Betreuung - Gemeinderat diskutiert über Kindergartenbeiträge während eines Lockdowns Eltern begrüßen Erstattung

Von 
kab
Lesedauer: 

Wertheim. Der Gemeinderat beschäftigt sich am Montag pandemiebedingt außer der Reihe mit den Kindergartengebühren. Der Finanzausschuss hatte auf Antrag von Patrick Schönig (SPD) und Axel Wältz (CDU) beschlossen, dass Eltern für Januar keine Kindergartenbeiträge übernehmen müssen, sofern ihre Kinder nicht die Notbetreuung besucht haben. Keine Entscheidung fiel über den Umgang mit den Gebühren bei zusätzlichen, nicht geplanten Schließtagen.

AdUnit urban-intext1

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, dass Eltern für 15 Tage pro Jahr Beiträge zahlen, wenn es zu unvorhergesehenen Schließungen kommt. Die Gebühren für jeden weiteren Tag sollen automatisch erstattet werden. Bisher werden sämtliche Beiträge laut Kindergartenordnung auch bei einer „vorübergehenden Schließung“ fällig. Die geplante Begrenzung auf 15 Tage ging der Mehrheit im Ausschuss jedoch nicht weit genug. Die FN haben per E-Mail-Umfrage unter den Elternbeiratsvorsitzenden Stimmen dazu gesammelt. Leider wurde das Schreiben nicht von allen Einrichtungen an die Elternvertreter weitergegeben, so dass nur wenige Stimmen zusammenkamen. Die Antworten veröffentlichen wir deshalb anonym.

Die Erstattung der Kindergartengebühren wird in allen Antworten begrüßt. Das Argument: Viele Familien sind ohnehin oder durch Kurzarbeit „auf jeden noch so kleineren Geldbetrag privat angewiesen“. Leider seien viele Kindergartenbeiträge, vor allem der Krippe, noch zu hoch. „Vielleicht wäre es anzustreben, die Beiträge zumindest für das letzte Kindergartenjahr ganz zu streichen.“

Ein Teilnehmer regt an: „Eine Fortführung beziehungsweise Erweiterung dieser Erstattungsregelung über den Januar hinaus halten wir für notwendig.“ Die Kehrseite der Medaille: Es sei zu befürchten, dass die Gebühren dauerhaft erhöht werden müssen, um das Defizit auszugleichen.

AdUnit urban-intext2

Teilweise sei es für Familien kein Problem, die Kosten weiter zu decken. „Vielleicht wäre eine Möglichkeit, über unkomplizierte Anträge die Gebührenerstattung zu bekommen oder sie generell Familien mit einem Familienpass zu gewähren. Das wäre zumindest von der finanziellen Seite her gerechter.“ Lobend hervorgehoben wird in dieser Antwort, dass der Kindergarten über eine „Kinderpost“ und persönliche Briefe Kontakt zu den Kindern hält, also weiterhin Angebot stattfindet. Unterschiedliche Meinungen gibt es beim generellen Umgang mit zusätzlichen Schließtagen und Gebühren. Die Mehrheit meint, dass „zusätzliche Schließtage für einen Großteil der Eltern schwer zu stemmen“ sind.

Statt 15 Schließtagen ohne Erstattung, die „sehr hoch angesetzt“ seien, wären zehn Tage „absolut ausreichend“, lautet ein Vorschlag. In der Antwort heißt es weiter: „Ich glaube, es sitzen zu viele Leute ohne (kleine)Kinder in unserem Gemeinderat, die nicht wissen, wie schwierig es für manche Familien ist, über die Runden zu kommen. Es fehlt die Bürgernähe.“ In eine ähnliche Kerbe schlägt ein anderer Beitrag: „Eine familien- und kinderfreundliche Politik sieht anders aus. 15 zusätzliche Schließtage bedeuten weitere drei volle Wochen, in denen die Kinder anderweitig betreut und Beiträge trotzdem bezahlt werden müssen.“

AdUnit urban-intext3

Dagegen: „Bei dieser Frage ist der Elternbeirat der Meinung, dass zusätzliche Schließtage kein Problem darstellen, auch wenn keine Erstattung der Gebühren erfolgt. Und das sollte unseres Wissens nach auch für die meisten Familien so in Ordnung sein.“ Wichtig sei, was Familien machen, bei denen finanziell jeder Cent zählt. kab