Ruftaxi - Vorteile durch Verkehrsgesellschaft Main-Tauber vorgestellt Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr

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ek
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Wertheim. Von einem „Parforceritt in neue Sphären“ sprach Bürgermeister Wolfgang Stein. Gerade hatte Thorsten Haas, Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber, dem Wertheimer Gemeinderat das neue Ruftaxi, dessen Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten vorgestellt. Und die sind vielfältig, wie aus seinen Erläuterungen hervorging.

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Zunächst hatte Stein aber erst einmal auf das gleichfalls noch recht neue Stadtbussystem aufmerksam gemacht, mit dem man in Wertheim seit rund ein Jahr Erfahrungen sammelt und das, so der Bürgermeister zufrieden, „überdurchschnittlich gut angenommen wird“.

Sozusagen die zweite Stufe in den Bemühungen um eine deutliche Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sei nun das neue Ruftaxi. „Es ist ein Konzept, das sich sehen lassen kann und zukunftsweisend – wenn auch ein wenig erklärungsbedürftig – ist.“ Daran versuchte sich dann Haas.

Die eingerichteten 21 Ruftaxi-Linien, beziehungsweise -korridore deckten den gesamten Main-Tauber-Kreis ab, machte er deutlich. Wertheim sei dabei Ausgangs- beziehungsweise Zielpunkt für drei Korridore und alle drei, machte er später auf Nachfrage deutlich, berücksichtigen auch die Rotkreuzklinik am Reinhardshof.

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Mit dem neuen Angebot wolle man den ÖPNV „nicht kannibalisieren“. Deshalb sei es als Ergänzung gedacht. Es handele sich auch nicht um ein klassisches Taxi, das seine Passagiere von zu Hause abhole oder dorthin bringe, sondern fahre Bushaltestellen an. Im Einsatz sei jeweils ein Fahrzeug mit Platz für bis zu vier Personen.

Neues Angebot

In den ersten zehn Wochen hat es laut Haas bislang etwa 1650 Buchungen gegeben, davon rund 130, mit 200 beförderten Personen, im Raum Wertheim. Im Schnitt sei das Fahrzeug bislang mit 1,25 Personen besetzt.

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Gebucht werden kann das Ruftaxi sowohl per Telefon, als auch online, wobei diese Möglichkeit bis jetzt überraschend häufig genutzt werde. Sehr ausführlich und anhand von Beispielen erläuterte der VGMT-Mitarbeiter, wie man an ein Ruftaxi kommt, was bei der Buchung zu beachten ist und was es kostet. Es gebe knapp 77 000 Fahrtmöglichkeiten jährlich, bei vorher angebotenen Rufbus waren es nur 22 000.

Ortschaften besser anbinden

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Von einem „richtigen Modell, vor allem für die Ortschaften“, die bislang nur schlecht oder sogar überhaupt nicht an den ÖPNV angebunden waren, sprach Axel Wältz (CDU). Bei Bedarf und nach ersten Erfahrungen könne man das Konzept weiterentwickeln, hoffte er.

Auch Stadträtin Brigitte Kohout (SPD) lobte, das Ruftaxi sei „eine feine Sache“.

Aus der sehr ausgiebigen Fragerunde schloss Bürgermeister Stein, „das Interesse ist groß“. Es gelte nun, das neue Angebot bekanntzumachen, zu nutzen und eventuelle Kinderkrankheiten zu erkennen und auszumerzen. ek