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Leserbrief - Zu „294 Radler haben rund 68 000...“ (FN, 9. Oktober) Eine Milchmädchenrechnung

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Die Stadt Wertheim beteiligt sich erstmals bei der Klima-Bündnis-Kampagne „Stadtradeln“ und ruft dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen.

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Radeln für ein gutes Klima, kann man hier lesen, was freilich blanker Unfug ist. Denn das Klima lässt sich Null-Komma-Null durch Rad fahrende Bürger beeinflussen – und besser wird es dadurch ohnehin nicht.

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Dass die Zahl von zehn Tonnen CO2-Ersparnis nicht ernst zu nehmen ist, wissen die Initiatoren auch, denn sie entsteht aus einer Milchmädchenrechnung, da auch Strecken addiert werden, die ohnehin nicht mit dem Auto zurückgelegt worden wären. Auch wenn jemand mit dem Rad zur Arbeit fährt statt mit dem Bus, werden der Aktion Kilometer zugerechnet. Auch wenn der Bus ohnehin fährt, ob ich radle oder nicht.

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„Stadtradeln“

294 Radler haben rund 68 000 Kilometer zurückgelegt

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Übrigens durften sich auch batteriebetriebene Pedelecs, die viel Energie für die Herstellung der Batterie verbrauchen und zudem Strom benötigen, an der Aktion beteiligen und wurden normalen Rädern gleichgestellt. Hauptsache man kann hinterher mit statistischen Zahlen protzen, die jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren.

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Ziel der Aktion sei es, das Fahrrad als klimafreundliche Alternative ins Rampenlicht zu rücken, erklären die Organisatoren. Das ist gelungen. Für drei Wochen. Mehr aber auch

nicht. Wahrscheinlich war die Zahl der Kfz-Neuzulassungen im gleichen Zeitraum sogar höher, als die Zahl der Leute, die durch diese Aktion wirklich auf das Fahrrad umgestiegen sind.

Viel wichtiger wäre meines Erachtens gewesen, wenn wir die Möglichkeit gehabt hätten, über die Meldepattform „RADar!“ – diese war auf der „Stadtradeln“ Homepage verlinkt“– im Rahmen dieser Aktion auf Missstände im Stadtgebiet von Wertheim hinzuweisen. Aber daran hat sich die Stadtverwaltung leider nicht beteiligt. Die Aussage vom Leiter des Ordnungsamtes, dass es toleriert wird, auf dem Gehweg auf dem Wartberg zu fahren, entbehrt jeglicher rechtlicher Grundlage. „Eine Falschfahrt auf dem Gehweg halten viele für weniger gefährlich als die Fahrbahnbenutzung. Kommt es dabei zum Unfall, könnten die Gerichte wie das Landgericht Erfurt entscheiden und dem Radfahrer die alleinige Schuld geben (LG Erfurt 8 O 1790/06).“ ( ADFC-Radfahren auf dem Gehweg) Sinn hat für mich die ganze Aktion nicht gemacht, daher habe ich meine gefahrenen Kilometer und meinen Account vor Beendigung der Aktion wieder gelöscht.

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