umkleideraum der Feuerwehrmitglieder, inklusive Abtrennung für die Frauen. Ende des Jahres konnten die Wehrler einziehen. Jetzt hat jedes Ausrüstungsteil seinen Platz, ist schnell griffbereit, und beim zügigen Umziehen behindern sich die Helfer nicht mehr.

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60 000 Euro wurden von der Stadt bereitgestellt und sind in den Umbau und die Sanierung des Feuerwehrhauses und des DLRG/DRK-Bereichs geflossen. Zur Wertsteigerung zählen aber auch die insgesamt 1800 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden. Sicher ist sich Dosch, dass die an die Stadt zu zahlenden Mieten entsprechend der neuen Örtlichkeit steigen werden.

Ende März, so rechnet Dosch, sollen dann auch im DLRG/DRK-Bereich die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. „Wir hoffen, dass wir dann auch rein dürfen“, sagt er. Die neuen Räumlichkeiten dürfen dann übrigens von allen Vereinen genutzt werden. Natürlich soll es irgendwann im Frühjahr eine offizielle Einweihungsfeier geben – nach Beendigung des Lockdowns.

Auf lange Sicht ist die Maßnahme am Feuerwehrhaus damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Es folgt Phase zwei: die Arbeiten im Obergeschoss. Eine Isolierung des Dachs, ein Lift für den behindertengerechten Zugang und Elektroarbeiten sind nur ein paar Positionen, die auf der Agenda stehen. „Schön wäre es, wenn wir im nächsten Jahr beginnen könnten“, hofft Dosch.

Ein neuer Notausgang an der Rückseite soll noch in diesem Jahr kommen, denn die Wendeltreppe aus Stahl ist inzwischen unzulässig. Auch der Außenbereich auf der Rückseite wird überplant. So soll ein größerer Parkplatz bis zum Kembach entstehen, der durch eine Hecke zum Rasengrundstück Richtung Main abgetrennt wird. Das Anlegen eines Freizeit- und Erholungsplatzes ist im Gespräch.

Natürlich kommt bei der Besichtigung unweigerlich auch der Abzug der Camper zur Sprache. „Die Umnutzung der beiden Dusch- und Sanitärbereiche war die einfachste Lösung für unsere Probleme. Aber wir haben nie gedacht, dass deshalb der Campingplatz aufgelöst werden muss. Wir wollten nie, dass die Camper uns verlassen“, sagt Dosch mit Nachdruck.

Im Ort sei man fest davon ausgegangen, dass sich für die Dauercamper eine Lösung findet, diese beispielsweise in der Nähe des Pumpwerks Richtung Bettingen neue Sanitäranlagen in Containerbauweise errichten dürfen.

Doch es kam anders. „Viele von ihnen sind in der Nähe untergekommen“, freut sich der Ortsvorsteher. Vielleicht wird man ja den ein oder anderen zur Einweihungsfeier begrüßen können.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Wertheim